Alphabet kehrt trotz enttäuschender Geschäftszahlen an den Euro-Anleihemarkt zurück

Alphabet kehrt trotz enttäuschender Geschäftszahlen an den Euro-Anleihemarkt zurück
Alphabet testet Nachfrage nach Anleihen angesichts von KI-Ausgabensorgen

​Alphabet hat am Montag sein zweites auf Euro lautendes Anleiheangebot des Jahres 2026 aufgelegt und kehrt damit nur wenige Tage nach enttäuschenden Geschäftszahlen, die einen Rekordverlust an Börsenwert auslösten, an die Anleihemärkte zurück. Die sieben Tranchen umfassende Emission wird die Nachfrage der Anleger nach Technologieanleihen angesichts wachsender Sorgen über die Kosten der Entwicklung künstlicher Intelligenz auf die Probe stellen.

Das Wichtigste

  • Alphabet begibt sieben Tranchen in Euro.
  • Kosten für Ausfallversicherungen erreichen Rekordhoch.
  • KI-Ausgaben erhöhen die Kreditrisiken im Technologiesektor.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Laut Bloomberg öffnete die Google-Muttergesellschaft die Orderbücher für Anleihen mit Laufzeiten von zwei bis 19 Jahren. Die ersten Preisindikationen für die zweijährigen festverzinslichen Anleihen lagen bei rund 60 Basispunkten über Mid-Swaps, während für die längste Tranche ein Aufschlag von 205 bis 210 Basispunkten angesetzt wurde.

Alphabet kehrt nach Gewinnwarnung an die Anleihemärkte zurück

Für Alphabet-Anleger war es eine schwierige Woche. Der Umsatz im dritten Quartal blieb hinter den Markterwartungen zurück und verstärkte die Zweifel daran, ob sich die wachsenden KI-Investitionen des Unternehmens ausreichend auszahlen werden. Die enttäuschenden Geschäftszahlen kosteten Alphabet rund 500 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung – der größte Rückgang in der Unternehmensgeschichte.

Der Druck griff von den Aktien- auf die Kreditmärkte über. Am Freitag stiegen die Kosten für die Absicherung von Alphabet-Anleihen gegen einen Zahlungsausfall um 6,4 Basispunkte – der größte Tagesanstieg für das Unternehmen. Die Credit-Default-Swap-Spreads erreichten knapp 91 Basispunkte und spiegelten damit die zunehmenden Sorgen über die finanziellen Aussichten wider.

Alphabet hält an Investitionsausgaben von bis zu 205 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr fest. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf KI-Infrastruktur. Im Mai hatte das Unternehmen bereits über eine sechs Tranchen umfassende Euro-Anleiheemission 9 Milliarden Euro aufgenommen, was rund 10 Milliarden US-Dollar entspricht.

Barclays, BNP Paribas und Deutsche Bank organisieren die Transaktion am Montag. Die Preisfestsetzung wird im Laufe des Tages erwartet.

Der KI-Investitionsboom verändert die Unternehmensfinanzierung

Große Technologieunternehmen greifen zunehmend auf die Anleihemärkte zurück, um den Ausbau ihrer Infrastruktur zu finanzieren. Alphabet, Meta, Microsoft, Amazon und Oracle haben zusammen Ausgaben von mehr als 3 Billionen US-Dollar in den kommenden Jahren angekündigt.

Die Nachfrage der Anleger ist selektiver geworden, da das Ausmaß dieser Zusagen Fragen zur künftigen Cashflow-Generierung aufwirft. Die breiteren Credit Spreads deuten darauf hin, dass Anleihegläubiger für die Kreditvergabe an Unternehmen mit kostspieligen KI-Strategien höhere Risikoaufschläge verlangen.

Microsoft lieferte vergangene Woche ein Gegenbeispiel: Nach besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen nahm das Unternehmen mit einer zehn Tranchen umfassenden Anleiheemission 25 Milliarden US-Dollar auf. Die Nachfrage überstieg das Angebot um mehr als das Vierfache – ein Beleg dafür, dass Emittenten mit überzeugenden Geschäftsergebnissen weiterhin auf eine hohe Nachfrage treffen.

Anleihepreise als Gradmesser für das Vertrauen in KI

Die Transaktion von Alphabet wird zeigen, wie viel zusätzliches Risiko Anleger bei Technologieemittenten einzugehen bereit sind. Die 19-jährige Tranche, für die zunächst ein Aufschlag von bis zu 210 Basispunkten über Mid-Swaps angesetzt wurde, verdeutlicht den Aufschlag, den Anleger für ein langfristiges Engagement in Betracht ziehen.

Der endgültige Preis und das Orderbuch werden zeigen, ob die Nachfrage trotz schwächerer Geschäftszahlen und steigender Absicherungskosten eine weitere große Technologieanleihe aufnehmen kann. Da sich ein Ende der KI-Investitionspläne nicht abzeichnet, könnten die Finanzierungsbedingungen zunehmend dafür entscheidend sein, wie schnell der Sektor wächst.

Wir hatten bereits darauf hingewiesen, dass Alphabet nach einem schwachen Quartal herabgestuft wurde  und eine Neubewertung die Wiederaufnahme von Käufen verzögert.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.