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Die SEC hat das Genehmigungsverfahren für die Auflegung von Kryptowährungs-ETFs vereinfacht und Hunderte von Anträgen freigegeben, die aufgrund des Stillstands der Regierung verzögert wurden. Diese Verschiebung erfolgt inmitten von Rekordabflüssen aus Krypto-Spotfonds. Dennoch sagen Analysten, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist - die Anleger verlagern einfach ihre Aufmerksamkeit auf andere Arten von Produkten.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der längste Regierungsstillstand in der Geschichte der USA, der vom 1. Oktober bis zum 12. November andauerte, brachte die Arbeit der Securities and Exchange Commission (SEC) zum Stillstand und fror Hunderte von Registrierungsverfahren ein. Während dieses Zeitraums sammelten sich mehr als 900 Anmeldungen im System an, darunter auch Kryptowährungs-ETFs, die ursprünglich im Oktober starten sollten. Da die Aufsichtsbehörde nicht in der Lage war, die Dokumente zu prüfen, befand sich der Markt in der Schwebe: Die Produkte waren fertig, aber der bürokratische Engpass verhinderte, dass sie die Anleger erreichten.
Als der Betrieb wieder aufgenommen wurde, gab die SEC technische Leitlinien heraus, die die Art und Weise der Bearbeitung solcher Einreichungen ändern. Die Kommission bestätigte, dass Dokumente, die während des Stillstands eingereicht wurden, automatisch in Kraft treten können, wenn der Emittent keine Aufschubklausel vorgesehen hat. Außerdem können Unternehmen nun eine beschleunigte Prüfung beantragen und müssen die Formulare nicht erneut einreichen, selbst wenn bestimmte Informationen fehlen.
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Durch diese Änderungen wurde der regulatorische Engpass effektiv beseitigt und die Pipeline neuer Fonds konnte wieder in Gang kommen. Im November waren bereits mehrere verspätete Produkte auf den Markt gekommen, darunter neue ETFs verschiedener Vermögensverwalter. Am bemerkenswertesten war der erste XRP-Spot-ETF von Canary Capital, dessen Nasdaq-Notierung dank des Mechanismus der automatischen Wirkung genehmigt wurde.
Die Beschleunigung der Regulierungsverfahren fiel mit einer der turbulentesten Zeiten für Kryptowährungs-ETFs zusammen. Am 13. November verzeichneten Bitcoin-Spotfonds die zweitgrößten Tagesabflüsse in der Geschichte, wobei Anleger fast 870 Millionen Dollar abzogen. Die größten Verluste waren bei Produkten von Grayscale und Fidelity zu verzeichnen, und das verwaltete Gesamtvermögen fiel erneut unter die 60-Milliarden-Dollar-Marke.
Der Druck setzte sich am nächsten Tag fort: Am 14. November verließen weitere 492 Millionen Dollar den Markt. Insgesamt beliefen sich die Abflüsse an den beiden Tagen auf über 1,36 Mrd. USD - eine der dramatischsten Verkaufsepisoden seit der Einführung von Bitcoin-Spot-ETFs in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig fiel Bitcoin unter die 100.000-Dollar-Marke, was die Ängste der Fondsinhaber verstärkte und den Markt kurzfristig volatiler machte.
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Trotz der auffälligen Zahlen führen Analysten die Bewegung größtenteils auf die globale Marktstimmung zurück und nicht auf grundlegende Probleme mit Kryptowährungs-ETFs. Angesichts der makroökonomischen Unsicherheit und der wachsenden Nachfrage nach risikoärmeren Vermögenswerten haben sich einige Anleger dafür entschieden, ihr Engagement zu reduzieren. Dennoch untergräbt dies nicht die strukturelle Nachfrage, die sich im vergangenen Jahr gebildet hat.
Die Harvard University bietet ein aufschlussreiches Gegenbeispiel. Im dritten Quartal hat die Institution ihre Position in BlackRocks Bitcoin-ETF mehr als verdreifacht und ihre Bestände auf 6,8 Millionen IBIT-Anteile im Wert von rund 443 Millionen Dollar erhöht. Laut Eric Balchunas von Bloomberg ist ein solcher Schritt sehr ungewöhnlich für Investmentfonds von Universitäten, die traditionell ETFs meiden und neue Finanzinstrumente nur langsam annehmen. Diese Ausweitung sei "die beste Bestätigung, die ein ETF bekommen kann", sagte er.
Inmitten der starken Abflüsse und der Marktvolatilität wird ein anderer und dauerhafterer Trend immer deutlicher: Die Anleger wenden sich von Kryptoprodukten mit nur einem Vermögenswert ab und wenden sich diversifizierten indexbasierten ETFs zu. Diese Verschiebung wurde von Will Peck, Head of Digital Assets bei WisdomTree, hervorgehoben. Er ist der Meinung, dass Multi-Asset-Krypto-Körbe "die nächste Welle der Akzeptanz" darstellen könnten, da sie ein breites Engagement in dem Sektor bieten, ohne dass man raten muss, welche der "nächsten zwanzig Token" sich besser entwickeln werden.
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Peck weist darauf hin, dass Kryptowährungen keine einheitliche Anlageklasse sind, sondern eine Sammlung verschiedener technologischer Systeme mit unterschiedlichen Renditefaktoren. Während Token korreliert erscheinen mögen, reagieren sie auf unterschiedliche Marktkräfte. Folglich hilft ein indexbasierter Ansatz, das idiosynkratische Risiko zu reduzieren, was den Markteintritt ausgewogener macht - insbesondere für Neulinge, die Bitcoin verstehen, aber noch nicht bereit sind, Dutzende von Einzelprojekten zu analysieren.
Die Branche ist bereits dabei, sich auf diese Veränderung einzustellen. In den letzten Monaten haben 21Shares, Hashdex und andere Emittenten ihr Angebot an Multi-Asset-ETFs erweitert und dabei von der schnelleren und flexibleren Vorgehensweise der SEC bei der Genehmigung solcher Produkte profitiert. Aktualisierte Börsenzulassungsregeln erleichtern auch die Einführung von indexbasierten Lösungen und positionieren sie als die nächste logische Stufe in der Entwicklung des Krypto-ETF-Marktes.
Die regulatorischen Änderungen, die von der SEC nach dem Shutdown eingeführt wurden, öffnen die Tür zu einem flexibleren und berechenbareren Umfeld für Kryptowährungs-ETFs. Obwohl der Markt große Abflüsse erlebt hat, sind diese Bewegungen eher an die allgemeinen makroökonomischen Bedingungen als an das schwindende Interesse an den Instrumenten selbst gebunden. Große institutionelle Akteure - darunter auch Harvard - erhöhen ihr Engagement auch in Zeiten erhöhter Volatilität weiter.
Das Wichtigste ist, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger von Einzelwertfonds auf indexbasierte Lösungen verlagert, die die technologische Vielfalt des Kryptosektors besser widerspiegeln. Diese Produkte werden die Haupttreiber der nächsten Wachstumsphase sein. Mit den aktualisierten Regeln der SEC wird ihre Einführung einfacher, und der Wettbewerb zwischen den Emittenten wird sich verschärfen.
Letztlich verliert der Markt nicht an Schwung, sondern gewinnt neue Grundlagen. Krypto-ETFs durchlaufen einen natürlichen Übergang, der die Branche reifer, widerstandsfähiger und vielfältiger machen wird.