Leuna-Polyamid stellt Betrieb ein, Sachsen-Anhalt übernimmt Sicherung des Chemie-Areals
Am Chemiestandort Leuna verschärft sich die Krise, nachdem das Insolvenzverfahren über die Leuna-Polyamid GmbH eröffnet wird und die Anlagen nun stillgelegt werden. Für rund 440 Beschäftigte bedeutet das Kündigungen im Oktober, während das Land Sachsen-Anhalt wegen offener Sicherheits- und Umweltfragen eingreifen muss.
Das Wichtigste
- Das Amtsgericht Halle/Saale eröffnet das Insolvenzverfahren über Leuna-Polyamid GmbH, nachdem die Investorensuche gescheitert ist und die Stilllegung im Oktober beginnt.
- Für rund 440 Beschäftigte werden im Oktober die Kündigungen ausgesprochen, das Arbeitsverhältnis endet Ende Januar und sie helfen bis dahin bei der Stilllegung.
- Sachsen-Anhalt übernimmt die Sicherung und Überwachung des Chemie-Areals, da die Insolvenzmasse nicht für Rückbau und vollständige Stilllegung ausreicht.
Insolvenzverfahren und Stilllegung der Anlagen
Wie BILD.de berichtet, eröffnet das Amtsgericht Halle/Saale das Insolvenzverfahren über die Leuna-Polyamid GmbH, nachdem die Suche nach einem Investor erfolglos bleibt. Die letzten Produkte verlassen die Anlage in den ersten Oktobertagen, danach werden die Industrieanlagen gesichert, entleert und gereinigt.Für die rund 440 Beschäftigten sollen die Kündigungen im Oktober ausgesprochen werden, das Arbeitsverhältnis endet Ende Januar. Bis dahin helfen die Mitarbeiter noch bei der Stilllegung der Anlagen und werden aus der Insolvenzmasse bezahlt.
Noch Anfang September hatte die Firmenleitung auf eine Fortführung gehofft. Die Bemühungen um einen Käufer für das Unternehmen in Leuna scheitern jedoch endgültig, womit für den Nylon-Hersteller keine Zukunftsperspektive mehr bleibt.
Belastung für Sachsen-Anhalt und den Chemiestandort
Nach Angaben des Insolvenzverwalters reicht das Geld in der Insolvenzmasse nicht aus, um die vollständige Stilllegung und den Rückbau des großen Chemie-Areals zu finanzieren. Deshalb werden große Teile der Immobilien und Anlagen aus der Insolvenzmasse freigegeben, wodurch die Verantwortung für die Gefahrenabwehr auf das Land Sachsen-Anhalt übergeht.Das Land muss nun sicherstellen, dass von den stillgelegten Anlagen keine Gefahren für Sicherheit und Umwelt ausgehen. Auch die Überwachung des Stilllegungsbetriebs übernimmt Sachsen-Anhalt.
Die Leuna-Polyamid GmbH hatte erst im April den Geschäftsbetrieb der bereits insolventen DOMO Caproleuna GmbH übernommen. Der Neustart misslingt jedoch, nachdem nach Unternehmensangaben stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten infolge des Iran-Krieges die wirtschaftliche Lage massiv verschärfen; am 17. Juni beantragt die Geschäftsführung Insolvenz.
In unserem früheren Artikel über die Stilllegung der Brauerei Eichbaum in Mannheim haben wir berichtet, dass die Produktion nach gescheiterter Sanierung und Insolvenz unter Eigenverwaltung zum 30. September endgültig endet und der Geschäftsbetrieb spätestens bis Jahresende ausläuft. Wir erläuterten außerdem, dass trotz Werksschließung die Marke durch eine Übernahme und eine neue Vertriebsgesellschaft im Handel erhalten bleiben soll und die Beschäftigten von den Maßnahmen betroffen sind.
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