Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Kanada kündigte Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden US-Dollar an. Dieser Schritt erfolgte nur wenige Tage nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit den USA. Die Zollsätze liegen zwischen 15 % und 50 %. Betroffen sind unter anderem Stahl, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, Möbel und Kleidung. Doch die entscheidende Frage ist: Wie groß wird der nachhaltige Schaden für das globale Wachstum und die privaten Haushalte sein?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Zölle wirken wie Steuern, die an der Grenze erhoben werden, und Importeure geben diese zusätzlichen Kosten in der Regel an Einzelhändler und letztlich an die Verbraucher weiter. Kanadische Haushalte werden daher mit höheren Preisen für in den USA hergestellte Haushaltsgeräte, Käse, Kleidung, Möbel und Elektronik konfrontiert. Gleichzeitig werden auch amerikanische Familien ähnliche Preissteigerungen bei den kanadischen Waren erleben, die nun mit höheren US-Zöllen belegt werden.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Eine Studie der Bank of Canada, die sich mit der früheren Runde von Vergeltungszöllen im Jahr 2025 befasste, dokumentierte einen klaren Übertragungsmechanismus: Die Preise der betroffenen Produkte stiegen innerhalb von drei Monaten um etwa 6 Prozent. Das bedeutet, dass ein Viertel des damals geltenden 25-Prozent-Zolls an die Verbraucher weitergegeben wurde. Dies erhöhte den Verbraucherpreisindex in der Spitze um etwa 0,3 Prozentpunkte. Da die aktuellen Sätze in wichtigen Kategorien bis zu 50 Prozent erreichen, könnte die Weitergabe noch deutlicher ausfallen. Einige Haushaltswaren könnten in den Monaten nach dem 8. September um 8 bis 12 Prozent teurer werden, falls die Unternehmen die gesamten Zölle weitergeben. Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die einen größeren Anteil ihres Budgets für diese Produkte ausgeben, werden die größten relativen Verluste erleiden.
Grenzüberschreitende Verkäufe wirken sich direkt auf Fabriken und landwirtschaftliche Betriebe auf beiden Seiten der Grenze aus. Kanadische Stahlproduzenten und Hersteller von Haushaltsgeräten verlieren den einfachen Zugang zu ihrem Hauptmarkt, da US-Käufer mit 50-prozentigen Zöllen konfrontiert werden. Ebenso verlieren amerikanische Exporteure der entsprechenden Waren kanadische Kunden. Dies kann Neueinstellungen verzögern und zu Arbeitsplatzverlusten führen. Schätzungen zufolge beträgt der kanadische Wertschöpfungsanteil der neu verzollten US-Importe etwa 0,4 Prozent des kanadischen BIP.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Oxford Economics prognostiziert, dass der breitere Handelskonflikt das kanadische Wachstum von einer früheren Prognose von 1,6 Prozent auf 1,4 Prozent im kommenden Jahr senken könnte. Grenzregionen, die auf integrierte Lieferketten für Autoteile oder Lebensmittelverarbeitung angewiesen sind, werden eine schwächere lokale Nachfrage erleben. Kleine und mittlere Unternehmen, die nicht auf alternative Lieferanten oder Märkte ausweichen können, sind am stärksten von Schließungen bedroht. Auch wenn das kanadische Hilfspaket in Höhe von 7,5 Milliarden C$ Kredite und Einkommenshilfen bietet, kann es die höheren Inputkosten und die sinkende Nachfrage nicht ausgleichen.
Die Vereinigten Staaten und Kanada unterhalten eine der weltweit am stärksten integrierten Handelsbeziehungen. Ihr bilateraler Waren- und Dienstleistungshandel beläuft sich jährlich auf etwa 880 Milliarden US-Dollar. Komponenten überqueren daher während der Produktion mehrfach die Grenze. Ein Zoll auf Zwischenprodukte erhöht somit die Kosten in jeder Stufe der Wertschöpfungskette. Unternehmen müssen daher ihre Beschaffungsstrategien überdenken oder geringere Margen akzeptieren. In jedem Fall wirkt sich dies negativ auf ihre Produktivität und potenziellen Gewinne aus.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Investitionsentscheidungen können aufgeschoben werden, wenn sich Handelsregeln jederzeit ändern können. Viele Unternehmer und Unternehmen versuchen, Unsicherheiten zu minimieren, da höhere Kosten und geringere Gewinne ihre Marktposition direkt bedrohen. Selbst Branchen, die von den aktuellen Maßnahmen nicht betroffen sind, könnten durch den allgemeinen Rückgang des Geschäftsklimas beeinträchtigt werden. Branchenverbände gehen davon aus, dass die Produktionskosten in betroffenen Industrieclustern innerhalb von 12 bis 18 Monaten um mehrere Prozentpunkte steigen könnten.
Auch wenn das Volumen von 20 Milliarden US-Dollar auf beiden Seiten im Verhältnis zum gesamten bilateralen Handel gering erscheint, ist das wirtschaftliche Gewicht beträchtlich. Der Grund: Zwei eng verbundene Volkswirtschaften errichten neue Handelsbarrieren, und andere Regierungen könnten diesen protektionistischen Kurs ebenfalls einschlagen. Das daraus resultierende Risiko einer breiteren Eskalation von Zöllen wird dadurch kritisch hoch.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Jede anhaltende Abschwächung des nordamerikanischen Handels verringert die Nachfrage nach Rohstoffen und Dienstleistungen aus anderen Ländern. Zudem werden globale Lieferketten, die auf US- oder kanadische Knotenpunkte angewiesen sind, weniger zuverlässig und beeinträchtigen Investitionsströme negativ. Multilaterale Handelsabkommen verlieren an Bedeutung, wenn wichtige Teilnehmer sie missachten. Selbst eine begrenzte Eskalation dieser Art könnte die globalen Wachstumsprognosen um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte senken. Auch der Aufwärtsdruck auf die internationalen Preise für gehandelte Waren wird deutlich zunehmen.
Kurzfristig werden sich die Schäden in höheren Einzelhandelspreisen und unsicheren Arbeitsplätzen zeigen. Langfristig werden die Kosten jedoch noch weiter steigen. Eingeschränkter Handel verringert die Produktivität, während zusätzliche Inputkosten zu inflationären Tendenzen beitragen können. Unter solchen Bedingungen könnten viele Regierungen mit weiteren Subventionen oder neuen Handelsbarrieren reagieren. Letztlich müssen die Haushalte mit sinkenden Realeinkommen und einer geringeren Auswahl an Waren rechnen.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Die Geschichte zeigt, dass Zollkonflikte sich schnell ausweiten können. Tatsächlich senkt jede weitere Runde die politische Hemmschwelle für neue Beschränkungen und Eingriffe. Verbraucher und Arbeitnehmer auf beiden Seiten der Grenze tragen letztlich die kumulierte Last. Die aktuellen Maßnahmen sind noch begrenzt, aber die endgültigen Kosten hängen davon ab, ob die politischen Entscheidungsträger die Situation weiter eskalieren lassen. Steigende Kosten und gestörte Wertschöpfungsketten erscheinen bereits jetzt unvermeidlich.