Kevin O'Learys fünf Anlagetipps

Kevin O'Learys fünf Anlagetipps
Wie Kevin O'Leary investiert

​Kevin O'Leary hat mit Unternehmen und Investments Millionen verdient, aber auch einige sehr öffentliche Fehler gemacht. Nun sagt der als „Mr. Wonderful“ bekannte Geschäftsmann und Investor, dass fünf Regeln Anlegern helfen können, ihr Geld zu schützen und effizienter einzusetzen. Sind diese Lehren es wert, befolgt zu werden, oder bricht O'Leary selbst gelegentlich seine eigenen Regeln?

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Fünf Regeln, um Ihr Geld für sich arbeiten zu lassen

O'Learys Ratschläge beginnen mit Diversifikation. Er empfiehlt, einzelne Investments auf etwa 5 % eines Portfolios zu begrenzen und Positionen zu reduzieren, die zu groß werden, anstatt zuzulassen, dass eine einzelne Position das Portfolio dominiert.

Bei den nächsten beiden Regeln geht es darum, Schulden zu kontrollieren und liquide zu bleiben. Zu hohe Schulden können Anleger durch Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen unter Druck setzen, während verfügbare Liquidität helfen kann, unerwartete Ausgaben zu decken oder den Verkauf von Investments zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu vermeiden.

Seine letzten beiden Regeln sind ungewöhnlicher: das eingesetzte Kapital zu schützen und von den daraus erzielten Erträgen zu leben sowie niemals ein Investment zu besitzen, das keine Erträge abwirft. Dieser Schwerpunkt auf regelmäßigen Erträgen ist den Zuschauern von Shark Tank vertraut, einer beliebten US-Fernsehsendung, in der Unternehmer ihre Unternehmen einem Investorenpanel präsentieren. O'Leary, einer der langjährigen Investoren der Sendung, ist dafür bekannt, Deals mit Tantiemen anzubieten, die ihm einen Anteil am Umsatz einbringen.

Wer ist Kevin O'Leary?

Lange bevor er als „Mr. Wonderful“ bekannt wurde, machte sich O'Leary im Softwaregeschäft einen Namen. 1986 gründete er SoftKey mit und baute das Unternehmen durch Übernahmen aus, bevor er es in The Learning Company umbenannte. Mattel kaufte das Unternehmen 1999 in einem Multimilliarden-Dollar-Deal, doch die Übernahme entwickelte sich bald zum Misserfolg, da The Learning Company hohe Verluste verursachte. Daraufhin leitete Mattel im folgenden Jahr die Veräußerung des Unternehmens ein.

O'Leary hatte seine Beteiligung bereits verkauft und wandte sich weiteren Investments zu, bevor er durch Shark Tank größere Bekanntheit erlangte. In der Sendung wurden seine Vorliebe für Tantiemen und andere ertragsgenerierende Deals zu einem prägenden Merkmal seines Anlagestils.

Nicht alles, was O'Leary besitzt, generiert Erträge

Wörtlich genommen würde die Anweisung, niemals ein Investment zu besitzen, das keine Erträge abwirft, mehrere Vermögenswerte ausschließen, die O'Leary selbst besessen hat. Bitcoin zahlt weder Dividenden noch Zinsen, Gold generiert allein durch das Halten keine Erträge, und Sammlerstücke erzielen ihre Rendite in der Regel durch Kurssteigerungen statt durch regelmäßige Auszahlungen.

O'Leary hat dennoch in alle drei Anlageklassen investiert und erklärt, dass sich seltene Sportkarten in seinem Portfolio besonders gut entwickelt hätten. Das deutet darauf hin, dass seine eigene Auslegung der Regel einen gewissen Spielraum für Vermögenswerte lässt, die hauptsächlich auf Wertsteigerung ausgerichtet sind.

Krypto stellte O'Learys Anlageurteil auf die Probe

Krypto liefert vielleicht das deutlichste Beispiel dafür, wie sich O'Learys Anlageansichten entwickelt haben. Einst stand er Bitcoin skeptisch gegenüber, später wurde er Investor in digitale Vermögenswerte und schließlich ein bezahlter Fürsprecher von FTX. Nachdem die Börse 2022 zusammengebrochen war, gab O'Leary bekannt, im Rahmen der Vereinbarung rund 15 Millionen US-Dollar erhalten zu haben. Nach Steuern, Gebühren und Verlusten auf bei FTX gehaltene Vermögenswerte sei davon jedoch nur wenig übrig geblieben.

Er blieb im Kryptobereich aktiv, wurde jedoch deutlich selektiver bei der Auswahl seiner Investments. O'Leary sagte 2026, dass er ein Portfolio, das einst 27 Kryptowährungen umfasste, reduziert habe und sich nun hauptsächlich auf Bitcoin und Ethereum sowie USDC konzentriere. Seiner Ansicht nach bieten die beiden größten Kryptowährungen den Anlegern den größten Teil des erforderlichen Engagements, ohne die zusätzlichen Risiken kleinerer Token einzugehen.

Sein Interesse an Stablecoins folgt einer anderen Logik. Statt sie als Vermögenswerte zu betrachten, deren Kurs steigen soll, sprach O'Leary über den Einsatz regulierter Stablecoins für das Cash-Management und schnellere grenzüberschreitende Transaktionen. Damit rückt dieser Teil seiner Krypto-Strategie näher an seinen langjährigen Fokus, Kapital praktisch einzusetzen.

Sollten Anleger den Ratschlägen von Kevin O'Leary folgen?

Einige von O'Learys Regeln sind etablierte Anlageprinzipien und keine einzigartigen Ideen von „Mr. Wonderful“. Diversifikation kann den Schaden durch ein schlechtes Investment begrenzen, tragbare Schulden reduzieren den finanziellen Druck, und ausreichende Liquidität kann verhindern, dass Anleger bei ungünstigen Bedingungen zum Verkauf gezwungen sind.

Seine Forderung, dass Investments ihren Eigentümern Erträge bringen sollten, ist umstrittener – und sein eigenes Portfolio zeigt, warum. O'Leary hat ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und verkauft und jahrzehntelang investiert, aber er hat auch FTX beworben, seinen Ansatz gegenüber Krypto verändert und weiterhin Vermögenswerte gehalten, die keine regelmäßigen Erträge generieren. Die vielleicht nützlichste Lehre zeigt sein eigenes Portfolio: Anlageregeln können Disziplin schaffen, müssen aber weiterhin Raum für eigenes Urteilsvermögen lassen.

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