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Deutsche Bank bereitet sich darauf vor, mit Kryptowährungen institutioneller Kunden zu arbeiten. Für Deutschlands größte Bank ist dies längst kein Experiment mehr, sondern Teil einer Strategie, die sie seit mehreren Jahren verfolgt. Die Pläne der Deutschen Bank gehen jedoch weit über die Verwahrung von Bitcoin hinaus.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die Deutsche Bank plant, einen Verwahrungsservice für digitale Assets zu starten, sobald die erforderlichen aufsichtsrechtlichen Verfahren abgeschlossen sind. In der ersten Phase soll er institutionellen und Firmenkunden in Europa zur Verfügung stehen. Zu den unterstützten Assets gehören Bitcoin, Ethereum, die Stablecoins USDC und EURC sowie der auf Euro lautende Token EURAU.
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Die Deutsche Bank übernimmt die Verwaltung der Wallets und Private Keys ihrer Kunden sowie die Abwicklung von Transfers an Dritte. Der Service richtet sich an Unternehmen, Asset Manager, Hedgefonds, Broker, Verwahrstellen und staatliche Institutionen.
Zum Schutz der Assets plant die Deutsche Bank, mehrere Kontrollschichten einzusetzen. Dazu gehören ein hardwarebasierter Schutz der Schlüssel, Funktionstrennung, Genehmigungsprozesse durch mehrere Personen sowie getrennte Systeme für Warm- und Cold-Storage. Ein Teil der technischen Infrastruktur wird von externen Anbietern bereitgestellt.
Die anfängliche Auswahl an Assets wird begrenzt sein, doch die Deutsche Bank hat bereits die Möglichkeit zu ihrer Erweiterung vorgesehen. Auch tokenisierte Finanzinstrumente stehen auf der Roadmap. Das endgültige Produktangebot wird von der Kundennachfrage, regulatorischen Anforderungen und den internen Genehmigungsverfahren der Bank abhängen.
Die Deutsche Bank sprach bereits 2021 über das Potenzial von Bitcoin. Die Deutsche-Bank-Research-Analystin Marion Laboure erklärte damals, Bitcoin könne zum „Gold des 21. Jahrhunderts“ werden. Gleichzeitig warnte sie, dass der Kurs volatil bleiben werde und fehlende klare Regulierung großen Unternehmen den Einstieg in den Markt für digitale Assets erschweren würde.
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2023 ging die Bank zu praktischen Schritten über. Die Deutsche Bank beantragte bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin eine Lizenz für die Verwahrung digitaler Assets und ging eine Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen Taurus ein. Zuvor hatte sich die Bank bereits an Taurus’ Finanzierungsrunde über 65 Mio. $ beteiligt. Das Unternehmen ist auf die Verwahrung, Ausgabe und den Handel von Kryptowährungen und tokenisierten Assets spezialisiert.
2024 startete die Deutsche Bank im Rahmen der Project-Guardian-Initiative der Monetary Authority of Singapore eine Testversion von Project Dama 2. Die Bank erprobte den Einsatz öffentlicher Blockchains, darunter Ethereum, über Layer-2-Lösungen. Diese sollten Gebühren senken und Transaktionen beschleunigen und der Bank zugleich mehr Kontrolle über Validatoren und die Überwachung von Transaktionen geben.
Im selben Jahr investierte die Deutsche Bank 20 Mio. $ in das in Singapur ansässige Blockchain-Unternehmen Partior, das sich auf internationale Zahlungen konzentriert. Im Sommer 2025 wurde zudem bekannt, dass die Bank gemeinsam mit Bitpanda Technology Solutions und Taurus einen umfassenden Verwahrungsservice für digitale Assets vorbereitete, dessen Start für 2026 geplant ist.
Die Deutsche Bank versucht nicht, das traditionelle Bankgeschäft durch Blockchain zu ersetzen. Die Bank selbst beschreibt digitale Assets als Ergänzung zum bestehenden Finanzsystem. Ihr Ziel ist es, großen Kunden über eine vertraute Bankinfrastruktur Zugang zu diesem Markt zu verschaffen – mit Kundenprüfungen, internen Kontrollen und regulatorischen Anforderungen.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Deutsche Bank mehrere Bereiche gleichzeitig untersucht. Neben Bitcoin und Ethereum beschäftigt sich die Bank mit Stablecoins, tokenisierten Einlagen und weiteren Finanzinstrumenten. Zudem hatte sie bereits die Ausgabe eines eigenen Tokens oder die Beteiligung an umfassenderen Brancheninitiativen erwogen.
Die Deutsche Bank bereitet sich daher darauf vor, nicht nur mit Kryptowährungen als eigenständiger Anlageklasse zu arbeiten, sondern auch mit Finanzprodukten, die auf Blockchain-Netzwerken ausgegeben und gehandelt werden.
Über mehrere Jahre hat sich die Deutsche Bank von der Betrachtung von Bitcoin als „digitalem Gold“ zum Aufbau einer eigenen Infrastruktur für digitale Assets entwickelt. Bitcoin scheint für die Bank nun nicht das Endziel, sondern das erste Element eines deutlich umfassenderen Vorstoßes in die tokenisierte Finanzwelt zu sein.