EU-Regionen erholen sich beim BIP nach der Pandemie unterschiedlich, zeigen Eurostat-Daten
Die Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union liegt insgesamt über dem Niveau vor der Pandemie, doch die Erholung verläuft in den einzelnen Regionen weiterhin unterschiedlich. Das reale BIP stieg zwischen 2019 und 2024 um 5,6 %. Dabei verzeichneten 197 der 244 NUTS-2-Regionen ein Wachstum, während das BIP in 46 Regionen sank und in einer Region unverändert blieb.
Das Wichtigste
- Irlands Region Eastern and Midland liegt beim EU-Wachstum vorn: Das reale BIP stieg dort von 2019 bis 2024 um 38,0 %. Es folgen Northern and Western mit 36,4 % und Southern mit 26,0 %.
- Rumäniens Bucureşti-Ilfov, Malta und das französische Mayotte verzeichneten im selben Zeitraum mit 33,0 %, 32,9 % und 32,1 % die nächsthöchsten regionalen Zuwächse des realen BIP.
- Die stärksten Rückgänge des realen BIP von 2019 bis 2024 gab es in Bulgariens Yugoiztochen mit 20,5 %, Griechenlands Dytiki Makedonia mit 18,0 % und dem niederländischen Groningen mit 14,0 %.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Entwicklung des regionalen BIP von 2019 bis 2024
Wie Eurostat berichtet, entwickelte sich die Wirtschaftsaktivität in den Regionen der EU trotz des unionsweiten Wachstums im Fünfjahreszeitraum sehr unterschiedlich. Den Daten zufolge verzeichnete Irland das stärkste Wachstum: Das reale BIP in Eastern and Midland stieg zwischen 2019 und 2024 um 38,0 %, in Northern and Western um 36,4 % und in Southern um 26,0 %.Außerhalb Irlands zählen Rumäniens Hauptstadtregion Bucureşti-Ilfov mit einem Plus von 33,0 %, Malta mit 32,9 % und die französische Region in äußerster Randlage Mayotte mit 32,1 % zu den Regionen mit dem stärksten Wachstum. Eastern and Midland wies unter den in der Mitteilung genannten Regionen 2024 zudem das höchste BIP pro Einwohner auf.
Hauptstadtregionen und Regionen mit den schwächsten Ergebnissen
Die meisten EU-Hauptstadtregionen verzeichneten im Berichtszeitraum ein Wachstum. Dies deutet darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit nach der Pandemie vor allem in Verwaltungs- und Wirtschaftszentren konzentriert. Die wichtigste Ausnahme ist Helsinki-Uusimaa in Finnland, wo das reale BIP zwischen 2019 und 2024 um 1,9 % sank.Den stärksten Rückgang verzeichnete die bulgarische Region Yugoiztochen mit einem BIP-Minus von 20,5 %. Weitere zweistellige Rückgänge gab es in Dytiki Makedonia in Griechenland mit 18,0 %, in Groningen in den Niederlanden mit 14,0 % sowie in den rumänischen Regionen Sud-Muntenia und Sud-Vest Oltenia mit 13,5 % beziehungsweise 11,3 %.
In einer Region, dem spanischen Ciudad de Ceuta, blieb das BIP im Berichtszeitraum unverändert. Das unterstreicht, wie unterschiedlich schnell sich die Regionen Europas erholen, obwohl die Wirtschaftsleistung der EU insgesamt wieder über dem Niveau vor COVID-19 liegt.
In unserem früheren Artikel über Mario Draghis Warnung vor den Zielkonflikten zwischen Schuldenkontrolle, Inflationsbekämpfung und langfristigem Wachstum haben wir seine Argumentation erläutert: Liegen die Zinsen über der Wachstumsrate, kann sich die Schuldendynamik verschlechtern und letztlich der Inflationsdruck zunehmen. Wir haben auch auf seinen Aufruf hingewiesen, dass Zentralbanken der Preisstabilität Vorrang geben und zugleich unnötige Schäden für Investitionen vermeiden sollten. Zu den Vorschlägen zählen eine stärkere Integration des EU-Binnenmarkts und gezielte Unterstützung auf EU-Ebene, um produktivitätssteigernde Investitionen, auch in KI, zu fördern.
- Forex
- Crypto