WTI konsolidiert nach dem Wochenrückgang, während sich die Lieferströme durch die Straße von Hormus erholen

WTI konsolidiert nach dem Wochenrückgang, während sich die Lieferströme durch die Straße von Hormus erholen
WTI

​WTI wird am 28. August bei rund 83,6 $ pro Barrel gehandelt und dürfte die Woche mit einem Minus von etwa 4,5 % beenden. Nach dem starken Rückgang zu Wochenbeginn hat sich der Markt stabilisiert, auch wenn die Erholung begrenzt bleibt. 

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Das wichtigste neue Merkmal ist, dass Händler weniger auf das Ausbleiben eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran selbst reagieren und sich stärker auf die tatsächlichen Exportmengen durch die Straße von Hormus konzentrieren.

Nach Schätzungen von Goldman Sachs haben sich die aktuellen Lieferungen aus den Golfstaaten bereits auf rund 15–16 Mio. Barrel pro Tag erholt. Das sind 5–6 Mio. Barrel pro Tag mehr als am Tiefpunkt im März, liegen jedoch weiterhin 7–8 Mio. Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau. Dadurch nehmen die Sorgen über einen physischen Versorgungsengpass ab. Dies erklärt auch, warum der Ölpreis nicht stärker steigt, obwohl die Verhandlungen weiterhin festgefahren sind.

US-Lagerbestandsdaten bieten nur begrenzte Unterstützung

Die Lage bei den US-Lagerbeständen ist derzeit etwas unterstützender. Laut dem jüngsten EIA-Bericht stiegen die kommerziellen Rohölbestände in der am 21. August beendeten Woche lediglich um 95.000 Barrel auf 428,91 Mio. Barrel und blieben damit praktisch unverändert, nachdem sie in der Vorwoche um 4,4 Mio. Barrel zugenommen hatten.

Gleichzeitig erhöhten sich die Bestände in Cushing um rund 1,18 Mio. Barrel, während an der Golfküste ein Rückgang von mehr als 2,2 Mio. Barrel verzeichnet wurde. Die gesamten Rohölbestände der SPR gingen weiter zurück und erreichten rund 289,7 Mio. Barrel. Insgesamt deutet dies darauf hin, dass die Gesamtbestände keinen starken Druck auf WTI ausüben, auch wenn der Anstieg in Cushing das kurzfristige Aufwärtspotenzial etwas begrenzt. Der nächste EIA-Bericht wird am 2. September erwartet.

Das globale Gleichgewicht bleibt angespannter, als die Kursentwicklung vermuten lässt

Das fundamentale Gleichgewicht auf mittlere Sicht bleibt deutlich angespannter. In ihrem August-Bericht erwartet die IEA, dass das globale Ölangebot 2026 um 4,3 Mio. Barrel pro Tag zurückgehen wird, während die Nachfrage voraussichtlich um rund 1,6 Mio. Barrel pro Tag sinkt. Die Agentur schätzt das Defizit im dritten Quartal auf etwa 1,8 Mio. Barrel pro Tag. Gleichzeitig gingen die beobachteten globalen Lagerbestände allein im Juli um weitere 69 Mio. Barrel zurück. Seit Beginn des Konflikts beläuft sich der kumulierte Rückgang auf rund 410 Mio. Barrel.

Dies führt zu einem gewissen Ungleichgewicht: Kurzfristig baut der Markt die geopolitische Prämie ab, da sich ein Teil der Exporte durch die Straße von Hormus erholt. Die physischen Lagerbestände sind jedoch weiterhin zu niedrig, um auf einen vollständigen Übergang zu einem Überangebot hinzudeuten. Die IEA erwartet, dass der Markt erst gegen Jahresende wieder in einen Überschuss zurückkehrt.

85 $ bleiben eine wichtige Erholungsschwelle

Daher wirkt das kurzfristige Bild für WTI derzeit eher wie eine Konsolidierung nach einer scharfen Korrektur. Der Bereich um 85 $ bleibt ein wichtiger Widerstand: Ein nachhaltiger Anstieg darüber würde die Chancen auf eine Erholung in Richtung 86–87 $ erhöhen. Bis dahin bleibt das Risiko eines weiteren Rückgangs bestehen, insbesondere wenn sich die Daten zu den tatsächlichen Lieferströmen durch die Straße von Hormus weiter verbessern.

Die nächste Unterstützung liegt im Bereich von 83–82,5 $. Ein Durchbruch unter diese Zone würde den Weg in Richtung 82–81 $ wieder öffnen. Gleichzeitig könnten eine erneute Verschlechterung der Lage in der Straße von Hormus oder ein Rückgang der tatsächlichen Exportmengen, wie ich bereits im Artikel WTI rebounds from recent lows as supply risks remain in focus angemerkt habe, die geopolitische Prämie schnell wiederherstellen und das aktuelle Gleichgewicht zugunsten der Käufer verschieben.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.