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SpaceX baut Raketen. Bitcoin ist digitales Geld. Sie scheinen völlig unterschiedlichen Welten anzugehören, doch eine überraschende Idee verbindet sie: Beide verlangen von Investoren, an eine Zukunft zu glauben, die noch nicht existiert.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
„SpaceX und Bitcoin sind für mich im Grunde dasselbe“, sagte der erfahrene Makroinvestor Jordi Visser kürzlich gegenüber Anthony Pompliano. Er sprach weniger darüber, was sie tun, als darüber, warum Menschen bereit sind, so viel für sie zu bezahlen: In beiden Fällen hängen die heutigen Bewertungen stark von Erwartungen ab, deren Umsetzung Jahre dauern kann.
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Bei SpaceX setzen Investoren darauf, dass die heutigen Raketen- und Satellitengeschäfte letztlich eine deutlich größere Wirtschaft jenseits der Erde ermöglichen könnten. Bitcoin steht für eine andere Vision: Ein knappes digitales Asset wird zu einem zunehmend wichtigen Bestandteil des Finanzsystems.
Visser zufolge erschwert das eine konventionelle Bewertung erheblich. „Wenn etwas keine Bewertung hat, kann es weder über- noch unterbewertet sein“, sagte er. „Es ist reine Spekulation.“ Das mag insbesondere im Fall von SpaceX zu weit gehen, trifft aber den ungewöhnlich hohen Anteil an Zukunftserwartungen, der bereits in beiden Assets eingepreist ist.
SpaceX verkauft nicht einfach einen Traum vom Mars. Das Unternehmen hat bereits Kunden, Regierungsaufträge und Geschäftsbereiche, die Milliardenumsätze generieren, wobei Starlink zu einem immer wichtigeren Teil des Unternehmens wird. SpaceX verdient zudem Geld mit dem Start von Satelliten und dem Transport von Nutzlasten für gewerbliche Kunden und Regierungen.
Die schwierigere Frage lautet, was als Nächstes kommt. Starship ist darauf ausgelegt, deutlich größere Nutzlasten zu transportieren und vollständig wiederverwendbar zu sein, wodurch die Kosten für den Transport von Ausrüstung in den Orbit potenziell sinken könnten. SpaceX richtet den Blick außerdem auf orbitales Computing, während zu den langfristigen Ambitionen weiterhin der Mond und der Mars gehören.
Investoren haben daher eine konkrete Grundlage, doch ein großer Teil der Begeisterung für SpaceX beruht auf Märkten, die in zehn Jahren völlig anders aussehen könnten. Die Umsätze der heutigen Geschäftsbereiche lassen sich messen. Wie groß eine Wirtschaft rund um einen günstigen und regelmäßigen Zugang zum Weltraum letztlich werden kann, lässt sich nicht beziffern.
Bitcoin macht das Problem noch ungewöhnlicher, weil kein Unternehmen dahintersteht. Es gibt weder Umsatz noch Gewinne oder Dividenden, und kein Managementteam soll die heutige Investition morgen in höhere Erträge verwandeln.
Sein Angebot lässt sich dagegen bemerkenswert gut prognostizieren. Die Regeln von Bitcoin begrenzen die Gesamtmenge auf maximal 21 Millionen Coins, und die Neuemission nimmt im Laufe der Zeit schrittweise ab. Steigt die Nachfrage, können Miner nicht einfach mehr Coins produzieren, um sie zu bedienen.
Die Nachfrage ist der schwierige Teil. Wie viele Menschen und Institutionen werden Bitcoin letztlich besitzen wollen? Wird Bitcoin neben Gold als Wertaufbewahrungsmittel an Bedeutung gewinnen oder ein volatiles alternatives Asset bleiben?
Investoren haben zahlreiche Modelle zu diesen Fragen entwickelt – von Vergleichen mit Gold über Adoptionskurven bis hin zu On-Chain-Metriken. Doch es gibt keinen künftigen Geschäftsbericht, der ihnen irgendwann mitteilen wird, ob sie richtiglagen.
Die vielleicht interessanteste Verbindung ist tatsächlich ein enormer Unterschied zwischen beiden. SpaceX versucht, den Zugang zum Weltraum günstiger und breiter verfügbar zu machen und damit etwas äußerst Knappes in etwas Überreicheres zu verwandeln.
Wiederverwendbare Raketen sind der Kern dieser Idee. Statt wichtige Teile eines Trägers nach jedem Flug wegzuwerfen, will SpaceX sie wiederholt einsetzen, die Kosten senken und dadurch deutlich mehr Starts wirtschaftlich ermöglichen.
Bitcoin wurde rund um die gegenteilige Idee geschaffen. Egal, wie populär Bitcoin wird – sein maximales Angebot steigt nicht. Wenn mehr Investoren Bitcoin kaufen wollen, müssen sie um denselben begrenzten Coin-Bestand konkurrieren.
Der Kontrast ist nahezu symmetrisch. SpaceX versucht, Wert zu schaffen, indem der Zugang zu etwas Knappem breiter verfügbar wird, während Bitcoin einen großen Teil seiner Attraktivität daraus bezieht, dass seine eigene Knappheit nicht verschwinden kann. Beide hängen jedoch von derselben Unbekannten ab: ob letztlich genügend Menschen das wollen werden, was sie ermöglichen.
Der Börsenstart von SpaceX zeigte eindrucksvoll, wie groß der Appetit der Investoren auf ambitionierte Technologie-Wetten ist. Der IPO zog Orders im Wert von mehr als 250 Mrd. $ für ein anfängliches Angebot von 75 Mrd. $ an, während KI-Unternehmen und Infrastrukturprojekte weiterhin enorme Kapitalbeträge anziehen.
Auch Bitcoin hat wieder an Dynamik gewonnen. Der Kurs ist in den vergangenen drei Monaten um mehr als 40 % gestiegen, während US-Spot-Bitcoin-ETFs in der Woche bis zum 25. Sept. 2,4 Mrd. $ anzogen – der stärkste wöchentliche Mittelzufluss seit beinahe einem Jahr. Dadurch kehrten ihre Nettozuflüsse für 2026 in den positiven Bereich zurück, nachdem sie im Juli fast 5,8 Mrd. $ im Minus gelegen hatten.
Die beiden konkurrieren nicht unbedingt um dasselbe Geld, aber um die Aufmerksamkeit der Investoren. Diese Aufmerksamkeit kann sich bemerkenswert schnell zwischen Krypto, KI und anderen aufstrebenden Technologien verlagern. Die jüngste Erholung von Bitcoin zeigt, dass die Begeisterung für eine Zukunftsvision nicht zwangsläufig auf Kosten einer anderen gehen muss.
SpaceX-Investoren können bei einem bestehenden Geschäft beginnen und anschließend zunehmend ambitionierte Annahmen darüber treffen, wie groß es werden könnte. Bitcoin-Investoren wissen genau, wie knapp das Asset sein wird, müssen aber schätzen, wie viel Nachfrage diese Knappheit anziehen wird.
Keine der beiden Zukünfte lässt sich heute mit großer Sicherheit prognostizieren. Weitere Fortschritte bei wiederverwendbaren Raketen könnten Märkte schaffen, die heute noch unwahrscheinlich klingen – ebenso wie eine breitere Akzeptanz Bitcoin eine deutlich größere Rolle im globalen Finanzwesen verschaffen könnte.
Das ist möglicherweise der stärkste Aspekt von Vissers ungewöhnlichem Vergleich. SpaceX fordert Investoren auf, sich vorzustellen, was geschieht, wenn der Zugang zum Weltraum alltäglich wird. Bitcoin fordert sie auf, sich vorzustellen, was geschieht, wenn digitale Knappheit wertvoll genug wird, um über Jahrzehnte hinweg relevant zu sein.