EBRD-gestützte Verlagerung ermöglicht TM Ideyka, die Produktion in der Ukraine nach Kalush zu verlegen

EBRD-gestützte Verlagerung ermöglicht TM Ideyka, die Produktion in der Ukraine nach Kalush zu verlegen
Ideyka verlagert Produktion nach Kalush

Der ukrainische Hersteller von Kreativ- und Freizeitprodukten TM Ideyka hat seine Produktion von Dnipro in die westukrainische Stadt Kalush verlegt, da kriegsbedingte Risiken den Betrieb am ursprünglichen Standort zunehmend erschweren. Die vom EBRD und seinem Small Business Impact Fund unterstützte Verlagerung hilft dem Unternehmen, die Produktion aufrechtzuerhalten, seine Belegschaft neu aufzubauen und näher an den europäischen Exportmärkten zu expandieren.

Das Wichtigste

  • TM Ideyka verlagert die Produktion wegen Sicherheitsrisiken von Dnipro in eine neue 4.000 Quadratmeter große Produktionsstätte in Kalush, die im August 2024 den Betrieb aufnimmt.
  • Mit Unterstützung des EBRD und des Small Business Impact Fund erhält das Unternehmen ein Drittel seiner wichtigsten Verlagerungskosten zurück. So bewältigt es logistische Herausforderungen und den Personalengpass, nachdem weniger als 10 Prozent der Mitarbeiter umgezogen sind.
  • Die Produktionskapazität liegt bei mehr als 320.000 Einheiten pro Monat. Gleichzeitig steigt die kriegsbedingte Nachfrage, die Exporte nach Europa über Polen nehmen zu und das Unternehmen konzentriert sich auf den Ausbau seiner Präsenz in Märkten wie Deutschland.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Unterstützung bei der Verlagerung und Neustart der Produktion

Wie der EBRD berichtet, erhält TM Ideyka im Rahmen des Ukraine-Programms der Bank Unterstützung bei der Verlagerung, nachdem der umfassende Krieg eine sichere und stabile Produktion in Dnipro zunehmend erschwert. Das von Kiddi-Co PE betriebene und 2007 von Olena Yelahina gegründete Unternehmen verlagert seine Fertigung nach Kalush in der Westukraine, wo im August 2024 alle Produktionsabteilungen den Betrieb aufnehmen.

Der Umzug folgt auf wachsenden Sicherheits- und Geschäftsdruck. Die Anlagen von Kiddi-Co in Dnipro befinden sich in der Nähe der Eisenbahninfrastruktur und unweit von Gebieten, die bereits zweimal schwerem Beschuss ausgesetzt waren. Zugleich sind einige europäische Partner zunehmend zurückhaltend, mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das so nahe an der Front liegt.

Mit Unterstützung des EBRD und seines Small Business Impact Fund erhält das Unternehmen später ein Drittel seiner wichtigsten Verlagerungskosten zurück. Dazu gehören die Suche nach neuen Räumlichkeiten und deren Vorbereitung, der Transport und die Installation von Anlagen sowie die Einrichtung technischer Systeme und Produktionsprozesse.

Die Personalbesetzung bleibt eine große Herausforderung, da weniger als 10 Prozent der Produktionsmitarbeiter nach Kalush umziehen. Das Unternehmen baut einen Großteil seiner Belegschaft vor Ort neu auf. Dabei kommt ihm zugute, dass nach der Schließung eines großen petrochemischen Werks erfahrene Fachkräfte verfügbar sind. Die umgezogenen Mitarbeiter unterstützen vorübergehend die Einarbeitung neuer Beschäftigter.

Kapazität, Exporte und Nachfrage während des Krieges

TM Ideyka betreibt inzwischen eine automatisierte Produktionsstätte mit 4.000 Quadratmetern und einer Kapazität von mehr als 320.000 Einheiten pro Monat. Der neue Standort hilft dem Unternehmen, sicherere Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Produktion ohne Unterbrechungen aufrechtzuerhalten, die Logistik zu optimieren, näher an die Exportmärkte heranzurücken sowie seinen Kundenstamm zu sichern und auszubauen.

Das Unternehmen entwickelt sich vom Vertrieb von Schreibwaren und Kinderartikeln zu einem Hersteller von Malen-nach-Zahlen-Sets, Diamond-Mosaiken, Acrylfarben, Leinwänden, Puzzles und gedruckten Kinderzeitschriften. 2014 bringt es die ersten in der Ukraine hergestellten Malen-nach-Zahlen-Sets auf den Markt und baut später eine vollständige Produktion, Zertifizierungen zur Produktsicherheit und die Marke Green Crane auf. Das Unternehmen bezeichnet sich als den größten Hersteller von Malen-nach-Zahlen-Sets in Osteuropa.

Während des Krieges steigen die Umsätze, da Verbraucher sich kreativen Aktivitäten zuwenden, um zur Ruhe zu kommen, und die Nachfrage nach patriotischen Malen-nach-Zahlen-Sets stark zunimmt. Das Unternehmen baut zudem seine Exporte aus, wickelt europäische Bestellungen über seinen Betrieb in Polen ab und stärkt seine Präsenz in Märkten wie Deutschland. Gleichzeitig modernisiert es seine Website-Infrastruktur, um das internationale Wachstum zu unterstützen.

Künftig plant Kiddi-Co, die Produktionskapazität zu erhöhen, seine Marke im Ausland zu stärken, die Qualitätsstandards durch Zertifizierungen zu verbessern und die Produktion umweltverträglicher zu gestalten.

In unserem früheren Artikel über die zunehmenden Risiken staatlicher Kreditaufnahme haben wir erläutert, wie anhaltende geopolitische Spannungen und hohe Staatsausgaben in einem Umfeld höherer Zinsen die öffentlichen Finanzen belasten und die Refinanzierungsbedingungen verschlechtern können. Außerdem haben wir darauf hingewiesen, dass der Russland-Ukraine-Krieg und andere Konflikte Energie- und Lebensmittelpreisschocks ausgelöst haben, die den Inflationsdruck hoch halten und Regierungen – insbesondere in Schwellen- und Frontier-Märkten – weniger fiskalischen Spielraum lassen.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.