Pavlo Kot

Strategy wirft MSCI vor, Bitcoin-Unternehmen aus den Indizes drängen zu wollen

Strategy wirft MSCI vor, Bitcoin-Unternehmen aus den Indizes drängen zu wollen
Strategy stellt sich gegen MSCI wegen Bitcoin-Indexregeln

​Strategy hat offiziell gegen einen Vorschlag von MSCI Stellung bezogen, der dazu führen könnte, dass Unternehmen mit großen digitalen Vermögensreserven aus globalen Indizes entfernt werden. Der größte Unternehmenshalter von Bitcoin bezeichnete die Initiative als „diskriminierend, willkürlich und fehlgeleitet“ und forderte MSCI auf, sie zurückzuziehen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Die Position des Unternehmens wurde in einem Schreiben dargelegt, das von Strategy Executive Chairman Michael Saylor und CEO Phong Le unterzeichnet wurde. Strategy argumentiert, dass die neuen Kriterien gezielt Unternehmen treffen, die digitale Vermögenswerte als Treasury-Reserven nutzen.

MSCI nimmt bis zum 30. September Stellungnahmen zu dem Vorschlag entgegen und plant, bis zum 16. Oktober eine endgültige Entscheidung bekannt zu geben. Bei Genehmigung würden die neuen Regeln im Dezember in Kraft treten.

MSCI-Kriterien als Bedrohung für DAT-Unternehmen

Im August schlug MSCI zusätzliche Prüfungen für Unternehmen vor, deren operative Vermögenswerte weniger als 50 % der Gesamtvermögenswerte ausmachen. Solche Emittenten würden anhand von fünf zusätzlichen finanziellen Kennzahlen bewertet; das Auslösen von mindestens vier dieser Kriterien könnte zum Ausschluss aus den Indizes führen.

Die Initiative folgt auf MSCIs Überprüfung 2025 des Umgangs mit Unternehmen, die digitale Vermögensreserven halten. Im Januar 2026 verwarf der Indexanbieter seinen ursprünglichen Vorschlag, solche Unternehmen auszuschließen, nach Kritik aus der Branche, beschloss jedoch, neue Kriterien zu entwickeln.

Eine Simulation des vorgeschlagenen Modells im Mai zeigte, dass Strategy, Metaplanet und der Uranvermögenshalter Yellow Cake unmittelbar aus den MSCI Global Investable Market Indexes entfernt werden könnten. SharpLink wurde auf eine Beobachtungsliste für weitere Überprüfungen gesetzt.

Strategy argumentiert, dass die neuen Kriterien lediglich eine formale Grundlage schaffen, um die Präsenz von DAT-Unternehmen in den Indizes einzuschränken. Nach Angaben des Unternehmens sind die Begriffe „operative“ und „nicht-operative“ Vermögenswerte weder nach US-GAAP, IFRS noch nach bestehenden Wertpapiergesetzen klar definiert.

Strategy fordert einheitliche Regeln für alle Anlageklassen

Das Unternehmen widersprach zudem der Klassifizierung von Bitcoin. MSCI behandelt es als nicht-operatives Vermögen, während Strategy seine Bitcoin-Bestände als Teil eines operativen Segments ausweist und entsprechende Gewinne und Verluste in den operativen Aufwendungen verbucht.

Strategy argumentiert außerdem, dass der vorgeschlagene Ansatz andere assetlastige Unternehmen wie Immobilienfonds, Holzunternehmen und Energieinfrastruktur-Firmen unberührt lassen könnte. DAT-Unternehmen hingegen wären die Hauptzielgruppe der neuen Kriterien.

Falls MSCI die Regeln umsetzt, fordert Strategy, dass diese nur für Finanzberichte gelten, die nach der formellen Genehmigung der Methodik veröffentlicht werden. Das Unternehmen forderte den Indexanbieter zudem auf, objektive Kriterien zur Unterscheidung zwischen operativen und nicht-operativen Vermögenswerten zu schaffen und den Bedarf für das neue Prüfungsmodell zu erläutern.

Unterdessen baut Strategy seine Bitcoin-Reserven weiter aus. Am 31. August gab das Unternehmen den Kauf von weiteren 4.603 BTC für rund 369,7 Millionen US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 80.318 US-Dollar pro Coin bekannt.

Nach dem Kauf erreichten die Gesamtbestände von Strategy 845.050 BTC. Das Unternehmen bleibt der größte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin und akkumuliert die Kryptowährung weiterhin, unabhängig von der Debatte über einen möglichen Ausschluss von DAT-Unternehmen aus den MSCI-Indizes.

Zuvor berichteten wir, dass die Aktien von Strategy trotz optimistischer Kommentare von Michael Saylor zu Bitcoin und der Unternehmensstrategie unter Verkaufsdruck gerieten. Die Aktie bleibt eng an die Kursentwicklung der Kryptowährung und die Anlegerstimmung gegenüber dem BTC-Akkumulationsmodell gebunden.

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