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Noch vor wenigen Monaten half BVNK Visa dabei, seine Stablecoin-Zahlungskapazitäten zu erweitern. Heute gehört das Unternehmen zu Mastercard. Diese ungewöhnliche Abfolge sagt ebenso viel über die Zukunft des globalen Zahlungsverkehrs aus wie über Krypto selbst.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Stablecoins entwickeln sich rasant zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des globalen Zahlungsverkehrs. Ihre kombinierte Marktkapitalisierung übersteigt mittlerweile 300 Milliarden US-Dollar, während das Transaktionsvolumen weiter steigt, da Unternehmen sie für grenzüberschreitende Abrechnungen nutzen. Mastercard möchte in dieser Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen.
Das Unternehmen schloss diese Woche seine Übernahme des Stablecoin-Infrastrukturanbieters BVNK ab und vollendete damit einen Deal, der erstmals im März angekündigt wurde. Während Mastercard den endgültigen Kaufpreis nicht offenlegte, hatte es zuvor zugestimmt, das Unternehmen für bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar zu erwerben, was es zu einer der größten Akquisitionen im Sektor der digitalen Vermögenswerte macht.
BVNK wurde 2021 gegründet und hat eine Infrastruktur aufgebaut, die es Unternehmen ermöglicht, nahtlos zwischen traditionellen Währungen und Stablecoins zu wechseln. Das in mehr als 130 Ländern tätige Unternehmen konzentriert sich auf grenzüberschreitende Zahlungen, Abwicklung und Treasury-Management – Bereiche, in denen Stablecoins zunehmend reale Anwendungen finden.
Mastercard ist überzeugt, dass das Wachstum erst am Anfang steht. „Digitale Währungen, insbesondere Stablecoins, decken zunehmend reale Bedürfnisse in Bereichen wie grenzüberschreitenden B2B-Zahlungen, Überweisungen, Auszahlungen, Abrechnungen und Treasury-Flows ab“, sagte Jorn Lambert, Chief Product Officer des Unternehmens. Das Zahlungsforschungsunternehmen FXC Intelligence kam zu einem ähnlichen Schluss und bezeichnete die Übernahme als „ein optimistisches Statement zur künftigen Rolle von Stablecoins im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und darüber hinaus“. Die Übernahme bringt zudem eine unerwartete Wendung mit sich.
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Anfang dieses Jahres gab Visa bekannt, dass BVNK dabei helfen würde, Stablecoin-Auszahlungen über Visa Direct zu ermöglichen, sodass Unternehmen USDC und andere digitale Assets über mehrere Märkte hinweg versenden können. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Unternehmen Teil der Visa-Strategie zum Ausbau der Stablecoin-Kapazitäten. Wenige Monate später schloss Mastercard die Übernahme desselben Unternehmens ab.
Der Deal verdeutlicht zwei unterschiedliche Ansätze für dieselbe Chance. Visa ist weitgehend durch Partnerschaften expandiert, indem es die USDC-Abrechnung in Teile seines Netzwerks integriert hat und mit spezialisierten Infrastrukturanbietern wie BVNK zusammenarbeitet. Mastercard hingegen hat stärker in den Aufbau und Erwerb von Blockchain-Infrastruktur investiert, unter anderem durch Initiativen wie Crypto Credential, das Multi-Token Network und nun BVNK.

Die Ansätze unterscheiden sich, zielen aber beide auf dasselbe Objektiv ab: Blockchain-basiertes Geld zu einem Teil der Mainstream-Zahlungsinfrastruktur zu machen, anstatt ein paralleles Finanzsystem zu bleiben. Ihre Rivalität beschränkt sich nicht mehr nur auf Debit- und Kreditkarten. Zunehmend geht es um die Zahlungskanäle, die die nächste Generation des globalen Handels untermauern könnten.
Warum Stablecoins für Zahlungsgiganten wichtig sind
Jahrelang wurden Stablecoins primär als Werkzeuge für Kryptowährungshändler angesehen. Diese Wahrnehmung ändert sich, da Unternehmen digitale Dollar zunehmend für grenzüberschreitende Zahlungen, Treasury-Management und Abrechnungen nutzen.
Im Gegensatz zu traditionellen internationalen Überweisungen, die oft auf Korrespondenzbanknetzwerken basieren und nur während der Geschäftszeiten funktionieren, können Stablecoin-Transaktionen rund um die Uhr abgewickelt werden, oft innerhalb von Minuten. Das macht sie attraktiv für Unternehmen, die Geld über Grenzen hinweg bewegen.
Für Zahlungsnetzwerke ist das von Bedeutung, weil Stablecoins beginnen, nicht mit Karten zu konkurrieren, sondern mit der Infrastruktur, die Geld international bewegt. Anstatt sich diesem Wandel zu widersetzen, scheinen Visa und Mastercard entschlossen zu sein, Teil davon zu bleiben. Keines der Unternehmen versucht, ein Stablecoin-Emittent zu werden. Stattdessen wetteifern beide darum, die Infrastruktur aufzubauen, die Unternehmen nutzen werden, um diese Vermögenswerte zu bewegen.
Wer ist der wahre Konkurrent?
Es ist verlockend, die Übernahme als ein weiteres Kapitel in der jahrzehntelangen Rivalität zwischen Visa und Mastercard zu betrachten. In Wirklichkeit reagieren beide Unternehmen auf eine viel breitere Wettbewerbslandschaft. Stripe hat seine Stablecoin-Kapazitäten nach der Übernahme von Bridge erweitert, Circle baut weiterhin die Zahlungsinfrastruktur rund um USDC aus, PayPal hat seinen eigenen Stablecoin eingeführt und Banken weltweit experimentieren mit tokenisierten Einlagen und Blockchain-Abrechnungen.
Die Wettbewerbsfrage lautet nicht mehr einfach nur, ob Visa Mastercard übertreffen kann. Es geht darum, ob etablierte Zahlungsnetzwerke zentral für den globalen Geldverkehr bleiben können, während Blockchain-native Infrastrukturen zunehmend in der Lage sind, viele derselben Funktionen zu erfüllen.