Pavlo Kot

Von Tether unterstützte Orionx-Börse stellt Betrieb wegen Fehlbetrag von über 7 Millionen US-Dollar ein

Von Tether unterstützte Orionx-Börse stellt Betrieb wegen Fehlbetrag von über 7 Millionen US-Dollar ein
Orionx stellt Betrieb wegen Fehlbetrag von über 7 Millionen US-Dollar ein

​Die chilenische Krypto-Börse Orionx, die 2025 eine Investition von Tether erhalten hatte, hat mit der endgültigen Schließung begonnen, nachdem Probleme bei der Verwahrung von Kundengeldern entdeckt wurden. Eine forensische Prüfung ergab, dass mehr als 7 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen auf Wallets außerhalb der Kontrolle des Unternehmens transferiert wurden.

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Orionx erklärte, dass die Rückgabe möglichst vieler Kundengelder nun oberste Priorität habe. Auszahlungen von der Plattform wurden ausgesetzt, während der Vorfall untersucht wird.

Die Schließung erfolgt etwa 15 Monate, nachdem der USDT -Emittent Tether die Series-A-Finanzierungsrunde von Orionx im Rahmen seiner Expansion in Lateinamerika angeführt hatte.

Fehlbetrag bei Überprüfung der Reserven entdeckt

Das Problem wurde am 27. August bekannt, als der Chief Operating Officer von Orionx, Thomas Mac Millan, eine erhebliche Diskrepanz zwischen den in den internen Systemen der Börse erfassten Salden und den tatsächlich unter ihrer Kontrolle befindlichen Vermögenswerten feststellte.

Das Unternehmen leitete eine interne Überprüfung ein und zog später externe Spezialisten für eine forensische Prüfung hinzu. Sie verglichen die Buchhaltungsunterlagen von Orionx mit öffentlich zugänglichen Onchain-Daten.

Die Überprüfung ergab, dass die in den Systemen der Börse erfassten Salden die tatsächlichen Reserven an den Verwahradressen für Bitcoin, Ethereum, XRP und Polygon (POL) überstiegen. Die Gesamtdiskrepanz lag bei über 7 Millionen US-Dollar.

Laut der von der chilenischen Zeitung La Tercera zitierten Strafanzeige des Unternehmens könnten die strittigen Transfers zwischen 2018 und 2021 erfolgt sein. Ein Teil der Vermögenswerte wurde auf Konten anderer Krypto-Plattformen überwiesen.

Orionx erklärte nicht, warum die Diskrepanz über mehrere Jahre unentdeckt blieb. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens war teilweise überprüft worden, um die Einhaltung des chilenischen Fintech-Gesetzes vorzubereiten.

Orionx beschuldigt zwei Mitgründer

Das Unternehmen erstattete Strafanzeige gegen die ehemaligen Führungskräfte und Mitgründer Roberto Zibert und Joaquín Díaz, die angeblich Zugang zum Krypto-Verwahrungssystem von Orionx hatten.

Laut La Tercera soll ein Konto, das mit Díaz in Verbindung steht, mehr als 1,5 Millionen US-Dollar über 14 Transfers erhalten haben. Eine weitere im Fall genannte Adresse soll 187 ETH, mehr als 4,1 Millionen USDT und 200.000 USDC erhalten haben.

Zibert und Díaz wiesen die Vorwürfe zurück. Sie erklärten, sie hätten nie gegen die Interessen der Kunden gehandelt und die Ursache für den Fehlbetrag bei den Vermögenswerten sei noch nicht geklärt.

Orionx ist seit 2017 aktiv und hat sich von einer Krypto-Börse für Privatkunden zu einer Plattform für Krypto-Zahlungen und Finanzdienstleistungen in Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko entwickelt. Im Juni 2025 wurde Tether zum alleinigen Lead-Investor in der Series-A-Runde des Unternehmens.

Der Stablecoin-Emittent hatte zuvor die Einstellung von Alloy by Tether und seines goldgedeckten Stablecoins aUSDT zwei Jahre nach dessen Einführung angekündigt. Das Unternehmen entschied sich, sich auf Produkte und Geschäftsbereiche mit höherer Nachfrage zu konzentrieren, darunter XAUT.

Die Änderung der Produktstrategie erfolgt vor dem Hintergrund weiterer rechtlicher Probleme rund um Tether. Im August wurde das Unternehmen wegen des Einfrierens von 42,4 Millionen USDT verklagt, was laut Klägern mehrere Monate vor der Beschlagnahmungsgenehmigung durch US-Behörden geschah.

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