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Die Verluste im Zusammenhang mit der Sicherheitslücke bei Coldcard-Hardware-Wallets werden mittlerweile auf mehr als 100 Millionen Dollar in Bitcoin geschätzt. Der Vorfall hat die Debatte über eines der ältesten Sicherheitsprinzipien im Kryptobereich neu entfacht: langfristige Bestände von Börsen fernzuhalten und unter eigener Kontrolle zu behalten. Doch wie sieht eine sichere Bitcoin-Verwahrung tatsächlich aus?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der Coldcard-Hersteller Coinkite gab vor Kurzem eine Schwachstelle bekannt, die anfällige Firmware betrifft, welche zwischen März 2021 und Juli 2025 veröffentlicht wurde. Nach Angaben des Unternehmens konnten betroffene Geräte aufgrund eines Fehlers bei der Zufallszahlengenerierung der Wallet Recovery Seeds mit deutlich reduzierter Entropie erzeugen. Das Problem erstreckt sich über mehrere Gerätegenerationen, darunter Coldcard Mk2, Mk3, Mk4, Mk5 und Coldcard Q.
Das Unternehmen hat eine gepatchte Firmware veröffentlicht, aber Wallets, die mit der anfälligen Software erstellt wurden, erfordern mehr als nur ein Update. Coinkite rät betroffenen Nutzern, einen neuen Recovery Seed zu generieren und ihre Bestände zu migrieren.
Laut Galaxy Research haben Angreifer mittlerweile etwa 1.800 BTC im Wert von rund 114 Millionen Dollar gestohlen, verteilt auf mindestens vier koordinierte Angriffswellen, die auf betroffene Wallets abzielten. Forscher geben an, dass weiterhin zusätzliche kompromittierte Adressen identifiziert werden, was darauf hindeutet, dass das volle Ausmaß des Vorfalls noch nicht absehbar ist.
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Das Ausmaß des Vorfalls überraschte viele Bitcoin-Nutzer, da Coldcard lange Zeit als eine der sicherheitsorientiertesten Hardware-Wallets der Branche galt. Exklusiv für Bitcoin entwickelt, wurde sie dank Funktionen wie Air-Gapped-Signierung, Open-Source-Firmware und einem starken Fokus auf die Minimierung von Angriffsflächen besonders bei erfahrenen Nutzern beliebt.
Der Exploit wirkte sich auch auf die Marktstimmung aus. Der Bitcoin-Preis fiel im Laufe des letzten Tages um mehr als 1.000 Dollar, als sich die Nachricht von der Sicherheitslücke verbreitete, obwohl der Ausverkauf mit allgemeinem Marktdruck zusammenfiel. Einige Kommentatoren brachten den Rückgang mit wachsenden Sorgen um die Sicherheit von Hardware-Wallets in Verbindung, während das Blockchain-Analyseunternehmen Santiment über steigende Angst am Markt berichtete, nachdem Gelder von Wallets bewegt wurden, die jahrelang inaktiv geblieben waren.
Ob die Sicherheitslücke den Bitcoin-Preis wesentlich beeinflusst hat, ist schwer zu bestimmen. Kryptomärkte reagieren auf viele Faktoren gleichzeitig, und Sicherheitsvorfälle ereignen sich oft parallel zu breiteren makroökonomischen Entwicklungen.
Dennoch verdeutlicht die Reaktion, wie viel Vertrauen Bitcoin-Halter in Hardware-Wallets als Grundlage der Selbstverwahrung setzen. Dieses Vertrauen hat sich aus gutem Grund entwickelt.
Das ursprüngliche Versprechen von Bitcoin war, dass Nutzer ihre eigene Bank sein können. Der Kompromiss war ebenso klar: Es gibt keine Institution, die ein Passwort zurücksetzt, eine unbefugte Transaktion rückgängig macht oder verlorene Gelder wiederherstellt.
Im Laufe der Zeit einigte sich die Branche auf einen einfachen Ansatz. Börsen boten Komfort, erforderten aber, dass die Nutzer ihre Vermögenswerte einem Dritten anvertrauen. Prominente Zusammenbrüche wie Mt. Gox und FTX bestärkten das Prinzip, dass Anleger ihre eigenen privaten Schlüssel kontrollieren sollten, anstatt sich auf zentralisierte Verwahrer zu verlassen.
Hardware-Wallets wurden zur bevorzugten Lösung, da sie private Schlüssel offline und unter der Kontrolle des Eigentümers halten. Jahrelang dominierte eine Empfehlung die Sicherheitsdiskussionen um Bitcoin: Kaufen Sie Bitcoin an einer Börse und verschieben Sie sie dann in den Cold Storage.
Die Coldcard-Schwachstelle macht diesen Rat nicht zwangsläufig hinfällig. Sie erinnert die Nutzer jedoch daran, dass die Selbstverwahrung auch von der Sicherheit der Hardware und Software abhängt, die zur Generierung und zum Schutz privater Schlüssel verwendet wird.
Der jüngste Vorfall verdeutlicht eine umfassendere Realität. Jede Methode zur Aufbewahrung von Bitcoin schützt vor bestimmten Risiken, während sie die Nutzer anderen aussetzt. Der am besten geeignete Ansatz hängt oft von der Größe des Bestands ab, davon, wie häufig auf die Gelder zugegriffen werden muss und welche Bedrohungen ein Anleger zu reduzieren versucht.

Firmware-Schwachstellen bleiben relativ selten. Sicherheitsforscher identifizieren Phishing-Angriffe, gefälschte Wallet-Anwendungen, Social Engineering und kompromittierte Recovery Phrases weiterhin als weitaus häufigere Ursachen für den Diebstahl von Kryptowährungen.
Der Coldcard-Vorfall zeigt nicht, dass Hardware-Wallets grundlegend unsicher sind. Er veranschaulicht jedoch, warum es bei der Bitcoin-Sicherheit schon immer darum ging, verschiedene Arten von Risiken zu verstehen, anstatt sich auf ein einzelnes Produkt zu verlassen.
Da der Wert digitaler Vermögenswerte gestiegen ist, haben viele langfristige Bitcoin-Halter anspruchsvollere Sicherheitsansätze übernommen.
Große Investoren verteilen ihre Gelder zunehmend auf mehrere Wallets, bewahren Backups an verschiedenen Orten auf oder nutzen Multisignatur-Lösungen, die mehrere unabhängige Schlüssel erfordern, bevor Transaktionen autorisiert werden können. Viele institutionelle Verwahrer verlassen sich auf ähnliche Prinzipien, um die Abhängigkeit von einem einzelnen Gerät oder Recovery Seed zu verringern.
Die meisten Privatanleger benötigen keine Verwahrungspraktiken auf institutionellem Niveau, aber der Kauf von Hardware-Wallets direkt beim Hersteller, das Aktuallhalten der Firmware und der Offline-Schutz von Recovery Phrases gehören weiterhin zu den effektivsten Methoden zur Risikominderung.
Der Coldcard-Vorfall ist auch eine Erinnerung daran, dass Selbstverwahrung nichts ist, was Nutzer einmal einrichten und dann vergessen. Wie jedes Sicherheitssystem erfordert sie eine laufende Wartung, da sich Software, Geräte und Bedrohungen ständig weiterentwickeln.
Jahrelang konzentrierte sich die Diskussion um die Bitcoin-Verwahrung auf eine einfache Empfehlung: Ziehen Sie Ihre Coins von den Börsen ab und legen Sie sie in den Cold Storage. Der Coldcard-Vorfall stellt diesen Rat nicht unbedingt infrage, zeigt aber, dass eine sichere Selbstverwahrung von mehr abhängt als nur der Wahl des richtigen Geräts. Sie hängt auch davon ab, wie dieses Gerät im Laufe der Zeit verwendet, gewartet und aktualisiert wird.
Bitcoin wurde entwickelt, um die Notwendigkeit des Vertrauens in Finanzintermediäre zu verringern. Während das Ökosystem reift, könnte sich die Diskussion allmählich weg von der Suche nach einer einzigen „sichersten“ Speichermethode und hin zum Verständnis der Abwägungen hinter jeder Sicherheitsebene verlagern.