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Die Moderna-Aktie stieg nach dem Erfolg ihres Krebsimpfstoffs sprunghaft an. Innerhalb eines einzigen Tages erhöhte sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens um rund 30 Milliarden US-Dollar. Die Anleger sahen in den Nachrichten jedoch das Potenzial für einen deutlich umfassenderen Durchbruch.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Viele Menschen hörten während der Coronavirus-Pandemie erstmals von Moderna. Das Unternehmen entwickelte eine der ersten Behandlungen gegen COVID-19 und wandelte sich innerhalb weniger Jahre von einem relativ kleinen Biotech-Unternehmen zu einem der bekanntesten Impfstoffhersteller der Welt. Nach dem Ende der Pandemie begann die Nachfrage nach COVID-19-Produkten jedoch zu sinken, wodurch auch Modernas Umsatz und das Interesse der Anleger zurückgingen.
Am Mittwoch änderte sich alles. Die Moderna-Aktie sprang um 177 % nach oben, nachdem das Unternehmen die Ergebnisse einer klinischen Studie im Spätstadium zu seinem personalisierten Krebsimpfstoff veröffentlicht hatte. Innerhalb einer einzigen Handelssitzung stieg Modernas Marktkapitalisierung um rund 30 Milliarden US-Dollar. Die Aktie wird nun bei etwa 174 US-Dollar gehandelt, verglichen mit rund 65 US-Dollar vor der Rallye.
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Die Bewegung ging mit einem starken Anstieg der Anlegeraktivität einher. Das Handelsvolumen der Moderna-Aktie übertraf den 50-Tage-Durchschnitt um mehr als das 15-Fache. Gleichzeitig legte die Merck-Aktie, deren Unternehmen die Therapie gemeinsam mit Moderna entwickelt, um mehr als 10 % zu. Die Rallye griff auch auf andere Entwickler von mRNA-Medikamenten über: Die BioNTech-Aktie stieg um rund 20 %.
Der Anstieg war besonders schmerzhaft für Trader, die auf fallende Moderna-Kurse gesetzt hatten. Laut S3 Partners beliefen sich ihre Verluste allein an einem Tag auf rund 5,5 Milliarden US-Dollar. Vor der Veröffentlichung der Studienergebnisse waren etwa 13,5–14 % der frei handelbaren Moderna-Aktien leerverkauft. Der starke Kursanstieg zwang daher einige Trader, ihre Positionen zu schließen, was der Rallye zusätzlichen Schwung verlieh.
Auslöser der Rallye waren die Ergebnisse einer Phase-3-Studie zu einem personalisierten mRNA-Impfstoff. An der Studie nahmen mehr als 1.100 Patienten mit Hochrisiko-Melanom nach der operativen Entfernung ihrer Tumoren teil. Der Impfstoff wurde in Kombination mit Keytruda eingesetzt und trug dazu bei, das Wiederauftreten der Krankheit länger zu verhindern und das Risiko einer Ausbreitung zu senken.
Die Behandlung wird für jeden Patienten individuell entwickelt. Ärzte analysieren die Mutationen in einem bestimmten Tumor und nutzen diese Informationen, um eine mRNA-Therapie herzustellen, die das Immunsystem darauf trainieren soll, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. In einer früheren Phase-2-Studie senkte die Kombination das Risiko eines Wiederauftretens des Melanoms um etwa 50 % und das Risiko einer Ausbreitung der Krankheit um 59 %.
Deshalb werteten die Anleger die Ergebnisse als mehr als nur den Erfolg eines einzelnen Medikaments bei einer Krebsart. Moderna und Merck testen den Ansatz bereits bei Lungen-, Nieren- und Blasenkrebs sowie in Studien im Frühstadium bei Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs.
Gleichzeitig erweitert Moderna sein Portfolio an mRNA-basierten Produkten. Im August nahm das Unternehmen einen saisonalen Grippeimpfstoff in sein Portfolio auf und begann außerdem mit den ersten Studien am Menschen zu einem experimentellen Impfstoff gegen das Ebola-Virus.
Die Onkologie könnte zu einem deutlich größeren Geschäftsbereich werden. Moderna entwickelt die Therapie bereits für mehrere Krebsarten, und die Analysten von Leerink erhöhten nach den Melanom-Ergebnissen ihre Umsatzprognose für die Behandlung im Jahr 2032 auf 1,4 Milliarden US-Dollar. Barclays hatte den potenziellen Umsatz bis 2035 zuvor auf rund 3 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Das Unternehmen senkt außerdem seine Kosten. Im zweiten Quartal gingen die Forschungs- und Entwicklungskosten im Jahresvergleich um 7 % auf 651 Millionen US-Dollar zurück, während die Prognose für das Gesamtjahr 2026 von rund 3 Milliarden auf etwa 2,9 Milliarden US-Dollar gesenkt wurde. Der Quartalsumsatz belief sich auf 145 Millionen US-Dollar und lag damit über den Analystenerwartungen von 103 Millionen US-Dollar.
Innerhalb eines einzigen Tages erhöhte sich Modernas Marktkapitalisierung um rund 30 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr, als sich allein durch die Chancen im Bereich Melanom erklären lässt. Die Anleger preisen bereits ein umfassenderes Szenario ein: den Erfolg der personalisierten mRNA-Plattform bei weiteren Krebsarten und die Entstehung einer bedeutenden neuen Umsatzquelle für das Unternehmen.
Moderna muss diese Erwartungen nun rechtfertigen. Das Unternehmen muss noch die vollständigen Phase-3-Ergebnisse vorlegen, das Zulassungsverfahren durchlaufen und nachweisen, dass der Ansatz bei anderen Tumoren funktioniert. Nachdem sich der Aktienkurs nahezu verdreifacht hat, dürfte der Markt besonders empfindlich auf Verzögerungen, schwache Daten oder Rückschläge bei künftigen Studien reagieren.