Gold über 4K, nachdem Demokraten die Kontrolle über den Kongress sichern

Gold über 4K, nachdem Demokraten die Kontrolle über den Kongress sichern
Gold steigt stark, während US-Renditen und Dollar fallen

​Gold legte am Mittwoch um mehr als 2 % zu, nachdem der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen den Dollar und die Treasury-Renditen unter Druck gesetzt und die Nachfrage nach dem Edelmetall gestärkt hatte. Anleger bewerten die Aussichten für die Fiskalpolitik von Präsident Donald Trump neu, da die veränderten Machtverhältnisse im Kongress die Staatsausgaben und die Kreditaufnahme begrenzen könnten.

Das Wichtigste

  • Spotgold legte um 2,36 % auf 4.022,85 $ je Feinunze zu.
  • Die Kontrolle der Demokraten über den Kongress setzte den Dollar und die Treasury-Renditen unter Druck.
  • Die US-Iran-Diplomatie und die Ölpreise bleiben wichtige Risiken für Gold.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Spotgold stieg laut den jüngsten Marktdaten um 2,36 % auf 4.022,85 $ je Feinunze, während die Dezember-Gold-Futures um 2,34 % auf 4.032,47 $ zulegten. Die Rally beschleunigte sich nach den zuvor bereits verzeichneten, mit dem Wahlergebnis verbundenen Gewinnen. Händler rechnen mit stärkerem Widerstand gegen eine Politik, die das Defizit ausweiten würde, wie Bloomberg berichtet.

Zugewinne der Demokraten verändern die Erwartungen an die US-Fiskalpolitik

Die Demokraten sicherten sich bei den Wahlen am Dienstag die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Der Wahlkampf war von Sorgen über die Inflation, die Lebenshaltungskosten und die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mit dem Iran geprägt. Das Ergebnis lässt eine strengere Kontrolle von Trumps Steuer- und Ausgabenplänen durch den Kongress in den kommenden zwei Jahren erwarten.

Die Märkte reagierten zunächst mit Käufen von US-Staatsanleihen, wodurch die Renditen entlang der Treasury-Zinskurve sanken. Auch der Dollar schwächte sich ab: Der US-Dollar-Index  gab im asiatischen Handel zeitweise um bis zu 0,47 % nach.

Beide Entwicklungen stützten den Goldpreis. Sinkende Anleiherenditen verringern die Opportunitätskosten der Goldhaltung, da Gold keine Zinsen abwirft. Ein schwächerer Dollar macht das Edelmetall zudem für Anleger mit anderen Währungen günstiger.

Iran-Diplomatie und Ölpreise erhöhen die Volatilität bei Gold

Die Erholung des Goldpreises folgt auf einen schwierigen Oktober, in dem die Preise angesichts anhaltender Inflation, höherer Zinsen und Verkaufsdruck infolge der Schwäche von Technologieaktien um fast 7 % einbrachen. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Ende Februar hatte das Edelmetall zudem rund ein Viertel seines Wertes verloren.

Diplomatische Entwicklungen sorgen für zusätzliche Unsicherheit. Washington und Teheran prüfen Vorschläge von Vermittlern, die eine erneute groß angelegte Kampfhandlungen verhindern sollen. Zuvor hatte es Berichte über begrenzte US-Angriffe auf die iranische Insel Qeschm nahe der Straße von Hormus gegeben.

Die Ölpreise sind von ihren jüngsten Höchstständen zurückgegangen, da sich die Aussichten auf Verhandlungen verbessert haben. Günstigere Energie könnte den Inflationsdruck mindern und die Erwartungen weiterer geldpolitischer Straffungen senken. Das könnte die Bedingungen für Gold nach monatelangem Druck durch hohe Finanzierungskosten verbessern.

Anleiherenditen und Inflation bleiben entscheidend für den Ausblick

Ob die Erholung des Goldpreises anhält, hängt teilweise davon ab, ob die Treasury-Renditen weiter sinken und der Dollar schwach bleibt. Der Widerstand im Kongress könnte neue fiskalische Impulse begrenzen. Der Präsident verfügt jedoch über ein Vetorecht, sodass größere Änderungen an der bestehenden Politik ohne breitere politische Einigung schwierig sind.

Die Energiepreise bleiben ein weiterer wichtiger Faktor. Erneute Störungen im Bereich der Straße von Hormus könnten den Ölpreis steigen lassen, die Inflationsaussichten erschweren und den Druck auf die Zentralbanken erhöhen, restriktive Zinssätze beizubehalten.

Für Goldanleger hat die Wahl die Erwartungen an die fiskalpolitische Ausrichtung Washingtons verändert, ohne jedoch die wirtschaftlichen Risiken auszuräumen, die zum Rückgang im Oktober beigetragen haben. Entscheidend wird nun sein, ob die Anleihemärkte weiterhin mit einer geringeren Kreditaufnahme rechnen und ob diplomatische Bemühungen die energiebedingte Inflation eindämmen können.

Zuvor berichteten wir, dass die Goldimporte Chinas Rekordwerte erreichten, da die Diversifizierung der Reserven und die Safe-Haven-Nachfrage zunahmen.

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