Fliegen für Bitcoin: Warum Fluggesellschaften Kryptowährungen nur zögerlich akzeptieren

Fliegen für Bitcoin: Warum Fluggesellschaften Kryptowährungen nur zögerlich akzeptieren
Brauchen Fluggesellschaften Kryptowährungen?

​Emirates, die größte Fluggesellschaft der VAE, ermöglicht es Kunden nun, Tickets mit Kryptowährungen zu bezahlen. Dies ist jedoch noch weit davon entfernt, Standard zu sein, da viele andere Fluggesellschaften nie ähnliche Initiativen umgesetzt haben. Warum bewegt sich die Luftfahrtindustrie bei Krypto-Zahlungen so langsam?

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Vier Jahre Vorbereitungszeit

Emirates hat Ticketzahlungen über Crypto.com Pay auf seiner Website und in der mobilen App eingeführt. Die neue Option ist derzeit nur für Einwohner der VAE verfügbar, die Tickets in Emiratischen Dirham buchen und bezahlen.

Die Zahlungsinfrastruktur wird von der in Dubai ansässigen Einheit von Crypto.com bereitgestellt. Diese war der erste Dienstleister für virtuelle Vermögenswerte, der die entsprechende Lizenz von der Zentralbank der VAE erhielt. Das bedeutet, dass Emirates Kryptowährungstransaktionen nicht selbst abwickelt, sondern auf einen regulierten Vermittler vertraut.

Emirates hatte mehrere Jahre auf den Start hingearbeitet. Bereits im Mai 2022 sprach der Chief Operating Officer der Fluggesellschaft, Adel Ahmed Al Redha, über Pläne, Bitcoin zu akzeptieren und Projekte im Bereich NFTs und Metaverse zu entwickeln. Die Fluggesellschaft kündigte jedoch erst im Juli 2025 eine konkrete Integration an, als sie eine Absichtserklärung mit Crypto.com unterzeichnete.

Die ersten mit Krypto gekauften Flugtickets

Die lettische airBaltic war die erste Fluggesellschaft, die es Kunden ermöglichte, Tickets mit Bitcoin zu kaufen. Sie führte die Zahlungsoption im Juli 2014 ein. Zu diesem Zeitpunkt notierte Bitcoin bei etwa 600 $ und hatte eine Marktkapitalisierung von weniger als 10 Milliarden $.

Die polnische Fluggesellschaft LOT führte Krypto-Zahlungen im August 2015 ein. Passagiere konnten Tickets für mehr als 60 Ziele mit Bitcoin bezahlen. Die Transaktionen wurden über Adyen und BitPay abgewickelt, was bedeutete, dass die Fluggesellschaft traditionelle Währungen erhielt, anstatt Kryptowährungen in ihrer Bilanz zu halten.

Eine neue Welle des Interesses entstand während der Krypto-Marktrallye von 2017. Die US-Fluggesellschaft Surf Air begann, Bitcoin und Ethereum für Mitgliedschaften und Charterflüge zu akzeptieren. Die japanische Billigfluggesellschaft Peach Aviation plante ebenfalls die Einführung von Bitcoin-Zahlungen, verschob das Projekt jedoch Anfang 2018 aufgrund starker Preisschwankungen.

Im Jahr 2021 schloss sich die Tochtergesellschaft der mexikanischen Billigfluggesellschaft Volaris in El Salvador der Liste an. Die Entscheidung folgte auf die Anerkennung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel in El Salvador und die Einführung der staatlichen Chivo-Wallet.

Im Jahr 2022 versprach die spanische Vueling, 13 digitale Vermögenswerte hinzuzufügen, darunter Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Dogecoin. Der Start des Dienstes wurde für 2023 erwartet, aber Kryptowährungen fehlen noch immer in der aktuellen Liste der Zahlungsmethoden der Fluggesellschaft. Im Mai 2025 erlaubte Air Arabia den Passagieren, Tickets mit AE Coin zu kaufen, einem Stablecoin, der an den Emiratischen Dirham gekoppelt ist. BermudAir kündigte Pläne zur Unterstützung von mehr als 12 Stablecoins an, hat jedoch noch keinen vollständigen Start bestätigt. Im Juni 2026 fügte die südafrikanische Fluggesellschaft LIFT Kryptowährungszahlungen über den Ozow-Dienst hinzu.

NFTs und Treueprogramme

Ticketzahlungen sind nicht die einzige Anwendung der Krypto-Technologie in der Luftfahrt. Im August 2023 startete Lufthansa das Treueprogramm Uptrip auf der Polygon-Blockchain. Passagiere konnten ihre Bordkarten scannen, NFT -Karten für ihre Flüge erhalten und diese zu thematischen Sammlungen kombinieren.

Im selben Jahr startete Japans größte Fluggesellschaft, All Nippon Airways, den Marktplatz ANA GranWhale. Die erste Kollektion enthielt Werke des Luftbildfotografen Luke Ozawa. Später bot das Unternehmen 1.574 digitale Modelle seiner ersten Boeing 787 zum Verkauf an. Jedes Modell kostete etwa 56 $, während ein NFT im Paket mit dem Original-Fotofilm mit etwa 715 $ bewertet wurde.

Emirates versprach 2022 ebenfalls, sammelbare NFTs herauszugeben und Metaverse-Projekte zu entwickeln. Letztendlich erreichte die Fluggesellschaft jedoch zuerst den praktischen Start von Ticketzahlungen.

Warum Krypto-Zahlungen nicht zum Mainstream geworden sind

Der Kryptowährungsmarkt ist hochvolatil. Bitcoin notierte im November 2021 bei fast 69.000 $, doch ein Jahr später fiel der Preis unter 16.000 $.

Solche Schwankungen stellen Fluggesellschaften vor zusätzliche Schwierigkeiten. Tickets werden oft mehrere Monate vor dem Abflug gekauft und können später geändert oder erstattet werden. Wenn eine Fluggesellschaft Bitcoin direkt akzeptiert, könnte sein Wert zum Zeitpunkt einer Rückerstattung stark vom ursprünglichen Kaufpreis abweichen. Fluggesellschaften nutzen daher Vermittler, die Kryptowährungen von Passagieren annehmen, diese umrechnen und traditionelle Währungen an die Fluggesellschaft überweisen.

Auch neue Projekte sind vorsichtiger geworden. Emirates beschränkte die neue Zahlungsoption auf den Markt der VAE und übergab die Transaktionsabwicklung einem regulierten Vermittler. Air Arabia entschied sich für einen Stablecoin anstelle von Bitcoin.

Fluggesellschaften müssen sich zudem mit Steuern, Rückerstattungen, Betrugsprävention und unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen in jedem Land auseinandersetzen. Die IATA nennt Zahlungskosten, Risikomanagement, internationale Besteuerung und den Abgleich von Transaktionen als die wichtigsten finanziellen Herausforderungen, vor denen Fluggesellschaften im Jahr 2026 stehen.

Die jüngste Initiative von Emirates zeigt, dass Krypto-Zahlungen nun einige der weltweit größten Fluggesellschaften erreicht haben. Eine flächendeckende Einführung steht jedoch noch aus, da die direkte Annahme von Bitcoin für eine Branche, die auf stabile Preise, Rückerstattungen und grenzüberschreitende Abrechnungen angewiesen ist, weiterhin zu riskant und komplex bleibt. Eine weitere Akzeptanz wird daher wahrscheinlich auf Stablecoins, lokalen Währungen und lizenzierten Vermittlern basieren, die die Konvertierung und die Einhaltung regulatorischer Vorschriften übernehmen.

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