Ethereum-Kursprognose: Kann ETH sich nach ETF-Abflüssen von 542 Mio. $ über 2.550 $ zurückkämpfen?
Der jüngste Ausverkauf hat einen erheblichen Teil der überhitzten Positionierung bereinigt, doch die Nachfrage ist bislang nicht mit voller Stärke zurückgekehrt. Ethereum steht nun vor einer wichtigen technischen Hürde, während die institutionellen Kapitalflüsse weiterhin deutlich negativ sind.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die US-Spot-Ethereum-ETFs beendeten eine weitere schwierige Woche. Laut SoSoValue beliefen sich die Nettoabflüsse auf 542,1 Mio. $, der höchste wöchentliche Abfluss seit Januar 2026. Damit verzeichneten die Fonds zwei Wochen in Folge Nettoabflüsse.
On-Chain-Aktivität liefert einen weiteren Grund zur Vorsicht. Zwei Wallets, die mit einer frühen Ausschüttung der Ethereum Foundation in Verbindung stehen, übertrugen 4.393 ETH im Wert von rund 11,13 Mio. $ an Kraken. Dadurch könnte sich das zum Verkauf verfügbare ETH-Angebot erhöhen und der kurzfristige Preisdruck zunehmen.

Ethereum testet die 50-Tage-SMA, während 2.550 $ der Auslöser für die Erholung bleiben
Ethereum testet nun im Tageschart die 50-Tage-SMA. Wie in der vorherigen Analyse erläutert, erfordert eine überzeugendere Erholung, dass ETH wieder über 2.550 $ steigt und sich dort nachhaltig hält.
Diese Bestätigung ist bislang ausgeblieben. Der Anstieg wirkt derzeit eher wie eine Erholungsrallye nach einem starken Ausverkauf als wie der Beginn eines nachhaltig etablierten neuen Aufwärtstrends.
Eine weitere Schwächephase bleibt daher in den kommenden Sitzungen möglich. ETH könnte wieder unter den unmittelbaren technischen Bereich fallen und die psychologisch wichtige Unterstützung bei 2.500 $ testen.
Der Markt ist jedoch nicht mehr so überhitzt wie vor der jüngsten Korrektur. Der Ausverkauf hat mehrere Momentumindikatoren zurückgesetzt, während der RSI (14) in den neutralen Bereich zurückgekehrt ist.
Das verändert das Risiko-Gleichgewicht. Hält die Marke von 2.500 $ und bildet Ethereum keine neuen lokalen Tiefs, hätte der Markt mehr Spielraum für einen erneuten Aufwärtsversuch, da überkaufte Bedingungen das Momentum nicht mehr im gleichen Maße bremsen.
Makrodaten und Quartalszahlen könnten Trader von Krypto abziehen
In den kommenden Wochen wird Ethereum nicht nur mit anderen digitalen Assets, sondern auch mit einem deutlich volleren Kalender an den traditionellen Märkten um Kapital konkurrieren.
Die Wall Street kommt in der Berichtssaison in die heiße Phase. Große US-Banken veröffentlichen in dieser Woche ihre Ergebnisse, bevor die Flut an Unternehmensberichten rasch zunimmt. Gleichzeitig werden die Anleger am Mittwoch die CPI-Daten und am Donnerstag die PPI-Daten sowie die Einzelhandelsumsätze erhalten. Diese Veröffentlichungen könnten die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve deutlich verändern.
In Wochen wie dieser konzentriert sich die Aufmerksamkeit häufig auf Aktien, Anleihen und den US-Dollar. Ein Teil der spekulativen Liquidität könnte daher vorübergehend aus dem Kryptomarkt abfließen, insbesondere wenn Quartalszahlen oder Makrodaten starke Bewegungen bei Treasury-Renditen oder wichtigen US-Aktienindizes auslösen.
- Forex
- Crypto