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Tim Cook tritt nach 15 Jahren als Apple-CEO zurück. In dieser Zeit brachte Apple nicht nur zahlreiche neue Geräte und Services auf den Markt, sondern entwickelte sich auch zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Doch wer war im Vergleich zu Steve Jobs der erfolgreichere CEO?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Am 1. September tritt Tim Cook als CEO von Apple zurück, verlässt das Unternehmen jedoch nicht vollständig. Cook wird Executive Chairman und sich weiterhin um bestimmte strategische Angelegenheiten kümmern, darunter Apples Beziehungen zu den Regierungen der USA und Chinas.
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Der neue CEO wird der 51-jährige John Ternus. Er arbeitet seit rund 25 Jahren bei Apple und begann als Ingenieur an Mac-Computern. Später leitete Ternus die Entwicklung des iPad, der AirPods und des iPhone, bevor er die Verantwortung für Apples gesamte Hardware-Entwicklung übernahm.
Cook begann vor etwa zwei Jahren, Ternus ernsthaft als seinen Nachfolger in Betracht zu ziehen. Nach der Ankündigung des Führungswechsels sagte er den Mitarbeitern, dass es niemanden gebe, dem er Apples Zukunft mehr anvertrauen würde.
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Ternus steht fast unmittelbar vor seiner ersten großen Bewährungsprobe. Am 9. September wird er seine erste große Präsentation in der neuen Rolle halten. Apple dürfte seine nächste iPhone-Generation vorstellen – zusammen mit dem ersten faltbaren Smartphone des Unternehmens. Laut IDC könnten die Auslieferungen faltbarer iPhones bis 2027 die Marke von 17 Millionen Geräten überschreiten.
Als Cook im August 2011 die Führung bei Apple übernahm, war das Unternehmen knapp 350 Milliarden US-Dollar wert. Heute beläuft sich die Marktkapitalisierung auf rund 4 Billionen US-Dollar – sie hat sich damit mehr als verzehnfacht. Der Jahresumsatz hat sich im selben Zeitraum ungefähr vervierfacht und liegt nun bei 416 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn im Geschäftsjahr bis September 2025 erreichte 112 Milliarden US-Dollar – fast das Achtfache dessen, was Apple zu Beginn der Cook-Ära verdiente.
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Auch das Apple-Ökosystem ist stark gewachsen. 2011 waren weltweit rund 200 Millionen Apple-Geräte aktiv. Anfang 2026 hatte diese Zahl 2,5 Milliarden überschritten. Gleichzeitig erweiterte das Unternehmen seine iPhone-Produktpalette um teurere Pro- und Max-Modelle. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines iPhone stieg von 712 US-Dollar im Jahr 2011 auf 1.070 US-Dollar im Jahr 2025.
Cooks Amtszeit brachte außerdem mehrere bedeutende neue Produkte hervor. Die Apple Watch kam 2015 auf den Markt und wurde zu einem der beliebtesten Geräte im Bereich der Smartwatches. 2016 stellte Apple die AirPods vor und trug damit dazu bei, vollständig kabellose Ohrhörer zum Massenprodukt zu machen. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Umstellung des Mac von Intel-Prozessoren auf Apples eigene Chips der M-Serie. Dadurch konnte das Unternehmen die Leistung steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch senken.
Services wurden zu einer weiteren wichtigen Wachstumsquelle. Unter Cook führte Apple Apple Pay, Apple Music, TV+, Arcade, Fitness+ und weitere Abo-Produkte ein. 2011 machten Services nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. Heute erzielen sie mehr Umsatz als das gesamte Unternehmen zu Cooks Amtsantritt.
Die wichtigste Kritik an der Cook-Ära lautet, dass Apple in 15 Jahren kein weiteres Produkt von der Bedeutung des iPhone geschaffen hat. Das Unternehmen investierte jahrelang Milliarden US-Dollar in die Entwicklung eines eigenen Autos, bevor es das Projekt 2024 einstellte. Auch die Vision Pro wurde kein Massenprodukt: Das Headset erwies sich als zu teuer und zu schwer, während die Verkaufszahlen begrenzt blieben.
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Apples Rückstand bei künstlicher Intelligenz erwies sich als noch schmerzhafter. Nach dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 begann Apple, die eigene KI-Entwicklung zu beschleunigen, doch der anfängliche Start von Apple Intelligence verlief holprig. Das Unternehmen wechselte die Leitung seiner KI-Sparte und übertrug die Verantwortung für Siri neu, bevor es beschloss, den Sprachassistenten auf Basis der Google-Gemini-Technologie neu aufzubauen. Dieser Schritt frustrierte Teile von Apples eigenem KI-Team und trug zu weiteren Abgängen bei.
Gleichzeitig gab Apple deutlich weniger für KI-Infrastruktur aus als seine Konkurrenten. Die Investitionsausgaben beliefen sich im Juni-Quartal auf 2,46 Milliarden US-Dollar, während Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft für 2026 jeweils Ausgaben von mehr als 100 Milliarden US-Dollar planten. Statt eine riesige Zahl an Rechenzentren aufzubauen, konzentrierte sich Apple darauf, einige Anfragen direkt auf iPhones und Macs zu verarbeiten und komplexere Aufgaben in die Cloud auszulagern.
Das Unternehmen hatte außerdem mit Problemen bei der Gewinnung und Bindung von Talenten zu kämpfen. Hunderte ehemalige Apple-Mitarbeiter wechselten in die Hardware-Sparte von OpenAI, während Apple Teams für die Vision Pro, Gaming und immersive Videos verkleinerte. Gleichzeitig musste das Unternehmen zusätzliche Boni und Beförderungen einsetzen, um wichtige Ingenieure zu halten und weitere Abgänge zu verhindern.
Trotz dieser Rückschläge lässt sich die Cook-Ära nur schwer als schwach bezeichnen. Er schuf nichts wirklich Revolutionäres, verstand es jedoch, das von Jobs gelegte Fundament in ein deutlich größeres und profitableres Unternehmen zu verwandeln. Ein Vergleich der beiden Führungskräfte allein anhand der finanziellen Entwicklung wäre daher irreführend: Beide spielten in Apples Geschichte unterschiedliche Rollen.
Ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen ihnen ist die Größe des iPhone. 2010 machte sich Jobs öffentlich über die großen Smartphones der Konkurrenz lustig und sagte, Verbraucher würden keine Geräte wollen, die sich nur schwer mit einer Hand halten ließen. Cook erwies sich als pragmatischer. 2014 stellte Apple das iPhone 6 mit einem 4,7-Zoll-Display und das iPhone 6 Plus mit einem 5,5-Zoll-Bildschirm vor und reagierte damit effektiv auf die wachsende Nachfrage nach größeren Smartphones. Die Entscheidung zahlte sich aus: Apple verkaufte in den ersten drei Tagen mehr als 10 Millionen der neuen iPhones und stellte damit einen Unternehmensrekord auf.
Dieser Ansatz prägte einen großen Teil der Cook-Ära. Er versuchte deutlich seltener, Verbraucher davon zu überzeugen, dass sie eine völlig neue Geräteklasse benötigten, und reagierte eher auf das, wonach bereits Nachfrage bestand. Größere Bildschirme, teurere iPhone-Modelle und der Ausbau des Apple-Ökosystems ermöglichten es dem Unternehmen, weiter zu wachsen.
Daher lässt sich nicht eindeutig sagen, wer von beiden erfolgreicher war. Jobs hatte einen größeren Einfluss auf die Technologiebranche selbst und schuf Produkte, die noch heute das Fundament von Apples Geschäft bilden. Cook erwies sich als der stärkere Manager: Er übernahm das Unternehmen, das Jobs hinterlassen hatte, baute es um ein Vielfaches aus und zeigte, dass Apple auch ohne seinen Gründer weiter wachsen konnte.
Cooks wichtigstes Vermächtnis ist ein Apple, das deutlich weniger von einem einzigen Produkt abhängig ist als früher. Neben dem iPhone erzielt das Unternehmen zweistellige Milliardenumsätze mit Services, verkauft Uhren, Kopfhörer, Computer und Tablets und hat ein Ökosystem aus 2,5 Milliarden aktiven Geräten aufgebaut. Der neue CEO muss dieses Fundament nicht neu errichten, wird jedoch entscheiden müssen, wohin er es als Nächstes führt.
Apple muss gegenüber den Konkurrenten bei KI aufholen, neue Produktkategorien für den Massenmarkt finden und gleichzeitig die Position des iPhone bewahren. Cook übergibt Ternus ein deutlich größeres Unternehmen, als er selbst übernommen hat. Den nächsten Durchbruch muss jedoch der neue CEO finden.