EZB skizziert Aufsichtswechsel hin zu Risikopriorisierung und schnellerer Behebung von Bankmängeln
Die europäischen Bankenaufseher passen ihren Ansatz an, da Banken mit einer volatileren Mischung aus geopolitischen, technologischen, Klima- und Marktrisiken konfrontiert sind. Die Europäische Zentralbank erklärt, das neue Modell basiere auf einer klareren Priorisierung, höherer operativer Effizienz und schnellerem Handeln, um sicherzustellen, dass Schwachstellen bei Banken nachhaltig behoben werden.
Das Wichtigste
- Die EZB wird ihren Aufsichtsfokus auf die Priorisierung wesentlicher Risiken verlagern und in weniger kritischen Bereichen einige Aufsichtsrisiken akzeptieren, statt umfassende jährliche Überprüfungen durchzuführen.
- Zu den Effizienzmaßnahmen gehören die Verkürzung der Genehmigungszeiten für einfache Verbriefungen von drei Monaten auf sieben Tage und die Reduzierung der Datenpunkte bei Stresstests um 55 %.
- Die EZB fordert von Banken eine zeitnahe Behebung der Ursachen, hebt die Eigenkapitalrendite im Euroraum von über 10 % hervor und fordert die vollständige Umsetzung von Basel III, um regulatorische Divergenzen zu verhindern.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Aufsichtsmodell konzentriert sich auf Fokus und Vereinfachung
Wie von der Europäischen Zentralbank dargelegt, hängt eine wirksame Aufsicht in einem komplexeren Bankenumfeld weniger davon ab, jedes Risiko in jedem Institut jährlich zu überprüfen, sondern stärker davon, bewusst zu entscheiden, wo eine eingehende Prüfung am wichtigsten ist. Die EZB erklärt, ihr Risikotoleranzrahmen solle es den Aufsehern ermöglichen, einige Restrisiken in der Aufsicht zu akzeptieren, wenn Bereiche mit geringerer Priorität weniger intensiv geprüft oder zurückgestellt werden, statt eine geringere Priorisierung als bloßes Unterlassen zu behandeln.Die Zentralbank argumentiert, dass die jüngsten Schocks, einschließlich der Bankenturbulenzen im März 2023, zeigen, dass die formale Einhaltung von Kapital- und Liquiditätsvorschriften nicht ausreicht, wenn Schwachstellen in Governance, Risikokultur oder Geschäftsmodell weiter zunehmen. Als Reaktion darauf müsse die Aufsicht weiterhin auf wesentliche Risiken bei Kapital, Liquidität, operativer Resilienz und strukturellen Bedrohungen wie Klima-, naturbezogenen und geopolitischen Risiken fokussiert bleiben.
Die EZB stellt Effizienz im Rahmen ihrer Initiative „Next Level Supervision“ zudem als zweite Säule ihres Aufsichtsansatzes dar. Sie erklärt, mehr als 100 aufsichtliche Leitlinien überprüft, rund 40 eingestellt, die Genehmigungszeiten für einfache Verbriefungstransaktionen von drei Monaten auf etwa sieben Tage verkürzt, die Datenpunkte bei Stresstests um rund 55 % reduziert und einige kapitalbezogene Genehmigungsfristen auf weniger als sechs Tage gesenkt zu haben.
Bankenresilienz und Wettbewerbsfähigkeit gelten als komplementär
Die EZB erklärt, eine stärkere Aufsicht funktioniere nur, wenn Banken Feststellungen schnell und an der Ursache beheben, wobei die Aufseher bereit sein müssten, die Durchsetzung bei Bedarf zu verschärfen. Sie fügt hinzu, dass qualitative Instrumente, einschließlich Anforderungen an Governance, Kontrollen, Prozesse und Praktiken beim Geschäftsmodell, neben Kapitalmaßnahmen weiterhin unerlässlich seien.In der breiteren politischen Debatte argumentiert die EZB, dass Finanzstabilität, Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Banken sich gegenseitig verstärkten, statt miteinander in Konflikt zu stehen. Sie erklärt, die Eigenkapitalrendite der Banken im Euroraum habe sich auf über 10 % erholt, einen der höchsten Werte seit Einführung des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus, und warnt, dass eine Abschwächung der Aufsichtsstandards nicht zwangsläufig die Kreditvergabe oder Wettbewerbsfähigkeit verbessern würde.
Die Zentralbank unterstützt außerdem die vollständige und fristgerechte Umsetzung von Basel III und warnt, dass unnötige regulatorische Divergenzen die Kosten erhöhen und einen Wettlauf nach unten zwischen den Rechtsräumen befeuern könnten. Sie fügt hinzu, dass eine stärkere internationale Zusammenarbeit erforderlich sei, um grenzüberschreitende Risiken anzugehen, darunter undurchsichtige Verbindungen zu Nichtbank-Finanzinstituten und der Anstieg KI-gestützter Cyberangriffe, wobei die Zusammenarbeit zwischen Bankenaufsehern und Cybersicherheitsbehörden intensiviert werden müsse.
Unser früherer Artikel über die Warnung des Basler Ausschusses vor einer Schwächung der internationalen regulatorischen Zusammenarbeit zeigte auf, wie geopolitische Spannungen die Aufsicht fragmentieren und Informationslücken vergrößern können, wodurch grenzüberschreitende Risiken und Möglichkeiten für Regulierungsarbitrage zunehmen. Er verwies außerdem auf die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der vollständigen Umsetzung von Basel III in wichtigen Rechtsräumen und betonte, dass eine wirksame Aufsicht zunehmend von koordinierten Reaktionen auf neu entstehende Bedrohungen wie KI-bezogene Risiken abhängt.
- Forex
- Crypto