EUR/USD steht nach starkem Rücksetzer vor dem Fed-Entscheid
EUR/USD wird am 16. September um 1,1540 gehandelt, nachdem das Paar vor dem heutigen wichtigen Ereignis – dem Zinsentscheid der Fed – deutlich aus dem Bereich von 1,1630–1,1640 gefallen ist. Der Markt preist eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte von der aktuellen Spanne von 3,50–3,75 % auf 3,75–4,00 % nahezu vollständig ein.
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Schätzungen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts bei etwa 90–93 %, sodass die Zinserhöhung selbst im Dollar bereits weitgehend eingepreist ist. Für EUR/USD sind der aktualisierte Dot-Plot und die Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh dazu, ob der heutige Entscheid den Beginn einer Serie von Zinserhöhungen oder eine einmalige Reaktion auf Inflationsrisiken markiert, deutlich wichtiger.
Inflations- und Arbeitsmarktdaten sprechen für eine straffere Fed-Politik
Die Fed hat weitere Gründe, an einer strafferen Haltung festzuhalten. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im August um 0,4 % gegenüber dem Vormonat und um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr, während die Kerninflation bei 0,3 % im Monatsvergleich und 2,4 % im Jahresvergleich lag. Die Energiepreise erhöhen den Druck zusätzlich: Die Energiekomponente des CPI stieg im Monatsverlauf um 2,1 % und im Jahresvergleich um 16,3 %.
Gleichzeitig liefert der Arbeitsmarkt der Fed noch keinen eindeutigen Grund, die Zinsen unverändert zu lassen: Die Wirtschaft schuf im August 162K Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 % blieb. Bereits im Juli stimmten drei FOMC-Mitglieder für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Die heutige Straffung wirkt daher wie eine logische Fortsetzung der bereits innerhalb des Ausschusses entstandenen restriktiveren Ausrichtung.
EZB-Straffung bietet dem Euro teilweise Unterstützung
Auch für den Euro hat sich die Lage gegenüber Anfang September deutlich verändert. Am 10. September erhöhte die EZB den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 %, wobei die Notenbank den Entscheid direkt mit dem anhaltenden Inflationsdruck infolge des Konflikts im Nahen Osten begründete. Die EZB erwartet nun eine durchschnittliche Inflation von 3,0 % im Jahr 2026, 2,5 % im Jahr 2027 und 2,1 % im Jahr 2028.
Dies bietet dem Euro eine gewisse fundamentale Unterstützung, wird derzeit jedoch von den Erwartungen an einen aggressiveren Zinspfad der Fed überlagert. Sollte die Fed heute die Zinsen anheben und gleichzeitig signalisieren, dass weitere Erhöhungen das Basisszenario bleiben, könnte die Divergenz bei den Zinserwartungen den Dollar erneut stützen. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in Verbindung mit vorsichtigen Signalen zu weiteren Schritten könnte dagegen Gewinnmitnahmen bei Long-Positionen im USD auslösen und eine Erholung von EUR/USD unterstützen.
Bereich um 1,1500 bleibt wichtiges Abwärtsziel
Obwohl die Risiken eines Rückgangs in Richtung 1,1500–1,1480 derzeit hoch erscheinen, könnten unveränderte Fed-Zinsen und/oder ein dovisher Ton in den Kommentaren der Fed eine Erholung des Paares in Richtung 1,1580–1,1600 unterstützen. Eine Zinserhöhung und restriktive Kommentare könnten, wie in EUR/USD stays under pressure as Fed decision approaches erwähnt, den Abwärtsdruck verstärken.
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