USA nehmen ausländische Partner ins Visier, die den Handel mit Iran aufrechterhalten

USA nehmen ausländische Partner ins Visier, die den Handel mit Iran aufrechterhalten
USA erhöhen den Sanktionsdruck auf Irans Handelspartner

​Die Trump-Regierung weitet ihre Kampagne gegen Iran aus und droht ausländischen Unternehmen, Banken und Regierungen, die Teherans Handels- und Finanznetzwerke weiterhin unterstützen, mit Strafen. Die Strategie könnte einige der größten Wirtschaftspartner Irans, insbesondere China, zunehmend unter Druck setzen, sich zwischen Geschäften mit Teheran und dem Zugang zum US-Finanzsystem zu entscheiden.

Das Wichtigste

  • Washington weitet den Druck über iranische Akteure hinaus auf ausländische Partner aus.
  • China ist aufgrund seiner Käufe iranischen Öls am stärksten betroffen.
  • Der Irak und die Türkei bleiben aufgrund ihrer Energieabhängigkeit verwundbar.
  • Die VAE haben bereits Schritte unternommen, um die Geschäftsbeziehungen zu Teheran abzubrechen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Im Rahmen der als Operation Economic Outcast bekannten Initiative will Washington Ländern und Unternehmen Fristen setzen, um Aktivitäten einzustellen, die nach Ansicht der USA Iran unterstützen, bevor Sekundärsanktionen verhängt werden, berichtet CNBC. Der Druck erstreckt sich über den Ölsektor hinaus auf Schifffahrt, Banken, Luftfahrt, Technologie, Gold und digitale Vermögenswerte. Zugleich haben die USA bereits Dutzende mit Iran verbundene Unternehmen, Personen und Schiffe sanktioniert.

China stellt die größte Herausforderung dar

China ist mit Abstand das wichtigste Ziel. Nach Schätzungen der USA entfallen rund 90 % der iranischen Ölexporte auf China. Der offizielle bilaterale Handel erreichte 2025 ein Volumen von 9,96 Milliarden US-Dollar. Nicht darin enthalten sind schätzungsweise 31,2 Milliarden US-Dollar an iranischen Rohöllieferungen, die nicht im gemeldeten Handelsvolumen erfasst wurden.

Ein großer Teil dieses Öls ging an unabhängige chinesische Raffinerien. Die Transaktionen wurden häufig über Vermittler und außerhalb des US-Dollar-Systems abgewickelt. Washington hat bereits einige in China ansässige Unternehmen sanktioniert, die am Iran-Geschäft beteiligt sind. Eine Ausweitung des Drucks auf große chinesische Finanzinstitute hätte jedoch weitaus größere wirtschaftliche und diplomatische Folgen.

Andere Länder sind mit unterschiedlichen Verwundbarkeiten konfrontiert. Die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichneten 2024 einen bilateralen Handel mit Iran von rund 28 Milliarden US-Dollar, haben inzwischen jedoch Schritte eingeleitet, um den Handel und Finanztransaktionen mit Teheran einzustellen. Die Türkei meldete 2024 ein Handelsvolumen mit Iran von 5,7 Milliarden US-Dollar und bleibt aufgrund ihrer Erdgasimporte exponiert.

Der Irak ist besonders verwundbar, da er auf iranische Energie angewiesen ist. Der bilaterale Handel überstieg 2025 die Marke von 10 Milliarden US-Dollar. Bagdad zahlte historisch gesehen jährlich rund 4 bis 5 Milliarden US-Dollar für iranisches Gas, das zur Stromerzeugung genutzt wird. Indien verzeichnete im Geschäftsjahr bis März 2026 unterdessen einen bilateralen Handel von rund 1,6 Milliarden US-Dollar und nahm kürzlich begrenzte Käufe iranischen Rohöls wieder auf.

Sanktionen könnten den regionalen Handel neu gestalten

Die Kampagne ist deshalb von Bedeutung, weil ihre Wirksamkeit weniger von zusätzlichen Beschränkungen innerhalb Irans abhängen wird als davon, ob Washington Drittstaaten dazu bewegen oder zwingen kann, diese durchzusetzen. Die Strategie des Finanzministeriums zielt ausdrücklich auf die internationalen Netzwerke, über die Iran Einnahmen aus dem Ölgeschäft erzielt, Gelder transferiert und den Zugang zum globalen Handel aufrechterhält.

China ist der entscheidende Test. Ein aggressives Vorgehen gegen chinesische Banken oder Raffinerien könnte eine wichtige Einnahmequelle Irans schwächen, zugleich aber die fragile Handelsbeziehung zwischen den USA und China belasten. Der Irak und die Türkei stehen vor unmittelbareren energiepolitischen Herausforderungen, während die VAE bereits eine wichtige Route Irans in das internationale Finanzsystem eingeschränkt haben.

Das Ergebnis könnte darüber entscheiden, ob Sekundärsanktionen Teheran tatsächlich weitgehend isolieren oder stattdessen die Entwicklung von Handels- und Zahlungskanälen beschleunigen, die Washington umgehen sollen.

Zuvor berichteten wir, dass die USA ihre Sanktionen gegen Irans Kryptosektor wegen Ölzahlungen in Höhe von über 100 Millionen US-Dollar ausweiten.

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