SNB belässt Leitzins bei 0% und erwartet robustes Schweizer Wachstum
Die Schweizer Wirtschaft zeigt im Verlauf des Jahres 2026 trotz höherer Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten eine widerstandsfähige Entwicklung. Die Schweizerische Nationalbank hält ihre Geldpolitik deshalb im September unverändert und rechnet zugleich mit weiter steigender Inflation aus importierten Komponenten.
Das Wichtigste
- Die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins am 24. September 2026 bei 0% und bewertet ihre geldpolitische Ausrichtung weiterhin als angemessen.
- Im zweiten Quartal 2026 wächst das Schweizer BIP außergewöhnlich stark, getrieben von der Chemie- und Pharmabranche; für 2026 wird ein Wachstum von 1,5% bis 2% erwartet.
- Die Inflation steigt von 0,6% im Mai auf 0,8% im August, hauptsächlich durch höhere Preise für Erdölprodukte, während Unternehmen von robusten Aussichten berichten.
Geldpolitische Einschätzung für September 2026
Wie die Schweizerische Nationalbank in ihrem Quartalsbulletin 3/2026 berichtet, belässt sie ihren Leitzins am 24. September 2026 bei 0%. Der mittelfristige Inflationsdruck hat gegenüber Juni nur leicht zugenommen, sodass die Nationalbank ihre geldpolitische Ausrichtung weiterhin als angemessen einstuft, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten und die wirtschaftliche Entwicklung zu stützen.Die SNB erklärt zudem, sie sei bei Bedarf weiter bereit, am Devisenmarkt aktiv zu werden, um angemessene monetäre Bedingungen sicherzustellen. Zugleich verweist sie auf ein hohes Maß an Unsicherheit für die Weltwirtschaft und die Schweiz, insbesondere wegen der Lage im Nahen Osten.
Im zweiten Quartal 2026 wächst die Weltwirtschaft stärker als erwartet. Zwar belasten höhere Energiepreise die Konjunktur teilweise, insgesamt bleibt das globale Umfeld aber robust. In vielen Ländern liegt die Inflation weiter über den Zielwerten der Zentralbanken und dürfte nach Einschätzung der SNB noch einige Zeit erhöht bleiben.
Signale aus Unternehmen und Ausblick für die Schweiz
Für die Schweiz meldet die SNB im zweiten Quartal ein außergewöhnlich starkes BIP-Wachstum, das jedoch durch eine besonders kräftige Entwicklung in der Chemie- und Pharmabranche überzeichnet ist. Auch ohne diesen Effekt bewertet die Nationalbank das Wachstum als solide und breit abgestützt; für das Gesamtjahr 2026 erwartet sie ein Plus von 1,5% bis 2% und für 2027 rund 1,5%.Die Inflation steigt wie erwartet von 0,6% im Mai auf 0,8% im August. Ausschlaggebend ist vor allem die importierte Inflation, nachdem die Preise für Erdölprodukte erneut deutlich anziehen. Kurzfristige Inflationserwartungen gehen nach dem kräftigen Anstieg im Vorquartal wieder etwas zurück, während längerfristige Erwartungen nahezu unverändert bleiben und insgesamt mit Preisstabilität vereinbar sind.
Aus den Gesprächen mit Unternehmen im dritten Quartal ergibt sich nach Darstellung der SNB ebenfalls ein robustes Bild. Die Aktivität in der Industrie nimmt zu, Dienstleister halten ein solides Tempo und die Auftragsbücher im Bau bleiben gut gefüllt. Unternehmen erwarten in den kommenden Quartalen weiter steigende Umsätze, planen wieder mehr Neueinstellungen und sehen die Unsicherheit über die Umsatzentwicklung niedriger als im Vorquartal. Gleichzeitig berichten sie von höheren Transportkosten, etwas schwierigeren Beschaffungsbedingungen sowie längeren Lieferzeiten bei einzelnen erdölbasierten Produkten und elektronischen Komponenten.
In unserem früheren Beitrag zu den stark gestiegenen deutschen Einfuhrpreisen im August 2026 haben wir erläutert, dass der Preisschub vor allem von deutlich höheren Energiekosten getragen wurde und auch Vorleistungsgüter den Kostendruck erhöhten. Zudem haben wir aufgezeigt, dass die Ausfuhrpreise weiter anzogen und damit Hinweise auf anhaltenden Preisdruck entlang der Wertschöpfungskette lieferten.
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