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Bitcoin-Mining ist seit Jahren auf der Suche nach günstigerem Strom rund um den Globus. Nun könnte diese Suche darüber hinausführen. Die Idee kommt zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, da die schwierigere Wirtschaftslage Miner auf der Erde in ein völlig anderes Geschäftsfeld drängt.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Starcloud plant, Mining-Hardware für Bitcoin an Bord seines Satelliten Starcloud-2 zu bringen, dessen Start für 2027 erwartet wird. Das Startup entwickelt in erster Linie orbitale Rechenzentren für künstliche Intelligenz, doch sein nächstes Raumfahrzeug ist für verschiedene Arten von Rechenausrüstung ausgelegt.
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Dazu gehören ASICs, die spezialisierten Maschinen zum Bitcoin-Mining. Starcloud-CEO Philip Johnston schätzt, dass Mining-Hardware etwa 1.000 $ pro verbrauchtem Kilowatt Leistung kostet, verglichen mit rund 30.000 $ für High-End-GPUs. Wenn das Unternehmen ohnehin solarbetriebene Recheninfrastruktur in den Orbit bringt, könnte relativ günstige Mining-Hardware eine weitere Möglichkeit bieten, den verfügbaren Strom zu nutzen.
„Wir werden einige Bitcoin-Mining-ASICs auf dem zweiten Raumfahrzeug haben“, sagte Johnston bei der Vorstellung des Projekts. „Dieses Gerät wird das erste sein, das im All einen Coin mint.“
Auf der Erde stehen Miner vor einem weniger futuristischen Problem: genug Geld mit Bitcoin zu verdienen. Das Halving von 2024 senkte die Blocksubvention von 6,25 BTC auf 3,125 BTC, während zunehmender Wettbewerb, die Netzwerkschwierigkeit und Stromkosten die Margen weiter unter Druck setzten. Bis Juni 2026 war der durchschnittliche Hashprice – ein Maß für die Einnahmen, die Miner mit ihrer Rechenleistung erzielen – auf ein Rekordtief im Monatsdurchschnitt gefallen.
Für eine wachsende Zahl von Minern bietet KI eine weitere Möglichkeit, mit der bereits vorhandenen Infrastruktur Geld zu verdienen. Core Scientific, TeraWulf, Cipher und IREN gehören zu den Unternehmen, die Verträge unterzeichnet oder Kapazitäten auf KI und High-Performance-Computing ausgerichtet haben, wo langfristige Verträge planbarere Erträge bieten können als Bitcoin-Mining.
Die Hinwendung zur KI hat eine interessante Entwicklung im Mining-Geschäft sichtbar gemacht. Für einige Unternehmen ist der wertvollste Vermögenswert möglicherweise nicht mehr die Hardware, die Bitcoin produziert, sondern der Zugang zu großen Strommengen.
Große Miner verfügen bereits über Standorte mit umfangreichen Netzanschlüssen, Kühlsystemen und anderer Infrastruktur, die für den Betrieb von Rechenzentren erforderlich ist. Diese Vermögenswerte sind für die KI-Branche besonders wertvoll geworden, da der Strombedarf rasant steigt und der Anschluss einer neuen großen Recheneinrichtung an das Stromnetz Jahre dauern kann.
Gleichzeitig ist die Umwandlung einer Bitcoin-Mining-Farm in ein KI-Rechenzentrum nicht so einfach wie der Austausch von ASICs gegen GPUs. Sie erfordert deutlich teurere Hardware, andere Netzwerkausrüstung und eine ausgefeiltere Infrastruktur. Der Vorteil der Miner besteht daher nicht darin, dass sie bereits KI-fähige Rechenzentren besitzen, sondern darin, dass sie bereits eine der am schwersten zu sichernden Ressourcen kontrollieren.
Starcloud geht den umgekehrten Weg. Das Unternehmen baut Infrastruktur für KI von Grund auf, will nun aber prüfen, ob sich ein Teil der verfügbaren Energie auch zum Bitcoin-Mining nutzen lässt.
Mining war schon immer besonders empfindlich gegenüber dem Preis und der Verfügbarkeit von Strom. Das hat die Branche in Regionen mit Wasserkraft, zu Projekten für erneuerbare Energien und an Standorte geführt, an denen sich Energie andernfalls nur schwer vermarkten ließe.
Der Weltraum bietet eine weitaus radikalere Variante desselben Konzepts. Satelliten in geeigneten Umlaufbahnen können über lange Zeiträume Sonnenlicht empfangen und Rechenausrüstung potenziell mit reichlich Solarenergie versorgen, ohne um Netzanschlüsse auf der Erde konkurrieren zu müssen.
Die Hindernisse sind ebenso ungewöhnlich. Jeder ASIC muss in den Orbit gebracht werden, der Strahlung standhalten und in einer Umgebung funktionieren, in der Reparaturen äußerst schwierig sind. Sinkende Startkosten könnten die Wirtschaftlichkeit verbessern, doch der Austausch defekter Ausrüstung bleibt in Texas deutlich einfacher als Hunderte Kilometer über der Erde.
Die Kühlung ist eine weitere Herausforderung. Der Weltraum ist kalt, doch im Vakuum kann Wärme nicht durch Konvektion entweichen. Leistungsstarke Computer benötigen stattdessen Radiatoren, um die erzeugte Wärme abzugeben, wodurch das Wärmemanagement für jedes große orbitale Rechenzentrum zu einer erheblichen technischen Herausforderung wird.
Die Beziehung zwischen Bitcoin und Satelliten begann nicht mit dem Mining. Blockstream Satellite überträgt seit 2017 Bitcoin-Blockchain-Daten über Kommunikationssatelliten und ermöglicht Nutzern mit der erforderlichen Ausrüstung, Blöcke ohne herkömmliche Internetverbindung zu empfangen.
SpaceChain ging noch weiter: Das Unternehmen brachte Blockchain-Nodes in den Orbit und schickte später Hardware zur Internationalen Raumstation, um die Sicherheit von Transaktionen im Weltraum zu untersuchen. Keines der beiden Projekte verlagerte jedoch den energieintensiven Proof-of-Work-Prozess von Bitcoin von der Erde weg.
Wie weit kann Mining günstiger Energie folgen?
Einige ASICs im Orbit werden nicht sinnvoll mit industriellen Mining-Farmen auf der Erde konkurrieren können. Starcloud muss zunächst zeigen, dass sein umfassenderes Modell orbitaler Rechenzentren funktioniert – einschließlich der Wirtschaftlichkeit von Starts, Stromerzeugung, Wärmemanagement und Ausrüstung, die sich nicht ohne Weiteres reparieren lässt.
Das Experiment verleiht dem Wandel, der sich bereits auf der Erde vollzieht, jedoch eine ungewöhnliche Wendung. Während Bitcoin-Miner auf der Suche nach höheren Erträgen auf KI setzen, prüft Starcloud, ob KI-Infrastruktur letztlich einen neuen Standort für Bitcoin-Mining schaffen könnte – diesmal jenseits der Erde.