Kryptobörsen könnten Marktanteile an Blockchains verlieren
Zentralisierte Börsen bleiben das wichtigste Tor zum Kryptomarkt, doch einige ihrer Funktionen werden bereits onchain verlagert. Spot-Handel, Perpetual Futures, tokenisierte Aktien und Swaps zwischen verschiedenen Assets werden laut Illia Polosukhin, Mitgründer von NEAR Protocol, zunehmend ohne traditionelle Börseninfrastruktur verfügbar.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Er sagte, dass zentralisierte Börsen für viele Vorgänge nicht mehr erforderlich seien. Jake Chervinsky, CEO des Hyperliquid Policy Center, geht noch weiter: Seiner Ansicht nach werden selbst die größten traditionellen Börsen innerhalb des nächsten Jahrzehnts öffentliche Blockchains nutzen müssen, berichtete The Block.
Der Handel verlagert sich onchain
Laut Polosukhin können zentrale CEX-Funktionen bereits in eine Onchain-Umgebung verlagert werden. Nutzer können Assets über verschiedene Netzwerke hinweg handeln, auf tokenisierte Aktien und Renditeprodukte zugreifen sowie Perpetual Futures über eine einzige Schnittstelle handeln.
Der nächste Schritt ist eine engere Anbindung an traditionelles Geld. Blockchain-Projekte entwickeln Banküberweisungen, den Tausch von Fiatwährungen und Auszahlungen auf Bankkonten. In diesem Modell müssen Nutzer ihre Assets nicht mehr für jede Transaktion an eine zentralisierte Börse übertragen.
Chervinsky glaubt, dass öffentliche Blockchains letztlich zur Kerninfrastruktur der Handelsplattformen selbst werden. Das gilt sowohl für Kryptounternehmen wie Coinbase und Kraken als auch für traditionelle Börsen wie CME Group und Intercontinental Exchange.
Gleichzeitig werden Börsen voraussichtlich nicht vollständig verschwinden. Sie könnten ihre Rolle als Schnittstellen, Liquiditätsanbieter, Betreiber regulierter Produkte und Vermittler zwischen Blockchains und dem Bankensystem behalten.
Regulierung bleibt das größte Hindernis
In den USA dürfen registrierte Plattformen bereits einige Krypto-Derivate anbieten, doch die umfassendere Nutzung öffentlicher Onchain-Infrastruktur bleibt regulatorisch komplexer.
Sollte sich die Regulierung weiter in diese Richtung entwickeln, könnten sich Börsen schrittweise von geschlossenen Handelssystemen zu Dienstleistungen wandeln, die auf öffentlichen Blockchains aufbauen. Ihr Wettbewerbsvorteil läge dann weniger in proprietären Abwicklungssystemen als in der komfortablen Bereitstellung des Zugangs zu einer offenen Infrastruktur.
Börsen verschwinden vorerst nicht
Trotz des Wachstums von Onchain-Dienstleistungen bedienen zentralisierte Börsen weiterhin Dutzende Millionen Nutzer und bleiben für viele Menschen der einfachste Weg, Kryptowährungen zu kaufen, zu verkaufen oder abzuheben. Sie bieten vertraute Benutzeroberflächen, Kundensupport, Zugang zu Fiat-Zahlungen, Verwahrung von Assets und eine Reihe von Trading-Tools, die für die meisten Nutzer an einem Ort leichter zugänglich sind.
Das bedeutet, dass CEXs so bald nicht verschwinden dürften. Ihre Rolle wird sich wahrscheinlich weiterentwickeln, je mehr Aktivitäten onchain verlagert werden. Börsen könnten einige Funktionen verlieren, Nutzer jedoch durch Komfort, Liquidität, regulatorische Compliance und die Anbindung an das Bankensystem halten.
Zur Erinnerung: Coinbase plant, Coinbase Pro neu zu starten und den Zugang zu Derivaten über seine globale Börse auszuweiten.
Neueste Hyperliquid Nachrichten
- Forex
- Crypto