Microsoft testet die wichtige Unterstützung bei 520 $, während Tech-Aktien weiter nachgeben
MSFT notiert am 30. Oktober bei rund 522 $ und versucht, sich nach einer weiteren Verkaufswelle im Technologiesektor zu stabilisieren. Im 1-Stunden-Chart setzt die Microsoft-Aktie ihre Korrektur nach den Oktoberhochs nahe 550 $ fort. Jüngste Erholungsversuche in Richtung 530–540 $ stießen erneut auf Verkaufsdruck.
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Nasdaq-Abverkauf wiegt schwerer als starke Quartalsergebnisse
Hauptgrund für den Druck war die weitere Verschlechterung am US-Aktienmarkt: Nach dem gestrigen Einbruch der Alphabet-Aktie um 12,6 % reagierten Anleger negativ auf die Quartalsergebnisse von Amazon und Intel. Dadurch verloren die Nasdaq-100-Futures heute mehr als 2 %, während die S&P-500-Futures um rund 1 % nachgaben.
Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern übertraf Microsoft die Erwartungen deutlich. Doch selbst starke Geschäftszahlen konnten die Aktie nicht vollständig vor dem breit angelegten Abbau von Positionen im Technologiesektor schützen. Das deutet darauf hin, dass die aktuelle Korrektur bei MSFT eher auf eine marktweite Neubewertung der KI-Unternehmen zurückzuführen ist als auf eine direkte Verschlechterung der Fundamentaldaten des Konzerns.
Anleiheemission über 25 Mrd. $ wirft Fragen zu Finanzierungskosten auf
Die wichtigste Unternehmensmeldung der vergangenen 24 Stunden war die Festlegung der Konditionen für Microsofts Anleiheemission über 25 Mrd. $, die das Unternehmen am 29. Oktober offiziell angekündigt hatte. Anders als bei früheren Berichten über eine mögliche Kapitalaufnahme sind die konkreten Konditionen nun bekannt: Microsoft wird zehn Tranchen vorrangiger unbesicherter Anleihen begeben, darunter acht Tranchen mit festem und zwei mit variablem Zinssatz.
Die Laufzeiten reichen von November 2028 bis November 2066. Die Rendite der am längsten laufenden 40-jährigen Anleihen beträgt 6,35 %, während die zehnjährigen, 2036 fälligen Anleihen mit 5,55 % rentieren. Der Abschluss der Emission wird für den 4. November erwartet. Die Erlöse sind für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen, darunter Investitionen, Betriebskapital, Übernahmen und Aktienrückkäufe.
Besonders an dieser Emission ist, dass Microsoft an den Anleihemarkt zurückkehrt, nicht weil es an operativer Liquidität mangelt, sondern um sein umfangreiches Infrastrukturprogramm flexibler zu finanzieren. Für Anleger wirft die Emission jedoch eine neue Frage zu den künftigen Schuldendienstkosten auf: Selbst ein Unternehmen mit der höchsten Bonität muss sich langfristig zu vergleichsweise hohen Zinssätzen finanzieren. Daher achtet der Markt zunehmend nicht nur auf das Wachstum von Azure, sondern auch darauf, ob neue Rechenzentren Renditen erzielen können, die über den Kosten des Fremdkapitals liegen.
Ein Bruch der Unterstützung könnte die Korrektur beschleunigen
Obwohl die langfristigen Aussichten für MSFT weiterhin positiv sind, könnte die Unterstützung im Bereich von 520 $ kurzfristig unterschritten werden. Das könnte einen Rückgang in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 500 $ auslösen. Ein Ausbruch über den Widerstand bei 530 $ würde hingegen einen Anstieg in Richtung 540–550 $ ermöglichen, wie ich bereits in Microsoft gerät trotz starker Ergebnisse und Azure-Wachstums nahe 525 $ unter Druck erläutert habe.
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