Gold rutscht unter 4.100 US-Dollar, während Anleger ihre Zinserwartungen für die USA neu bewerten

Gold rutscht unter 4.100 US-Dollar, während Anleger ihre Zinserwartungen für die USA neu bewerten
Gold fällt, da Ölpreise Sorgen über Fed-Zinsen schüren

​Der Goldpreis gab am Donnerstag deutlich nach, da steigende Ölpreise die Inflationssorgen vor dem nächsten Zinsentscheid der Federal Reserve neu entfachten. Trotz der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten konnte Gold als sicherer Hafen kaum Nachfrage anziehen, während Anleger abwogen, ob die US-Kreditkosten hoch bleiben könnten.

Das Wichtigste

  • Spotgold verliert 1,08 % auf 4.096,11 US-Dollar je Unze.
  • Steigende Ölpreise schüren erneut Inflationssorgen in den USA.
  • Zinserwartungen der Fed belasten Edelmetalle.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Wie Bloomberg berichtet, haben die eskalierenden Angriffe auf Infrastruktur in Saudi-Arabien Sorgen um die regionale Energieversorgung und die Inflationsfolgen höherer Rohölpreise geschürt. Spotgold notierte bei 4.096,11 US-Dollar je Unze und damit 1,08 % im Minus, während Gold-Futures für Dezember bei 4.111,97 US-Dollar und 0,92 % tiefer gehandelt wurden.

Höhere Ölpreise erschweren den Inflationsausblick

Die Ölpreise stiegen auf über 110 US-Dollar je Barrel, nachdem tödliche Angriffe auf Anlagen in Saudi-Arabien die Sorge vor Unterbrechungen der Energieexporte aus dem Nahen Osten verstärkt hatten. Washington ordnete zudem an, dass nicht unbedingt benötigte Diplomaten und ihre Familien Saudi-Arabien verlassen, was die Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region unterstreicht.

Für Goldanleger stehen zunächst die inflationären Folgen der teureren Energie im Vordergrund. Höhere Kraftstoff- und Transportkosten können sich auf die Verbraucherpreise auswirken und den Spielraum der Federal Reserve für eine Lockerung der Geldpolitik einschränken. Zwar stützen geopolitische Instabilität und Konflikte häufig die Nachfrage nach Gold, doch die Erwartung dauerhaft hoher Zinsen kann diesen Effekt aufwiegen.

Fed-Erwartungen belasten Gold

Die meisten Anleger erwarten, dass die Federal Reserve die Zinsen bei ihrer bevorstehenden Sitzung unverändert lässt. Die Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh haben an dieser Einschätzung wenig geändert. Zugleich deuten rückläufige Baubeginne und ein außergewöhnlich niedriger Stand der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe darauf hin, dass die Konjunktur weiter unter Druck steht.

Die Märkte taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Sitzung auf weniger als eins zu sechs. Für Dezember rechnen Händler jedoch mit einer weiteren Anhebung. Die Inflation liegt weiterhin über dem 2-%-Ziel der Fed, weshalb die Entwicklung der Energiepreise besonders wichtig ist. Höhere reale Renditen von US-Staatsanleihen mindern zudem die Attraktivität von Gold, das keine Zinsen abwirft.

Edelmetalle stehen vor schwierigem geldpolitischem Umfeld

Der Rückgang erfasste den gesamten Edelmetallsektor und deutet auf breiteren Verkaufsdruck hin, der nicht nur Gold betrifft. Im frühen asiatischen Handel fiel Silber um 2,7 % auf 56,41 US-Dollar je Unze, während Platin und Palladium jeweils mehr als 2 % verloren. 

Die weitere Richtung des Goldpreises hängt maßgeblich davon ab, ob die steigenden Energiekosten zu anhaltender Inflation und einer restriktiveren Haltung der Fed führen. Die anhaltende Instabilität im Nahen Osten könnte die Nachfrage nach defensiven Anlagen stützen. Dieser Effekt dürfte jedoch begrenzt bleiben, wenn die Anleiherenditen parallel zu den Inflationserwartungen steigen. Anleger beobachten daher geldpolitische Signale ebenso genau wie geopolitische Entwicklungen.

Wir berichteten außerdem: Afrikanische Zentralbanken bauen ihre Goldreserven aus  – der Abkehr vom US-Dollar wird zunehmend Tempo verliehen.

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