Brooklyn-Mann wegen Diebstahls von 16 Mio. $ von Coinbase-Nutzern verurteilt
Ein Mann aus Brooklyn wurde zu vier bis zwölf Jahren Haft verurteilt, weil er eine Krypto-Phishing-Operation betrieben hatte, die laut Staatsanwaltschaft von etwa 100 Coinbase-Nutzern in den USA Kryptowährungen im Wert von fast 16 Mio. $ erbeutete. Der Fall zeigt, wie Social Engineering technische Sicherheitsmaßnahmen umgehen kann, indem Opfer selbst dazu gebracht werden, digitale Vermögenswerte auf von Kriminellen kontrollierte Wallets zu übertragen.
Das Wichtigste
- Etwa 100 Coinbase-Nutzer verloren rund 15,94 Mio. $.
- Spektor wurde zu vier bis zwölf Jahren Haft verurteilt.
- Er muss fast 16 Mio. $ Entschädigung zahlen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Ronald Spektor, 23, aus Sheepshead Bay erhielt das Urteil am Mittwoch, nachdem er sich in allen 31 Anklagepunkten schuldig bekannt hatte, teilte die Staatsanwaltschaft von Brooklyn mit. Zu den Vorwürfen gehörten Geldwäsche ersten Grades, schwerer Diebstahl und der kriminelle Besitz gestohlenen Eigentums. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sieben bis 21 Jahren gefordert.
Opfer wurden zu kompromittierten Wallets geleitet
Bei dem Betrug gab sich Spektor als Vertreter von Coinbase aus, anstatt die Börse direkt anzugreifen. Die Opfer wurden kontaktiert und darüber informiert, dass Hacker ihre Kryptowährungen gefährdet hätten und sie ihre Vermögenswerte zum Schutz auf ein neues Wallet übertragen müssten.
Diese Wallets schienen unter der Kontrolle der Kunden zu stehen, waren jedoch für Spektor zugänglich, wie die Ermittler feststellten. Sobald die Gelder eingegangen waren, wurde die Kryptowährung entfernt und über eine Reihe von Börsen, Tausch- und Mixing-Diensten, Glücksspielplattformen sowie Online-Shops weitergeleitet.
Die einjährige Untersuchung ergab Verluste von etwa 15,94 Mio. $ bei rund 100 Opfern in den USA. Einige Betroffene verloren mindestens 1 Mio. $.
Spektor wurde außerdem zur Zahlung von fast 16 Mio. $ Entschädigung verurteilt und muss mehr als 500.000 $ in Bargeld, Kryptowährungen und persönlichem Eigentum einbüßen.
Blockchain-Daten halfen bei der Rückverfolgung der Gelder
Die Ermittler kombinierten Blockchain-Analysen mit Transaktionsaufzeichnungen, digitaler Forensik und Beweisen, die durch Durchsuchungsbeschlüsse gesammelt wurden. Laut Staatsanwaltschaft war die private IP-Adresse von Spektors Wohnsitz mit mehreren Wallets verknüpft, die gestohlene Kryptowährungen empfingen.
Die Behörden fanden außerdem Beweise dafür, dass er über Online-Foren weitere Personen für Social-Engineering-Operationen anwarb. Die Ermittler brachten ihn mit dem Telegram-Handle @lolimfeelingevil und einem Kanal namens Blockchain enemies in Verbindung, in dem er laut Staatsanwaltschaft seine Aktivitäten besprach.
Während der Ermittlungen sichergestellte Nachrichten deuteten darauf hin, dass Spektor durch Glücksspiel rund 6 Mio. $ in Kryptowährungen verloren hatte. Die Ermittler stellten außerdem fest, dass er ein Hardware-Wallet weggeworfen und nach dem Aufkommen von Betrugsvorwürfen im Internet ein weiteres erworben hatte.
Krypto-Phishing bleibt ein menschliches Sicherheitsproblem
Der Fall verdeutlicht eine anhaltende Schwachstelle der Kryptowährungs sicherheit: Transaktionen können technisch legitim sein, selbst wenn sie durch Täuschung veranlasst wurden. Sobald ein Opfer eine Blockchain-Übertragung autorisiert, kann die Wiederbeschaffung der Vermögenswerte schwierig sein, da Gelder schnell über Wallets, Börsen und andere Dienste bewegt werden können.
Das macht Identitätsbetrug besonders effektiv. Die Staatsanwaltschaft riet Nutzern von Kryptowährungen, unerwartete Kontakte unabhängig zu verifizieren und Vermögenswerte nicht auf Aufforderung einer anderen Person auf angeblich sichere Wallets zu übertragen.
Der Verlust von fast 16 Mio. $ bei rund 100 Opfern zeigt zudem das mögliche Ausmaß eines Betrugs, der hauptsächlich auf Vertrauen und Dringlichkeit statt auf ausgeklügelten technischen Angriffen beruht.
Wie bereits berichtet, nutzen Betrüger MiCA aus, um Kunden von Kryptobörsen in der EU ins Visier zu nehmen.
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