Japans BIP-Wachstum verlangsamt sich auf 1,1 %, da Konsum und Investitionen stagnieren
Japans Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal langsamer als erwartet, da robuste Exporte die schwachen Ausgaben der privaten Haushalte und den Rückgang der Unternehmensinvestitionen nicht ausgleichen konnten. Höhere, mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundene Energiekosten erhöhten den Druck auf eine Wirtschaft, die bereits unter einem schwachen Yen und einer fragilen Inlandsnachfrage leidet.
Das Wichtigste
- Japans BIP wuchs annualisiert um 1,1 % und blieb damit hinter der Prognose von 2 % zurück.
- Das Quartalswachstum erreichte 0,3 % und verfehlte damit die Erwartungen von 0,5 %.
- Die Nettoexporte steuerten 0,5 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum bei.
- Der private Konsum stagnierte, während die Unternehmensinvestitionen um 1,2 % zurückgingen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von April bis Juni annualisiert um 1,1 % und blieb damit hinter den Erwartungen von 2 % zurück. Gegenüber dem Vorquartal war dies ein Rückgang, schreibt CNBC . Im Quartalsvergleich stieg das BIP um 0,3 % und verfehlte damit ebenfalls die Prognose von 0,5 %. Die Wirtschaft war 0,7 % größer als ein Jahr zuvor.
Exporte halten das Wachstum über Wasser
Die Auslandsnachfrage lieferte den größten Teil des Wachstumsimpulses im Quartal. Die Nettoexporte steuerten 0,5 Prozentpunkte zum BIP bei, da die Ausfuhren vergleichsweise robust blieben. Unterstützt wurden sie durch die Nachfrage nach japanischen Hybridfahrzeugen und Ausrüstung für die Halbleiterproduktion im Zusammenhang mit den weltweiten KI-Investitionen.
Der schwache Yen verbesserte zudem die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure und erhöhte den Wert der Auslandserträge. Gleichzeitig verteuerte die Währungsschwäche importierte Energie und andere Rohstoffe, wodurch die Kosten für Unternehmen und private Haushalte stiegen.
Die Inlandsnachfrage verringerte das Wachstum um 0,2 Prozentpunkte. Der private Konsum, der mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaft ausmacht, stagnierte, während die Unternehmensinvestitionen gegenüber dem Vorquartal um 1,2 % zurückgingen, anstatt wie erwartet zu steigen.
Die Freigabe staatlicher Ölreserven, die die Auswirkungen der unterbrochenen Energieversorgung aus dem Nahen Osten abfedern sollte, verringerte zudem die öffentlichen Lagerbestände und belastete damit die Komponente der Inlandsnachfrage.
Schwache Nachfrage erschwert den Ausblick für die BOJ
Die Zahlen stellen die Bank of Japan vor eine schwierige geldpolitische Gemengelage. Die Wirtschaftsaktivität wächst zwar weiterhin, doch die Zusammensetzung des Wachstums zeigt, dass Haushalte und Unternehmen vorsichtiger werden, während höhere Energie- und Importkosten die Inflation weiter hoch halten könnten.
Die BOJ hob kürzlich ihre Wachstumsprognose für das im März 2027 endende Geschäftsjahr von 0,5 % auf 0,6 % an, warnte jedoch, dass teures Rohöl die Wirtschaft bremsen könnte. Eine weitere Weitergabe steigender Kosten durch Unternehmen könnte die Kaufkraft der privaten Haushalte schwächen und den Konsum im weiteren Jahresverlauf bremsen.
Die Märkte reagierten verhalten auf die Veröffentlichung der BIP-Daten. Der Nikkei 225 legte um etwa 0,69 % zu, die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen lag bei rund 2,88 %, und der Yen befestigte sich leicht auf etwa 159,1 je Dollar.
Die entscheidende Frage ist, ob die Exportstärke eine Wirtschaft mit wenig Dynamik im Inland weiterhin tragen kann. Bleibt der Konsum schwach, während die energiegetriebene Inflation anhält, hat die BOJ weniger Spielraum für eine Straffung der Geldpolitik, ohne das Wachstum zusätzlich zu belasten.
Wie bereits berichtet, intervenierten die USA und Japan gemeinsam zur Unterstützung des Yen erstmals seit 1998.
Neueste USD/JPY Nachrichten
- Forex
- Crypto