Microsoft verzichtet auf Option, Rechenzentrumskapazität in Texas mit Nscale zu verdoppeln
Microsoft hat sich gegen eine Erweiterung einer umfangreichen Vereinbarung über Rechenleistung für künstliche Intelligenz mit dem britischen Cloud-Anbieter Nscale in Texas entschieden. Damit ist eine mögliche Vertragserweiterung im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar vom Tisch, die bestehende Vereinbarung der Unternehmen bleibt jedoch bestehen.
Das Wichtigste
- Microsoft wird seine KI-Kapazität in Texas mit Nscale nicht verdoppeln.
- Nscale behält den bestehenden Deal und einen Vertragswert von 103 Milliarden Dollar.
- Nscale sucht weitere Kunden für die verfügbare Kapazität in Texas.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die Entscheidung betrifft eine Option, die Microsofts vertraglich gesicherte Rechenkapazität am Standort in Texas mehr als verdoppelt hätte. Das Unternehmen entschied sich bereits vor einigen Monaten dagegen – noch bevor Nscale im September einen Antrag auf einen Börsengang einreichte, berichtet Reuters.
Microsoft behält bestehende Kapazität in Texas
Microsofts Entscheidung hebt die bestehende Vereinbarung mit Nscale für Texas nicht auf. Die Unternehmen werden ihre bestehenden vertraglichen Verpflichtungen weiterhin erfüllen, während die von der Option abgedeckte zusätzliche Kapazität anderen Kunden zur Verfügung steht.
Die beiden Unternehmen bauten ihre Zusammenarbeit im vergangenen Jahr mit einer Vereinbarung über rund 200.000 KI-Chips von Nvidia aus. Die Hardware sollte in Nscale-Rechenzentren in den USA und Europa eingesetzt werden. Diese Rechenzentren stellen die nötigen Ressourcen bereit, um fortschrittliche KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben.
Die Entscheidung zu Texas folgt auf einen weiteren Rückschlag für ihre Partnerschaft in Großbritannien. Microsoft zog sich kürzlich aus den Plänen zurück, ein wichtiger Kunde für Nscales geplantes Rechenzentrum in Loughton, Essex, zu werden. Verzögerungen bei der Sicherung von Stromanschlüssen hatten die erwartete Stromversorgung des Projekts auf die 2030er-Jahre verschoben.
Nscale verfügt über umfangreiche Verträge und sucht neue Kunden
Nscale legte in seinem Börsenzulassungsantrag im September erhebliche Zusagen von Microsoft offen. Zwischen September 2025 und April 2026 unterzeichnete Vereinbarungen hatten bis Dezember 2033 einen potenziellen Wert von rund 43,8 Milliarden Dollar, ohne optionale Verlängerungen.
Die nicht genutzte Option für den Ausbau in Texas ändert nichts an Nscales zuvor offengelegtem Gesamtvertragswert von rund 103 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hat außerdem mit mehreren großen potenziellen Kunden über die verbleibende Rechenkapazität in Texas gesprochen.
Nscales potenzieller Kundenkreis könnte weiter wachsen. Berichten zufolge führte das Unternehmen Gespräche mit Anthropic, dem Entwickler von Claude, über eine separate Vereinbarung zu KI-Rechenleistung mit einem möglichen Wert von 45 Milliarden Dollar. Eine abgeschlossene Transaktion wurde nicht bekannt gegeben.
KI-Infrastrukturverträge geraten stärker unter die Lupe
Microsofts Entscheidung verdeutlicht den Unterschied zwischen der Sicherung bestehender Rechenkapazität und zusätzlichen langfristigen Infrastrukturverpflichtungen. Große KI-Projekte erfordern erhebliche Investitionen in Nvidia-Prozessoren, Stromanschlüsse und spezialisierte Anlagen. Ihr wirtschaftlicher Wert hängt davon ab, dass Kunden diese Kapazitäten über viele Jahre nutzen.
Für Nscale würde es die Nachfrage nach seiner Infrastruktur stützen, wenn das Unternehmen für den nicht realisierten Ausbau in Texas andere Kunden findet. Der mögliche Wert einer nicht unterzeichneten Vertragsverlängerung kann jedoch nicht als gesicherter Umsatz betrachtet werden.
Die Entwicklung folgt außerdem auf die zunehmende Prüfung der Ausgaben für KI-Infrastruktur in der Technologiebranche. Microsoft hält an seinen bestehenden Vereinbarungen über Rechenleistung fest und begrenzt zugleich zusätzliche Verpflichtungen an einem Standort in Texas. Daraus lässt sich keine umfassendere Kürzung der KI-Investitionspläne des Unternehmens ableiten.
Wie wir bereits berichteten, erzielt Microsoft im Septemberquartal 10 Milliarden Dollar mit OpenAI -Partnerschaften.
Neueste Microsoft Nachrichten
- Forex
- Crypto