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Ledger bestätigte ein unbefugtes Hardware-Implantat in einem Kundengerät, das mit Kryptoverlusten von mehr als 86 Mio. $ in Verbindung steht. Dies offenbart eine schwerwiegende Schwachstelle in der Lieferkette von Hardware-Wallets. Weitere Untersuchungen des südostasiatischen Resellers CryptoBilis werden Aufschluss über die Risiken physischer Manipulationen und Möglichkeiten geben, Cold Wallets wieder als sicherste Methode zur Kryptoverwahrung zu etablieren.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Ledgers Bestätigung eines unbefugten Hardware-Implantats hat zahlreiche verborgene Probleme bei seinen Wallets offengelegt. Die größten Risiken betreffen Käufer, die Geräte über den südostasiatischen Reseller CryptoBilis erworben haben. Ledger erklärt, dass seine Systeme keine Schwachstellen aufweisen. Blockchain-Analysten von Bitquery bezifferten die aus 315 Wallets auf Tron, Bitcoin, Ethereum, BNB Chain, Polygon und Solana entwendete Summe auf rund 93,2 Mio. $. Tether fror rund 10 Mio. USDT in Zusammenhang mit dem Vorfall ein. Ledger hat diese Zahlen bislang nicht bestätigt.
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Am 10. Oktober veröffentlichte Ledger Support ein Lageupdate mit folgender Erklärung:
„Ledger kann bestätigen, dass eines der Geräte betroffener Nutzer ein unbefugtes Hardware-Implantat enthielt.“
Das Unternehmen arbeitet mit Behörden und dem Sicherheitskollektiv SEAL 911 zusammen. Es hat CryptoBilis aufgefordert, sämtliche Verkäufe von Hardware-Wallets einzustellen.
„Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Sicherheitsinfrastruktur, Systeme oder Dienste von Ledger kompromittiert wurden“, hieß es weiter.
Forscher beschreiben eine ausgeklügelte physische Modifikation, die weder einen Software-Exploit noch eine Kompromittierung eines Secure Elements erforderte. Der ehemalige Mt.-Gox-Chef Mark Karpelès untersuchte einen in Malaysia erworbenen Ledger Nano X und entdeckte eine kleine Platine.
„Mein mit einem Spionage-Implantat versehener Ledger stammte aus Malaysia und hatte eine makellose Schrumpffolie“, schrieb er. „Selbst beim Öffnen sieht man das Implantat zunächst nicht, da es geschickt dort verborgen ist, wo eigentlich die Polsterung des Displays sein sollte.“
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Das Implantat umfasst typischerweise einen Mikrocontroller, ein Mobilfunk- oder LTE-Modul, eine eSIM und eine Antenne. Wenn das Gerät bei der Ersteinrichtung die Wiederherstellungsphrase mit 24 Wörtern generiert, kann das Modul die Wörter aus dem Pixelstrom rekonstruieren und über das Mobilfunknetz übertragen. Da das Secure Element unverändert echt bleibt, besteht auch Ledgers „Genuine Check“. Ein typischer Nutzer hat daher kaum eine Chance, das Problem zu erkennen.
Ledger erklärte, dass sich der Vorfall auf Geräte beschränkt, die über CryptoBilis verkauft wurden, einen autorisierten Reseller in Indonesien, Malaysia und den Philippinen. Derzeit gibt es keine Fälle, die Probleme mit Geräten zeigen, die direkt im eigenen Store von Ledger gekauft wurden. Das Unternehmen weist darauf hin, dass keine globale Lieferkette vor Abfangen geschützt ist, sobald Produkte das Werk verlassen. Die ehemaligen Mitgründer von CryptoBilis erklärten, das Unternehmen habe Anfang 2026 den Eigentümer gewechselt, und machten daher geltend, für diese Abflüsse nicht verantwortlich zu sein.
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Das Muster der On-Chain-Aktivität zeigt, dass mehrere Wallets innerhalb von Sekunden denselben Spender autorisierten. Dies belegt, dass es sich um Fälle koordinierten Zugriffs auf private Schlüssel und nicht um einzelne Phishing-Versuche handelt. Ledger hat jedoch nicht jede geleerte Adresse mit einem bestätigten Implantat in Verbindung gebracht, da die interne Untersuchung fortgesetzt wird.
Hardware-Analysten haben festgestellt, dass das Modul unverschlüsselten Display-Datenverkehr passiv überwacht, ohne das Secure Element anzugreifen. Spätere Versionen reduzierten laut Karpelès und Tibane Labs die sichtbare Verkabelung. Dadurch blieb die ursprüngliche Batterie erhalten und das Gerät bestand eine oberflächliche Prüfung. Die Experten haben neue Videoanleitungen vorgestellt, mit denen Nutzer ihre Geräte überprüfen können.
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Der Chief Information Security Officer von SlowMist erklärte, ein solches Modul könne Wiederherstellungsphrasen protokollieren. Ein vollständiges Verständnis der wesentlichen Ursachen erfordere jedoch weitere Untersuchungen. Der Skandal führte zudem zu neuen Phishing-Versuchen: Gefälschte Ledger-Websites und -Apps erschienen in den Suchergebnissen. Vertreter von Ledger erinnerten daran, dass das Unternehmen niemals nach der 24-Wörter-Phrase eines Nutzers fragen wird.
Hardware-Wallets gelten traditionell als Goldstandard der Selbstverwahrung, da private Schlüssel das Gerät nicht verlassen. Dieser Skandal zeigt jedoch eine neue Art von Risiko, die auf der Vertriebsebene entstehen kann. Ledger erklärt, es arbeite an „weiteren, verbesserten Lösungen gegen Manipulationen“, und rät Nutzern, ausschließlich über offizielle Kanäle zu kaufen und die Wallets vor der Einrichtung visuell zu prüfen.
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Forensische Untersuchungen werden das vollständige Ausmaß der Verluste aufzeigen, da mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Fälle noch nicht dokumentiert sind. Daher empfehlen wir, jedes Gerät aus dem betroffenen Vertriebskanal als potenziell kompromittiert zu behandeln. Wenn Gelder gefährdet sein könnten, erstellen Sie eine neue Seed Phrase auf einer vertrauenswürdigen (neuen) Wallet.