Südkorea will Kryptosteuer bis 2029 aufschieben

Südkorea will Kryptosteuer bis 2029 aufschieben
Wann führt Südkorea seine neue Kryptosteuer ein?

​Die südkoreanische Regierung hat sich für einen erneuten Aufschub der Steuer auf Gewinne aus Kryptowährungen ausgesprochen. Stimmt das Parlament dem Vorschlag zu, treten die neuen Regeln 2029 statt wie bisher geplant im Januar 2027 in Kraft.

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Laut einer Mitteilung des südkoreanischen Finanzministeriums stellte Finanzminister Lee Hyoung-il den Vorschlag am 5. November vor. Das Ministerium will sich mit den Abgeordneten beraten und einen überarbeiteten Zeitplan für die Einführung der Steuer vereinbaren.

Nach geltendem Recht würden Gewinne aus Kryptowährungen mit 22 % besteuert. Der Satz setzt sich aus 20 % Einkommensteuer und einer zusätzlichen lokalen Steuer von 2 % zusammen. Die Steuer würde auf jährliche Gewinne von mehr als 2,5 Millionen Won (rund 1.860 $) erhoben.

Warum die Regierung die Steuer aufschieben will

Ein Grund für den Aufschub ist die Einführung des internationalen Meldestandards für Kryptowerte (Crypto-Asset Reporting Framework, CARF). Südkorea rechnet damit, ab 2029 kryptobezogene Steuerinformationen mit den USA auszutauschen. Die Regierung befürchtet, dass eine frühere Einführung der Steuer den heimischen Kryptowährungsmarkt gegenüber ausländischen Plattformen benachteiligen könnte.

Die Behörden wollen auch Änderungen berücksichtigen, die sich aus der geplanten Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten ergeben. Zudem hat die Regierung vorgeschlagen, Anlegern zu erlauben, Verluste aus Kryptowährungsgeschäften drei Jahre lang vorzutragen, damit sie damit steuerpflichtige Gewinne in den Folgejahren verrechnen können.

Die Regierung plant, während der regulären Parlamentssitzung 2027 Änderungen am Steuergesetz einzubringen. Detaillierte Richtlinien zur Besteuerung von Kryptowährungstransaktionen sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2028 ausgearbeitet werden.

Kryptosteuer zum vierten Mal aufgeschoben

Die Steuer auf Gewinne aus Kryptowährungen sollte ursprünglich im Januar 2022 in Kraft treten. Ihre Einführung wurde jedoch anschließend auf 2023, 2025 und 2027 verschoben. Stimmt das Parlament dem jüngsten Vorschlag zu, wäre dies der vierte Aufschub.

Noch im Mai 2026 bestätigte das Finanzministerium, dass die Steuer im Januar 2027 in Kraft treten sollte. Der jüngste Vorschlag bedeutet somit eine Kehrtwende gegenüber der bisherigen Position der Regierung.

Südkoreanische Vertreter hatten zuvor Gespräche mit Vertretern der großen Kryptobörsen des Landes geführt. Branchenvertreter forderten einen weiteren Aufschub und verwiesen auf unklare Steuerregeln für bestimmte Arten von Transaktionen sowie zu wenig Zeit für den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur.

Wie Südkoreas Kryptosteuer im internationalen Vergleich abschneidet

Der geplante Steuersatz von 22 % liegt in Südkorea ungefähr im Mittelfeld der Steuersätze, die andere Industrieländer auf Gewinne aus Kryptowährungen erheben. Im Vereinigten Königreich unterliegen Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen beispielsweise der Kapitalertragsteuer von 18 % oder 24 %, je nach Einkommen des Anlegers. In Italien stieg der Regelsatz im Januar 2026 auf 33 %, während für bestimmte Stablecoins ein Satz von 26 % gilt.

Andere Länder bieten deutlich günstigere Bedingungen. In Deutschland sind private Anleger nach den geltenden Regeln von der Steuer auf Gewinne aus Kryptowährungen befreit, wenn sie ihre Vermögenswerte nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr verkaufen. In den USA unterliegen Gewinne aus dem Verkauf von digitalen Vermögenswerten, die länger als ein Jahr gehalten wurden, je nach Einkommen einem bundesweiten Kapitalertragsteuersatz von 0 %, 15 % oder 20 %. Vermögenswerte mit kürzerer Haltedauer werden mit den regulären Einkommensteuersätzen besteuert.

Zur Erinnerung: Südkorea erwägt zudem eine Vorschrift, nach der Kryptobörsen 99 % ihrer Vermögenswerte in Cold Wallets halten müssen.

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