UN-Auswahlprozess gerät durch Streit um Generalsekretärsposten unter Druck

UN-Auswahlprozess gerät durch Streit um Generalsekretärsposten unter Druck
UN-Auswahl unter Druck

Im Ringen um die Nachfolge an der Spitze der Vereinten Nationen verschärft sich in New York der Konflikt über das Auswahlverfahren. Annalena Baerbock gerät dabei zwischen die Interessen der Vetomächte, weil sie auf zusätzliche Anhörungen aller Kandidaten vor der entscheidenden Phase im Sicherheitsrat dringt.

Das Wichtigste

  • Baerbock fordert, dass alle Kandidaten für den UN-Generalsekretärsposten vor der Generalversammlung sprechen, bevor der Sicherheitsrat entscheidet.
  • Sowohl die U.S. als auch Russland werfen Baerbock im UN-Sicherheitsrat Kompetenzüberschreitung im Auswahlprozess für die Nachfolge vor.
  • Spekulationen über Donald Trumps Einfluss verstärken sich, nachdem eine als Trump-Vertraute geltende ecuadorianische Kandidatin von Tonga nominiert wurde.

Streit über Verfahren bei der UN-Nachfolge

Wie BILD unter Berufung auf UN-Kreise berichtet, werfen sowohl die U.S. als auch Russland Baerbock im UN-Sicherheitsrat Kompetenzüberschreitung vor. Im Mittelpunkt steht demnach die Frage, ob alle 193 Mitgliedstaaten Bewerber für den Posten des UN-Generalsekretärs anhören können, bevor der Sicherheitsrat in seine entscheidende Auswahlrunde geht.

Baerbock pocht den Angaben zufolge darauf, dass kein Kandidat berücksichtigt wird, ohne zuvor vor der Generalversammlung gesprochen zu haben. Damit stellt sie sich gegen ein Vorgehen, das ständige Mitglieder des Sicherheitsrats offenbar lieber in vertraulichen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen halten wollen.

Auslöser der Zuspitzung sind mehrere kurzfristige Bewerbungen. Besonders aufmerksam wird demnach eine vom Königreich Tonga am Montag nominierte 75-jährige Kandidatin aus Ecuador verfolgt, eine frühere Botschafterin in Washington, die als Trump-Vertraute gilt. Weil sie nicht rechtzeitig zu einer Anhörung des Sicherheitsrats kommen konnte, setzt Baerbock für Freitagmorgen eine eigene Anhörung an und bekräftigt diese Linie zusätzlich in einem Brief an den Sicherheitsrat.

Machtkampf mit möglicher geopolitischer Wirkung

In UN-Kreisen gilt der öffentliche Druck auf Baerbock laut dem Bericht vor allem als Teil eines Machtspiels um die Kontrolle des Auswahlprozesses. Dass Russland sie angreift, überrascht vor dem Hintergrund des angespannten Verhältnisses seit dem Ukraine-Krieg kaum, politisch brisanter ist jedoch, dass auch die U.S. ihr Vorgehen kritisch sehen sollen.

Zusätzliche Spekulationen löst ein möglicher Einfluss von Donald Trump auf die Nachfolgefrage aus. Die New York Post berichtete im Juli, Trump wolle FIFA-Präsident Gianni Infantino als neuen UN-Generalsekretär sehen; vor zwei Tagen wurden diese Berichte erneut aufgegriffen. Bei den Vereinten Nationen vermuten manche deshalb, dass ein komplizierteres Verfahren am Ende einem alternativen Kandidaten nützen könnte.

In unserem früheren Artikel zur USD/CHF-Entwicklung haben wir die jüngste Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken und das klar bärische technische Bild beleuchtet. Im Mittelpunkt standen wichtige Unterstützungs- und Widerstandszonen sowie der Hinweis, dass trotz überverkaufter Indikatoren ohne neue fundamentale Impulse vor allem die Marke um Fr.0,811 entscheidend bleibt.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.