SNB-Analyse sieht Schweizer Inflationsschub nach Covid als anhaltenden Trend
Eine neue Analyse zur Inflation in der Schweiz kommt zu dem Ergebnis, dass der Preisschub nach der Covid-19-Pandemie in Echtzeit als dauerhaftes Phänomen erkennbar ist. Die Untersuchung verweist darauf, dass der Großteil des Anstiegs in den Jahren 2021 bis 2023 eher auf einen permanenten Trend als auf vorübergehende Schwankungen zurückgeht.
Das Wichtigste
- Die SNB-Studie ordnet den Schweizer Inflationsanstieg von 2021 bis 2023 überwiegend einem dauerhaften Trend und nicht nur temporärem Rauschen zu.
- Echtzeitdaten hätten bereits damals auf eine höhere Persistenz der Inflation hingedeutet, was Prognosemodelle und geldpolitische Entscheidungen beeinflussen kann.
- Im Sektormodell dominieren sektorspezifische Trends die Inflationsdynamik, während der gemeinsame Inflationstrend eine geringere Rolle spielt.
Echtzeitmodell bewertet Preisanstieg neu
Wie Swiss National Bank unter Berufung auf die SNB berichtet, repliziert und erweitert die Studie einen Ansatz von Watson (2026), der untersucht, ob sich der Inflationsanstieg in den U.S. bereits in Echtzeit als persistent erkennen ließ. Für die Schweiz nutzt die Analyse sowohl die gesamte Teuerung auf Basis des Landesindex der Konsumentenpreise als auch die sektorale Inflation in 22 Ausgabengruppen und ergänzt beide Modelle um eine explizite saisonale Komponente, da der Schweizer CPI nicht saisonbereinigt ist.Den Ergebnissen zufolge ordnen beide Modelle den Großteil des Schweizer Inflationsschubs von 2021 bis 2023 dem permanenten Trend zu und nicht bloß vorübergehendem Rauschen. Diese Einschätzung ergibt sich laut der Analyse bereits aus den damals in Echtzeit verfügbaren Daten.
Bedeutung für Prognosen und Geldpolitik
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fehleinschätzungen nach der Pandemie teilweise damit zusammenhängen, dass als temporär betrachtete Schocks tatsächlich länger wirkten. Für Prognostiker und geldpolitische Entscheidungsträger ist dies relevant, weil sich dauerhafte Inflationsbewegungen früher erkennen lassen könnten als zunächst angenommen.Im Sektormodell erklären die sektorspezifischen Trends den größten Teil der Varianz, während der gemeinsame Inflationstrend nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das spricht dafür, dass die Inflationsdynamik in der Schweiz stark von Entwicklungen in einzelnen Ausgabengruppen geprägt ist.
In unserem früheren Beitrag zur Inflationsrate in Deutschland im September 2026 haben wir erläutert, dass die Teuerung mit 3,3 % ein Jahreshoch erreicht und der Anstieg vor allem durch deutlich höhere Energiepreise getragen wird. Zudem haben wir eingeordnet, dass Entlastungsmaßnahmen in den Daten noch nicht sichtbar sind und welche politischen Vorschläge zur Dämpfung der Energiekosten diskutiert wurden.
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