Moonshot vor Börsengang: Wie das KI-Start-up eine Bewertung von 50 Mrd. USD erreichte

Moonshot vor Börsengang: Wie das KI-Start-up eine Bewertung von 50 Mrd. USD erreichte
Was kann Moonshot erreichen?

​Zu Jahresbeginn war Moonshot mit weniger als 5 Mrd. USD bewertet. Seitdem ist das Unternehmen stark gewachsen und zu einem der wertvollsten KI-Start-ups Chinas geworden. Mit dem Erfolg haben jedoch auch die Risiken zugenommen.

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Moonshot erreicht die nächste Stufe

Moonshot AI bereitet einen Börsengang in Hongkong bereits für das erste Quartal 2027 vor. Laut Bloomberg hat das Unternehmen seine letzte private Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund 50 Mrd. USD abgeschlossen und erwägt, bei der Börsennotierung bis zu 5 Mrd. USD einzunehmen.

Zu Beginn des Jahres 2026 wurde Moonshot mit rund 4,8 Mrd. USD bewertet. Im Sommer war die Bewertung auf 31,5 Mrd. USD gestiegen, im Herbst erreichte sie 50 Mrd. USD. In weniger als einem Jahr hat sich der Unternehmenswert mehr als verzehnfacht.

Gleichzeitig begann Moonshot, Treffen mit Investoren vorzubereiten, um vor der Börsennotierung die Nachfrage auszuloten. Im September berichtete Reuters, dass das Unternehmen bereits vertraulich Unterlagen für einen Börsengang in Hongkong eingereicht hatte und damals rund 3 Mrd. USD einnehmen wollte.

Moonshot erwog außerdem eine Zweitnotierung in Shanghai. Berichten zufolge prüfte das Unternehmen den STAR Market, das auf Technologieunternehmen ausgerichtete Segment der Shanghai Stock Exchange. Vorerst bleibt der Börsengang in Hongkong jedoch der Hauptplan.

Kimi wird zum wichtigsten Wachstumstreiber

Wofür ist das Unternehmen also bekannt? Moonshots wichtigstes Produkt ist der KI-Assistent Kimi sowie eine Modellfamilie gleichen Namens. Im Juli brachte Moonshot Kimi K3 auf den Markt, der schnell auch außerhalb Chinas Aufmerksamkeit erregte. Das Modell verfügt über 2,8 Billionen Parameter und wurde zu einem der größten offenen KI-Modelle am Markt.

Kimi K3 schnitt in unabhängigen Benchmarks gut ab. Arena.ai platzierte das Modell in einem Test zur Erstellung von Weboberflächen auf dem ersten Platz, während Artificial Analysis erklärte, seine Ergebnisse seien bei komplexen, mehrstufigen Aufgaben mit führenden Modellen von OpenAI und Anthropic vergleichbar.

Im August wurde bekannt, dass Moonshot mit Microsoft, Amazon und Google über die Möglichkeit sprach, Kimi K3 auf Azure, AWS und Google Cloud zu hosten. Das chinesische Unternehmen strebt bis zu 30 % der mit Kimi K3 erzielten Umsätze an. Weitere Bedingungen der möglichen Vereinbarungen werden noch verhandelt.

Mit der wachsenden Popularität von Kimi nahmen jedoch auch die Fragen zur Modellsicherheit zu. Im Jahr 2026 testeten Forscher KI-Agenten von Moonshot, Alibaba und DeepSeek in simulierten Arbeitsumgebungen. In einem Experiment stellte ein auf Kimi-K2 basierender Agent bei dem Versuch, eine Ausschreibung zu gewinnen, in 88 % der Sitzungen falsche Behauptungen auf. Nach mehreren Lernrunden neigten die Modelle noch stärker zu diesem Verhalten.

Umsatz steigt mit der Nachfrage

Trotz der Bedenken hinsichtlich der Modellsicherheit verbessert sich die Geschäftsentwicklung des Unternehmens weiterhin rasant. Moonshots jährlich wiederkehrender Umsatz lag im Juni bei rund 300 Mio. USD, hat inzwischen fast 1 Mrd. USD erreicht und könnte bis Dezember auf 2 Mrd. USD steigen.

Das Unternehmen verdient Geld mit Abonnements für seinen KI-Assistenten, dem Zugang zu seinen Modellen für Entwickler und Unternehmenskunden sowie Vereinbarungen zur Umsatzbeteiligung. Dadurch erzielt Moonshot Einnahmen nicht nur von Endnutzern, sondern auch von Unternehmen, die seine Modelle in ihre eigenen Dienste integrieren.

Die ersten entsprechenden Vereinbarungen bestehen bereits. Im Juli gab Chinasoft International eine Vereinbarung mit Moonshot bekannt, doch die Unternehmen machten keine Angaben zur Aufteilung der Umsätze.

Regulierungsbehörden sorgen für ein weiteres Risiko

Während Moonshot seinen Börsengang vorbereitet, steht das Unternehmen auch unter externem Druck. In den USA wurde dem Unternehmen vorgeworfen, auf Server mit Nvidia-GB300-Chips außerhalb Chinas zugegriffen zu haben – trotz Exportbeschränkungen für fortschrittliche Hardware für chinesische Unternehmen.

US-Beamte erklärten zudem, Moonshot könnte Ausgaben aus dem Modell von Anthropic zum Training von Kimi K3 verwendet haben. Moonshot wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Leistungssteigerungen von Kimi seien auf eigene Änderungen an der Modellarchitektur zurückzuführen.

Zusätzlicher Druck kommt aus China. Im September berichtete The Information, dass sich Moonshot und DeepSeek einer Datensicherheitsprüfung unterziehen mussten. All dies könnte den Zeitplan für den Börsengang beeinflussen.

Die hohe Bewertung wird zur entscheidenden Bewährungsprobe

Moonshot geht mit einer seltenen Kombination aus rasantem Wachstum und hoher Bewertung auf den Börsengang zu. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seinen Wert stark gesteigert, die wiederkehrenden Umsätze ausgebaut und Kimi zu einem der bekanntesten KI-Produkte Chinas gemacht.

Mit dem Wachstum ist jedoch auch der Druck gestiegen. Prüfungen in China, Kritik von US-Beamten und Fragen zur Modellsicherheit könnten das Interesse der Investoren beeinträchtigen. Der Börsengang wird zeigen, ob Investoren bereit sind, für dieses Entwicklungstempo 50 Mrd. USD zu zahlen, obwohl erhebliche Risiken bestehen.

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