Zwei Bitcoin-Miner fahren ihren Betrieb zurück und konzentrieren sich auf KI

Zwei Bitcoin-Miner fahren ihren Betrieb zurück und konzentrieren sich auf KI
Warum Miner auf KI setzen

​Die US-Unternehmen IREN und Core Scientific haben beschlossen, sich vom Bitcoin-Mining zurückzuziehen und ihre Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) umzurüsten. Ihre jüngsten Finanzberichte zeigen einen starken Rückgang der Einnahmen aus dem Kryptowährungs-Mining bei gleichzeitig raschem Wachstum der Erlöse aus KI-Infrastruktur.

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Core Scientific plant, das Bitcoin-Mining bis Ende 2026 vollständig einzustellen. Bei der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals sagte Finanzvorstand Jim Nygaard, Core Scientific wolle sich ab 2027 ausschließlich auf die Bereitstellung von Rechenzentrumskapazitäten für High-Performance-Computing konzentrieren.

Laut dem Finanzbericht sank der Umsatz von Core Scientific aus dem eigenen Mining im dritten Quartal auf 12,3 Millionen US-Dollar, gegenüber 57,4 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch die Einnahmen aus dem Hosting von Mining-Geräten anderer Betreiber gingen zurück, von 8,7 Millionen auf 5,2 Millionen US-Dollar.

Damit erzielte das Bitcoin-Mining lediglich 17,5 Millionen US-Dollar beziehungsweise 7,5 % des Quartalsumsatzes. Colocation-Dienste machten unterdessen 215,4 Millionen US-Dollar des Gesamtumsatzes von 232,9 Millionen US-Dollar aus.

IREN setzt auf Cloud-Computing

IREN verfolgt eine ähnliche Strategie und will die Umstellung seiner Mining-Kapazitäten auf KI-Infrastruktur bis zum 31. Dezember 2026 weitgehend abschließen. Begrenzte Bitcoin-Mining-Aktivitäten könnten jedoch bis ins Jahr 2027 fortgesetzt werden.

Laut den Finanzergebnissen erzielte IREN im Quartal zum 30. September einen Mining-Umsatz von 28 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 58 % gegenüber dem Vorquartal und 88 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als der Umsatz 233 Millionen US-Dollar betrug.

Im Berichtszeitraum schürfte IREN 402 BTC, verglichen mit 2.039 BTC im Vorjahreszeitraum. Die durchschnittliche operative Hashrate sank von 45,3 EH/s auf 8,8 EH/s. Das Unternehmen hält geschürfte Bitcoin nicht in seiner Bilanz, sondern verkauft sie täglich.

Während das Mining-Geschäft schrumpfte, stiegen die KI-Cloud-Umsätze von IREN gegenüber dem Vorquartal um 182 % auf 200 Millionen US-Dollar. Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 66 % auf 228 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust verringerte sich von 684 Millionen auf 263 Millionen US-Dollar, während das bereinigte EBITDA von 19 Millionen auf 66 Millionen US-Dollar stieg.

Warum Bitcoin-Miner auf KI umschwenken

Der Wechsel von Bitcoin-Mining-Unternehmen wird sowohl durch die steigende Nachfrage nach KI-Rechenkapazität als auch durch die sinkende Wirtschaftlichkeit des Bitcoin-Minings vorangetrieben.

Im ersten Quartal 2026 verbuchte Core Scientific Wertminderungen in Höhe von 266,5 Millionen US-Dollar auf seine Mining-Anlagen. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem den fallenden Bitcoin-Kurs, die sinkende Rentabilität des Minings und niedrigere Wiederverkaufswerte von Mining-Geräten.

Core Scientific begann 2024 nach dem Abschluss von Vereinbarungen mit CoreWeave mit dem Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Zunächst betrachtete das Unternehmen dieses Geschäft als Ergänzung zum Bitcoin-Mining, entschied sich später jedoch für den vollständigen Ausstieg aus dem Kryptowährungs-Mining.

Auch IREN lenkt seine Investitionen schrittweise in Richtung KI-Infrastruktur um. Das Unternehmen hat bedeutende Verträge mit Microsoft und weiteren Kunden abgeschlossen und macht Cloud-Computing damit zu seiner wichtigsten Umsatzquelle.

Zur Erinnerung: VanEck zufolge erscheinen die Aktien von Bitcoin-Mining-Unternehmen, die auf KI umgeschwenkt sind, überbewertet.

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