Hlib Chabaniuk

EZB skizziert Zahlungsverkehrsstrategie für Europas digitale Geldzukunft

EZB skizziert Zahlungsverkehrsstrategie für Europas digitale Geldzukunft
Die EZB skizziert die digitale Zukunft

Da sich digitale Zahlungen in ganz Europa ausbreiten und neue Technologien die Finanzinfrastruktur verändern, legt die Europäische Zentralbank eine umfassende Strategie vor, um öffentliches Geld relevant und vertrauenswürdig zu halten. Der Plan umfasst den Zahlungsverkehr im Privatkunden- und Großkundengeschäft und setzt auf Resilienz, strategische Autonomie, Innovationen des Privatsektors und die internationale Rolle des Euro.

Das Wichtigste

  • Die EZB stellte am 5. November 2026 eine Strategie mit vier Säulen vor, darunter die Entwicklung eines digitalen Euro, die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte und die Integration einer europaweiten Zahlungsinfrastruktur.
  • Piero Cipollone betonte den Ausbau von Echtzeit-Zahlungssystemen. TIPS-Abbilder sind in Bosnien und Montenegro in Betrieb und sollen demnächst in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien starten, um rund um die Uhr kostengünstige Transaktionen zu ermöglichen.
  • Die EZB-Strategie setzt auf weniger Fragmentierung im Zahlungsverkehr, mehr regionale Resilienz und die Nutzbarkeit öffentlichen Geldes über neue digitale und tokenisierte Zahlungskanäle hinweg.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Die vier Säulen der EZB-Strategie

Wie die Europäische Zentralbank in einer Grundsatzrede von Direktoriumsmitglied Piero Cipollone am 5. November 2026 in Tirana darlegte, verfolgt das Eurosystem vier zentrale Initiativen, um Geld und Zahlungsverkehr an technologische und geopolitische Veränderungen anzupassen. Dazu gehören die Modernisierung der Euro-Banknoten, die Entwicklung eines digitalen Euro, die Ermöglichung von Abwicklungen tokenisierter Vermögenstransaktionen in Zentralbankgeld und die Schaffung der Voraussetzungen für ein integriertes Ökosystem tokenisierter Finanzdienstleistungen sowie die Verknüpfung schneller Zahlungssysteme zur Verbesserung grenzüberschreitender Überweisungen.

Cipollone zufolge besteht die Aufgabe der EZB nicht darin, private Anbieter zu ersetzen oder eine Technologie zum Sieger zu erklären, sondern eine vertrauenswürdige öffentliche Grundlage bereitzustellen, auf der sich private Innovationen entwickeln können. In seiner Rede argumentiert er, dass Zentralbanken sicherstellen müssen, dass das von ihnen ausgegebene Geld zukunftsfähig bleibt, da Verbraucher zunehmend digital bezahlen, die Tokenisierung die Wertschöpfungskette im Finanzwesen zu verändern beginnt und die Bedenken hinsichtlich der Governance und Resilienz kritischer Infrastrukturen wachsen.

Die Rede stellt die Strategie als Teil eines umfassenderen Vorhabens dar, Geld und Zahlungsverkehr in Europa zu modernisieren und zugleich den Zugang zu sicherem öffentlichem Geld zu erhalten. Außerdem verknüpft sie die Initiative mit dem Kernauftrag der EZB, die Preisstabilität zu wahren und die Kaufkraft des Euro zu sichern.

Integration des Westbalkans und regionale Auswirkungen

Die Rede verweist auch auf die Bemühungen um die Integration des Zahlungsverkehrs auf dem Westbalkan als praktisches Beispiel für die weitere Entwicklung. Mehrere Länder der Region, darunter Albanien, sind bereits dem einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) beigetreten. Ein vom Eurosystem-TIPS-System für schnelle Zahlungen abgeleitetes System, das von der Banca d’Italia entwickelt wurde, ist in Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro bereits vollständig in Betrieb.

Das System soll demnächst in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien starten und rund um die Uhr das ganze Jahr über Echtzeittransaktionen in Landeswährungen zu geringen Kosten ermöglichen. Cipollone bezeichnet die Einführung als greifbaren Fortschritt für Haushalte und Unternehmen. Zugleich betont er, dass Politik und Marktteilnehmer vorausschauend handeln müssen, da Zahlungssysteme zunehmend miteinander vernetzt und digital gesteuert werden.

Für den gesamten europäischen Zahlungsverkehrssektor signalisiert die Strategie der EZB anhaltende Unterstützung für Infrastrukturen, die Fragmentierung verringern, die regionale Resilienz stärken und die Effizienz grenzüberschreitender Zahlungen verbessern können. Sie unterstreicht zudem das Bestreben der Zentralbank, sicherzustellen, dass öffentliches Geld auch mit der Weiterentwicklung des Marktes über neue Zahlungskanäle hinweg nutzbar bleibt.

Draghis Warnung vor dem Risiko, dass die Zinsen über den Wachstumsraten bleiben zeigte, wie eine Straffung die Schuldendynamik verschlechtern und den Druck auf Zentralbanken durch die Gefahr einer „fiskalischen Dominanz“ verstärken kann. Wie bereits erwähnt, argumentierte er, dass die Inflationsbekämpfung zwar weiterhin Priorität haben müsse, die Geldpolitik jedoch nicht restriktiver als nötig sein solle, da höhere Kreditkosten Investitionen, Produktivität und langfristige Resilienz bremsen können. Zudem verwies er auf ergänzende Maßnahmen auf EU-Ebene – etwa eine stärkere Marktintegration und eine gezielte Industriepolitik –, um strategische Investitionen neben einer restriktiven Geldpolitik zu fördern.

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