Krypto-Adoptionsranking: Wie Brasilien weltweit an die Spitze rückte

Krypto-Adoptionsranking: Wie Brasilien weltweit an die Spitze rückte
Wie sich das globale Krypto-Adoptionsranking verändert hat

​Brasilien hat erstmals Chainalysis’ globales Krypto-Adoptionsranking angeführt und die USA sowie den Vorjahressieger Indien überholt. Das Land schaffte dies, obwohl sich die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen im Jahresverlauf ungefähr halbiert hatte. Ausschlaggebend für Brasiliens Erfolg war jedoch nicht die Marktgröße, sondern ein ganz anderer Faktor.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Erfolg ohne den ersten Platz in einer Einzelkategorie

Im neuen Chainalysis-Index belegte Brasilien in keiner Einzelkategorie den ersten Platz. Stattdessen landete das Land in allen vier Messgrößen unter den besten vier: auf Platz zwei bei grenzüberschreitenden Transfers, auf Platz drei bei Zuflüssen zu Kryptodiensten, auf Platz drei bei inländischen P2P-Transfers und auf Platz vier bei On-Chain-Beständen.

In den 12 Monaten bis zum 30. Juni 2026 erreichte Brasiliens Kryptoökonomie 252,5 Mrd. $. Zum Vergleich: Die USA belegten sowohl bei den Zuflüssen zu Kryptodiensten als auch bei den Beständen den ersten Platz, aber nur Platz 11 bei grenzüberschreitenden Transfers und Platz 20 bei inländischen P2P-Aktivitäten. Das reichte nicht für den Gesamtsieg.

Die neue Chainalysis -Methodik spielte eine wichtige Rolle. Das Unternehmen bewertet 117 Länder anhand von vier Indikatoren, passt die Ergebnisse an die Kaufkraft an und skaliert sie anschließend auf eine Skala von 0 bis 1. Der Endwert wird anhand des geometrischen Mittels berechnet, sodass ein starkes Ergebnis in einer Kategorie eine schwache Leistung in anderen Kategorien nicht vollständig ausgleichen kann.

Indien fällt nach zwei Jahren an der Spitze zurück

Vor einem Jahr sah das Ranking noch ganz anders aus. 2025 belegte Indien zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz, die USA rangierten auf Platz zwei, während Brasilien nur Fünfter war. Es folgten Pakistan, Vietnam und Nigeria.

Im neuen Ranking fiel Indien auf Platz sechs zurück. Das Land schnitt bei wichtigen Zahlungsströmen weiterhin stark ab und belegte bei den Zuflüssen zu Kryptodiensten Platz zwei sowie bei den On-Chain-Beständen Platz drei. Schwächer waren die Ergebnisse bei inländischen P2P-Transfers und grenzüberschreitenden Aktivitäten, wo Indien in beiden Kategorien auf Platz 16 lag.

Nigeria, Japan und Südkorea lagen 2026 alle vor Indien. Nigeria belegte insgesamt den dritten Platz, nachdem es sowohl bei inländischen P2P-Transfers als auch bei grenzüberschreitenden Zahlungsströmen den ersten Platz erreicht hatte. Japan wurde Vierter, Südkorea Fünfter.

Auch das regionale Bild veränderte sich. Im Bericht des vergangenen Jahres war Asien der wichtigste Wachstumsmotor: Das Transaktionsvolumen von Kryptowährungen im asiatisch-pazifischen Raum stieg im Jahresvergleich um 69 %, von 1,4 Bio. $ auf 2,36 Bio. $. 2026 entwickelte sich Lateinamerika trotz des breiteren Abschwungs gegen den Trend und vergrößerte seine Kryptoökonomie um 9,8 %.

Stablecoins überstanden den Abschwung besser als der Gesamtmarkt

Im Jahresverlauf halbierte sich die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen ungefähr, doch die Nutzeraktivität veränderte sich deutlich weniger. Chainalysis zufolge schrumpfte die globale Kryptoökonomie lediglich um 1,6 % und blieb mit rund 9,4 Bio. $ nahezu stabil.

Stablecoins waren einer der Gründe dafür. Sie werden zunehmend nicht nur zum Trading, sondern auch für alltägliche Transfers verwendet, etwa zur Bezahlung von Lieferanten, für Geldüberweisungen ins Ausland oder zum Halten von Ersparnissen in US-Dollar. Grenzüberschreitende Stablecoin-Transfers stiegen im Jahresverlauf um 77,5 % und übertrafen 220 Mrd. $. Die durchschnittliche Transaktion belief sich auf rund 3.000 $.

Noch stärker war der Trend bei direkten Transfers zwischen Nutzern innerhalb desselben Landes. Ihr Volumen stieg auf mehr als das Vierfache, während Stablecoins inzwischen 96 % dieser Aktivitäten ausmachen. Gleichzeitig ging die Aktivität auf Börsen, DeFi -Plattformen und anderen Kryptodiensten zurück.

Auch als Wertaufbewahrungsmittel erwiesen sich Stablecoins als robuster. Während der Wert anderer Kryptoassets stark fiel, blieben die Stablecoin-Bestände weitgehend unverändert. Dadurch machten sie im Juni 22,5 % aller von Chainalysis erfassten Kryptobestände aus.

Länder nutzen Kryptowährungen auf sehr unterschiedliche Weise

Das Ranking zeigt, dass einige Länder stärker auf Transfers setzen, während andere beim Trading oder Halten von Assets besser abschneiden. China belegte beispielsweise insgesamt nur Platz 12, kam bei inländischen P2P-Transfers jedoch weltweit auf Platz zwei. Mexiko lag insgesamt auf Platz 11, schaffte es bei grenzüberschreitenden Aktivitäten aber unter die besten fünf.

Dasselbe Muster zeigt sich auch anderswo. Südafrika belegte insgesamt Platz neun, rückte bei P2P-Transfers jedoch auf Platz vier und bei grenzüberschreitenden Aktivitäten auf Platz drei vor. Deutschland lag insgesamt auf Platz 13, gehörte beim Wert der On-Chain gehaltenen Kryptoassets jedoch zu den fünf führenden Ländern.

Thailand belegte dank starker Ergebnisse bei Beständen und P2P-Transfers den achten Platz. Das Vereinigte Königreich lag insgesamt nur auf Platz 17, obwohl es bei den Zuflüssen zu Kryptodiensten weltweit den sechsten Platz erreichte. Bei inländischen und grenzüberschreitenden Transfers waren die Ergebnisse deutlich schwächer.

Was das neue Ranking zeigt

Die größte Veränderung 2026 besteht darin, dass Kryptowährungen weniger von steigenden Preisen abhängig werden. Obwohl sich die Marktkapitalisierung ungefähr halbierte, hielten Transfers, Zahlungen und das Halten von Assets die Gesamtaktivität nahe am bisherigen Niveau.

Vor diesem Hintergrund rückte Brasilien an die Spitze. Das Ergebnis zeigt, dass der größte Markt nicht zwangsläufig den ersten Platz belegt – wichtiger ist eine starke Leistung über mehrere Anwendungsfälle hinweg, von P2P-Transfers über internationale Zahlungen bis zum Halten von Assets.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.