Krypto-Abverkauf verschärft sich: Institutionelle Abflüsse treffen auf massive Liquidationen

Krypto-Abverkauf verschärft sich: Institutionelle Abflüsse treffen auf massive Liquidationen
Krypto-Verkäufe nehmen zu, während sich ETF-Abflüsse und Liquidationen verstärken

​Der Kryptomarkt zeigt zunehmend deutlichere Anzeichen einer nachlassenden Nachfrage. Die entscheidende Frage lautet nun, ob die aktuelle Korrektur eine vorübergehende Pause bleibt oder ob der Verkaufsdruck weiter zunimmt.

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Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen wöchentliche Abflüsse von 228,5 Mio. $

Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin über US-Spot-ETFs nimmt weiter ab. Laut SoSoValue verzeichneten die Fonds in der Handelswoche vom 12. bis 16. Oktober Nettoabflüsse von 228,5 Mio. $. Der größte Abfluss wurde am 14. Oktober verzeichnet, als Anleger rund 261,4 Mio. $ abzogen und damit den Zufluss von 175,7 Mio. $ aus der vorherigen Sitzung mehr als ausglichen.

Die Abflüsse waren geringer als in der Vorwoche, als Bitcoin-ETFs 681,1 Mio. $ verloren. Dennoch deutet die weiterhin negative Bilanz darauf hin, dass die ETF-Nachfrage noch nicht stark genug ist, um eine nachhaltige Rückkehr institutionellen Kapitals zu unterstützen.

Abflüsse aus Ethereum-ETFs erreichen 320 Mio. $, ETHA führt Verluste an

Das Bild bei Ethereum-ETFs ist noch schwächer. Daten von SoSoValue zeigten im selben Zeitraum Nettoabflüsse von rund 320,1 Mio. $ und damit höhere Verluste als bei Bitcoin-Fonds. Die kombinierten Abflüsse aus den beiden größten Krypto-ETF-Kategorien erreichten über fünf Handelstage somit etwa 548,6 Mio. $.

Der größte Teil des Drucks ging von BlackRocks iShares Ethereum Trust (ETHA) aus, aus dem rund 299 Mio. $ abgezogen wurden. Das entsprach mehr als 90 % der gesamten Nettoabflüsse aus Ethereum-ETFs und verdeutlicht, wie stark sich die Verkäufe auf das größte Produkt des Segments konzentrierten.

Anhaltend negative Mittelzuflüsse sowohl bei Bitcoin- als auch bei Ethereum-ETFs deuten auf ein Abkühlen des institutionellen Interesses über ETFs hin, bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass Institutionen den Kryptowährungsmarkt vollständig verlassen.

Liquidationen von fast 3 Mrd. $ verstärken den Verkaufsdruck am Markt

Der Abbau von Leverage hat eine weitere Belastung hinzugefügt. Laut Schätzungen aus dem Liquidationsdiagramm von CoinGlass beliefen sich die Liquidationen in den vergangenen sieben Tagen auf etwa 3 Mrd. $, davon entfielen 2,3 Mrd. $ auf Long-Positionen und 700 Mio. $ auf Short-Positionen.

Der stärkste Ausschlag kam am 15. Oktober, als sich die Liquidationen innerhalb einer Stunde auf rund 488 Mio. $ beliefen, größtenteils aufgrund von Long-Positionen. Solche erzwungenen Verkäufe könnten einen ohnehin anfälligen Markt weiter destabilisieren und zusätzliche Liquidationswellen auslösen.

Inflationsängste verstärken den Verkaufsdruck am Kryptomarkt

Die makroökonomischen Bedingungen verschärfen den Druck durch schwächere institutionelle Mittelzuflüsse und gehebelte Liquidationen. Wie Traders Union anmerkt, haben sich die Sorgen verstärkt, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik angesichts der anziehenden Inflation in den USA länger restriktiv halten muss.

Die Aussicht auf dauerhaft hohe Zinsen verringert die Attraktivität risikoreicherer Anlagen, darunter Bitcoin.

Der Kryptomarkt sieht sich daher gleichzeitig mit mehreren Gegenwinden konfrontiert: schwächeren institutionellen Zuflüssen, einem groß angelegten Abbau gehebelter Positionen und anhaltender Unsicherheit über die Zinsen. Unter diesen Bedingungen könnten selbst starke kurzfristige Erholungen nur schwer Bestand haben, bis sich die Nachfrage verbessert und das Tempo der erzwungenen Liquidationen nachlässt.

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