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PONS ist still und leise zu einer der bemerkenswertesten Krypto-Geschichten der vergangenen Monate geworden. Der Token hinter einem Launchpad auf Robinhood Chain verzeichnete eine außergewöhnliche Rally, während die Plattform selbst stark an Popularität gewann. Was genau ist Pons also, und warum hat sein Token derart zugelegt?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
PONS ist in den vergangenen 90 Tagen um mehr als 6.000 % gestiegen und zählt damit zu den stärksten Performern am Kryptomarkt. Im Juli wurde der Token noch für Bruchteile eines Cents gehandelt, bevor er Anfang September auf nahezu 1 US-Dollar kletterte. Obwohl er sich seit diesem Höchststand wieder zurückgezogen hat, ist PONS zu einem Token mit einer Marktkapitalisierung von mehreren hundert Millionen Dollar geworden.
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PONS ist der native Token von Pons, einer Plattform, auf der fast jeder ohne Programmierkenntnisse einen neuen Token auf Robinhood Chain erstellen und handeln kann. Das Konzept ähnelt Pump.fun auf Solana: Nutzer wählen einen Namen, ein Tickersymbol und ein Bild, starten einen Token mit festem Angebot und können ihn nahezu sofort für den Handel verfügbar machen.
Das Timing erwies sich als besonders günstig. Robinhood startete sein Ethereum-Layer-2-Netzwerk im Juli, wobei tokenisierte Aktien zu den wichtigsten Anwendungen gehörten. Doch spekulative Token wurden schnell zu einer bedeutenden Aktivitätsquelle. Pons stand im Zentrum dieses Booms: Über die Plattform wurden Tausende neue Token erstellt, während der Handel auf Robinhood Chain deutlich zunahm.
Das Ausmaß dieser Aktivität erklärt, warum PONS so viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Auf dem Höhepunkt des Hypes Anfang September wurden über Pons an einem einzigen Tag fast 25.000 Token aufgelegt, während das tägliche Handelsvolumen mehrere hundert Millionen Dollar erreichte.
Das führte für eine so junge Plattform zu ungewöhnlich hohen Gebühren. Pons erzielte innerhalb von 24 Stunden fast 6 Mio. USD und gehörte damit zeitweise zu den gebührenstärksten Protokollen im Kryptobereich. Die Plattform konkurrierte mit Namen wie Tether, Uniswap und Circle und erzielte täglich höhere Gebühren als einige deutlich bekanntere Handelsplattformen.
Die Zahlen steigen weiter, auch wenn die Aktivität gegenüber ihrem Höchststand abgekühlt ist. Daten von DefiLlama zeigen, dass Pons in diesem Quartal bislang fast 180 Mio. USD an Gebühren generiert hat, während etwa 33 Mio. USD an das Protokoll selbst flossen.
Der entscheidende Teil der Geschichte ist, was mit einem Teil dieser Gebühren geschieht. Die Plattform verwendet etwa 80 % ihres Anteils an den Protokollgebühren, um PONS am Markt zu kaufen und die Token zu verbrennen.
Die Auswirkungen sind bereits erheblich. PONS startete mit einem festen Angebot von 1 Mrd. Token, doch inzwischen wurden durch Burns rund 31 % dieses Angebots aus dem Verkehr gezogen. Eine planmäßige Token-Inflation zum Ausgleich gibt es nicht.
Das bildet den Kern des PONS-Flywheels. Mehr Launches und mehr Handel erzeugen höhere Gebühren. Diese Gebühren können weitere PONS-Käufe finanzieren, während die erworbenen Token durch Burns das Angebot reduzieren. In Phasen intensiver Aktivität wird die Plattform somit selbst zu einem regelmäßigen Käufer ihres eigenen Tokens.
Dieser Mechanismus bietet Tradern etwas, das im Kryptobereich vergleichsweise ungewöhnlich ist: eine sichtbare Verbindung zwischen der Nutzung des zugrunde liegenden Produkts und der Nachfrage nach seinem Token. Diese Beziehung wirkt jedoch in beide Richtungen. Wenn Launches und Handelsaktivität nachlassen, sinken die Gebührenerlöse und es steht weniger Geld für Rückkäufe zur Verfügung.
Pons entwickelte sich nicht isoliert. Robinhood Chain verzeichnete im selben Zeitraum selbst einen außergewöhnlichen Aktivitätsschub. Das Volumen an dezentralen Börsen stieg auf mehrere Milliarden Dollar, während Trader ein Netzwerk erkundeten, das bekannte Krypto-Assets mit tokenisierten Aktien kombinierte.
Mehrere Merkmale zogen Nutzer an. Transaktionen waren günstig, die Token-Erstellung war erlaubnisfrei, und die Marke Robinhood verschaffte der neuen Chain sofortige Sichtbarkeit. Besonders wichtig war, dass tokenisierte Aktien Kombinationen ermöglichten, die im Kryptobereich anderswo nur schwer zu finden waren.
Dadurch entstanden Anwendungen, die Robinhood möglicherweise nicht erwartet hatte, als das Netzwerk darauf ausgelegt wurde, traditionelle Finanzanlagen onchain zu bringen.
„Wir sehen, dass Entwickler mit Aktientoken Dinge tun, die wir uns nie vorgestellt haben“, sagte Robinhood-CEO Vlad Tenev. Pons ist ein Beispiel dafür. Über die V2-Plattform erstellte Token können mit ETH und Stablecoins, aber auch mit tokenisierten Aktien gepaart werden. So können Trader Märkte aufbauen, die die Mechanismen eines Memecoin-Launchpads mit Robinhoods Experiment im Bereich tokenisierter Finanzanlagen verbinden.
Die Token-Ökonomie von Pons erklärt einen Teil der Rally, doch mehrere externe Katalysatoren verschafften PONS ein deutlich größeres Publikum. Binance nahm den Token Anfang September in Alpha auf und führte anschließend PONS-Perpetual-Futures mit einem Hebel von bis zu 20x ein.
Auch Uniswap Labs kaufte PONS und bezeichnete den Kauf als Beitrag zu einer „langfristigen Abstimmung“. Größe, Preis und Struktur der Transaktion wurden nicht offengelegt, weshalb sich nur schwer beurteilen lässt, wie bedeutend die Investition selbst war.
Zwischen beiden bestand bereits eine praktische Verbindung: Pons V2 nutzt Uniswap V4 als Teil seiner Infrastruktur. Token, die ihre anfängliche Bonding Curve abschließen, werden dabei in Liquiditätspools von Uniswap überführt.
In jüngerer Zeit hielt der zusätzliche Zugang zu Börsen PONS weiter im Blickfeld der Trader. Bybit nahm den Spot-Handel mit PONS Ende September auf, während die Derivateaktivität rund um den Token nach dem anfänglichen Anstieg weiterhin erheblich blieb.
Derselbe Mechanismus, der PONS attraktiv gemacht hat, erklärt auch seine größte Schwachstelle. Rückkäufe hängen von den Einnahmen ab, die Einnahmen vom Handelsvolumen und der Handel davon, dass Nutzer weiterhin neue Token erstellen und auf sie spekulieren.
Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass sich das außergewöhnliche Tempo von Anfang September nicht dauerhaft aufrechterhalten lassen wird. PONS notiert weiterhin deutlich unter seinem Rekordhoch, während die Aktivität auf Robinhood Chain gegenüber den intensivsten Tagen des anfänglichen Hypes abgekühlt ist. Zudem nimmt der Wettbewerb unter den Launchpads zu.
Damit geht es in der nächsten Phase der PONS-Geschichte weniger darum, wie hoch der Token bereits gestiegen ist, sondern vielmehr darum, ob Pons weiterhin die Aktivität erzeugen kann, die die Rally überhaupt erst ermöglicht hat.