EZB-gestützter Tokenisierungsrahmen erweitert Abwicklungsoptionen für europäische Banken

EZB-gestützter Tokenisierungsrahmen erweitert Abwicklungsoptionen für europäische Banken
EZB treibt Tokenisierungswandel voran

Die europäischen Finanzmärkte entwickeln sich von Tokenisierungsversuchen hin zu ersten operativen Anwendungen, da die Abwicklung von Transaktionen mit Distributed-Ledger-Technologie in Zentralbankgeld in Euro möglich wird. Dadurch erweitert sich die Infrastruktur, die Banken, Emittenten und Marktbetreibern zur Verfügung steht, während sich auch Sicherheitenregeln und Wertpapierdienstleistungen in der gesamten Region anpassen.

Das Wichtigste

  • Seit dem 21. September 2026 können DLT-Transaktionen über Pontes in Zentralbankgeld in Euro abgewickelt werden, wodurch Banken eine risikofreie Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte erhalten.
  • Seit März 2026 gelten DLT-basierte Vermögenswerte in Zentralverwahrern als Sicherheiten für Kreditgeschäfte des Eurosystems, was die Liquiditätsunterstützung und Integration verbessert.
  • Europäische Zentralverwahrer haben Dienstleistungen für DLT-emittierte Wertpapiere eingeführt, die angesichts des steigenden Emittenteninteresses und der transatlantischen regulatorischen Unterstützung parallel zur bestehenden Infrastruktur betrieben werden.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Euro-Abwicklung und Zugang zu Sicherheiten werden ausgeweitet

Wie die Europäische Zentralbank berichtet, können Transaktionen mit Distributed-Ledger-Technologie nach dem Start von Pontes am 21. September 2026 nun in Zentralbankgeld in Euro abgewickelt werden. Dieser Schritt verschafft Banken und anderen Marktteilnehmern Zugang zu einem risikofreien Abwicklungsinstrument für tokenisierte Finanzaktivitäten und markiert einen Schritt über das Experimentierstadium an den europäischen Märkten hinaus.

Seit März 2026 können DLT-basierte Vermögenswerte, die in Zentralverwahrern emittiert werden, auch als notenbankfähige Sicherheiten bei Kreditgeschäften des Eurosystems genutzt werden. Diese Änderung integriert tokenisierte Instrumente direkter in den bestehenden Sicherheitenrahmen und unterstützt den Liquiditätszugang gegen geeignete Vermögenswerte.

Die EZB präsentiert das Eurosystem als Katalysator für Marktinnovationen durch drei Funktionen: die Bereitstellung eines risikofreien Abwicklungsinstruments, die Gewährung von Liquidität gegen Sicherheiten und die Unterstützung eines integrierten Ökosystems. Zusammen sollen diese Funktionen dazu beitragen, tokenisierte Finanzdienstleistungen mit dem etablierten Bankwesen und Post-Trade-Prozessen zu verbinden.

Emittentennachfrage und Marktinfrastruktur entwickeln sich weiter

Der Austausch mit europäischen staatlichen Emittenten deutet auf ein wachsendes Interesse an tokenisierten Emissionen hin, während auch supranationale Akteure den Markt sondieren. Eine Erklärung der Eurogruppe+ zu digitalen Finanzdienstleistungen vom 9. Juli 2026 verweist auf den breiteren politischen Rahmen für diese Entwicklung.

Europäische Zentralverwahrer haben Dienstleistungen für DLT-emittierte Wertpapiere eingeführt, die parallel zur bestehenden Infrastruktur betrieben werden. Dies zeigt, dass sich Marktinfrastrukturen anpassen, ohne die aktuellen Systeme aufzugeben. Der Trend reicht auch über Europa hinaus: Eine No-Action-Erleichterung der SEC-Mitarbeiter vom Dezember 2025 erlaubt der DTCC, bestehende Wertpapiere in den USA für drei Jahre zu tokenisieren.

Entlang der gesamten finanziellen Wertschöpfungskette zählen zu den genannten Vorteilen Transaktionen rund um die Uhr, die Automatisierung durch Smart Contracts, der synchrone Austausch von Vermögenswerten und der Wegfall von Abstimmungen. Bei Emissionen wird Tokenisierung mit niedrigeren Kosten, einem breiteren Zugang für KMU und Bruchteilseigentum verbunden, während Handel, Post-Trade-Services und Sicherheitenmanagement von atomarer Lieferung gegen Zahlung, kürzeren Zyklen und stärker automatisierten Kapitalmaßnahmen profitieren könnten.

In unserer vorherigen Berichterstattung über Mario Draghis Warnung vor den Risiken, die entstehen, wenn die Zinssätze über den Wachstumsraten liegen, haben wir dargelegt, wie eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik die Schuldendynamik verschärfen und den Druck in Richtung inflationärer Entwicklungen erhöhen kann. Der Artikel argumentierte, dass Zentralbanken der Preisstabilität Vorrang einräumen sollten, während sie einen mit diesem Ziel vereinbaren möglichst niedrigen Zinspfad anstreben, um produktive Investitionen nicht abzuwürgen, und hob Vorschläge wie eine stärkere Integration der EU-Märkte und gezielte öffentliche Finanzierung zur Förderung des langfristigen Wachstums hervor.

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