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Blockchain wird für einige der größten Unternehmen der Welt zu einer Einnahmequelle. Unternehmen finden Wege, mit digitalen Vermögenswerten Geld zu verdienen, ohne unbedingt selbst in Kryptowährungen zu investieren. Doch wie viel von diesen Aktivitäten schlägt sich tatsächlich in den Gewinnen nieder?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht der Investmentgesellschaft 1kx werden börsennotierte Unternehmen 2026 16 % der Einnahmen der Blockchain-Branche erzielen – mehr als doppelt so viel wie ihr Anteil von 7 % im Jahr 2022. Dieser Anstieg erfolgt, obwohl die Gesamteinnahmen der Branche voraussichtlich um 28 % auf rund 100 Milliarden Dollar sinken werden.
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Die Zahlen zeigen einen Wandel in der Wirtschaftlichkeit der Branche. Während die Blockchain-Einnahmen traditionell von Kryptowährungshandel, Netzwerkgebühren und Mining abhingen, verdienen etablierte Unternehmen zunehmend mit Stablecoins, Anlageprodukten, Verwahrung und Zahlungsverkehr. Blockchain wird immer stärker in das traditionelle Finanzwesen integriert.
Die Vorteile sind jedoch alles andere als gleichmäßig verteilt. Nur sechs Unternehmen erzielen rund 60 % der Blockchain-bezogenen Einnahmen börsennotierter Unternehmen in der 1kx-Studie. Ein Großteil dieser Einnahmen konzentriert sich auf Unternehmen mit etablierten Finanzgeschäften und einem großen Kundenstamm.
Auch die Einnahmequellen unterscheiden sich erheblich. Einige Unternehmen kassieren Gebühren für den Handel mit Kryptowährungen, während andere Zinsen erwirtschaften, Anlageprodukte verwalten oder Zahlungen abwickeln. Diese Geschäftsmodelle bieten unterschiedliche Möglichkeiten, Einnahmen zu erzielen, ohne ausschließlich auf steigende Kurse digitaler Vermögenswerte angewiesen zu sein.
Zu den bekanntesten börsennotierten Unternehmen der Kryptowährungsbranche zählen Coinbase, Circle und Robinhood. Jedes dieser Unternehmen hat einen eigenen Ansatz entwickelt, um mit digitalen Vermögenswerten Einnahmen zu erzielen. Das spiegelt die Vielfalt der Geschäftsmodelle wider, die sich in der Branche herausbilden.
Coinbase begann als Kryptowährungsbörse, die stark von Handelsgebühren abhängig war. Inzwischen machen Abonnements und Dienstleistungen einen erheblichen Anteil der Einnahmen aus. Im dritten Quartal 2026 erzielten Abonnements und Dienstleistungen 570 Millionen Dollar und lagen damit fast gleichauf mit den Transaktionserlösen von 590 Millionen Dollar. Stablecoins, Staking, Verwahrung und Finanzierungen tragen zu diesen Einnahmen bei.
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Diese Diversifizierung hilft Coinbase, die Zyklen des Kryptowährungsmarkts zu bewältigen, auch wenn die Gewinne weiterhin von den Marktbedingungen abhängen. Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigten zudem, wie Gewinne aus Beständen an digitalen Vermögenswerten den ausgewiesenen Gewinn beeinflussen können. Daher ist es wichtig, die operative Geschäftsentwicklung von Anlageerträgen zu unterscheiden.
Circle verfolgt ein anderes Geschäftsmodell. Das Unternehmen erzielt den Großteil seiner Einnahmen mit den Reserven, die seinen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin USDC absichern, darunter verzinsliche US-Staatsanleihen. Im zweiten Quartal beliefen sich die Erträge aus den Reserven auf 668 Millionen Dollar und trugen dazu bei, dass Circle einen Nettogewinn von 48 Millionen Dollar auswies. Die Gewinne bleiben jedoch empfindlich gegenüber Zinssätzen und der im Umlauf befindlichen Menge an USDC.
Robinhood zeigt, wie Kryptowährungen ein etabliertes Finanzgeschäft ergänzen können. Die Transaktionserlöse aus Kryptowährungen sanken im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 38 % auf 100 Millionen Dollar, während das Gesamtgeschäft des Unternehmens weiter wuchs. Anders als Coinbase oder Circle verfügt Robinhood über mehrere weitere Einnahmequellen, die den Geschäftsbetrieb stützen, wenn der Handel mit Kryptowährungen nachlässt.
Die finanziellen Chancen reichen über spezialisierte Kryptowährungsunternehmen hinaus. BlackRock erzielt Gebühren mit seinem iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT), über den Anleger über herkömmliche Wertpapierdepots in Bitcoin investieren können. Der Fonds erhebt eine jährliche Sponsorengebühr von 0,25 % und erzielte im ersten Halbjahr 2026 rund 72 Millionen Dollar an Gebühren. BlackRock erzielt diese Einnahmen durch die Verwaltung des Fonds und nicht durch den Handel mit Bitcoin selbst.
Visa lotet mit Zahlungen in Stablecoins eine andere Möglichkeit aus. Das Unternehmen unterstützt weltweit mehr als 160 an Stablecoins gekoppelte Kartenprogramme; das Zahlungsvolumen wuchs im Jahresvergleich um nahezu 200 %. Mit diesen Produkten können Kunden über das bestehende Zahlungsnetzwerk von Visa mit Mitteln bezahlen, die mit Stablecoins verbunden sind.
Auch Geschäftszahlungen gewinnen an Bedeutung. Rund 17 % des Volumens der an Stablecoins gekoppelten Visa-Karten entfielen im Geschäftsjahr 2026 bis zum Berichtszeitraum auf Programme für Unternehmen und Geschäftskunden. Unternehmen prüfen den Einsatz von Stablecoins für Lieferantenzahlungen, Treasury-Management und grenzüberschreitende Transaktionen.
Visa unterstützt außerdem die Abwicklung von Stablecoin-Zahlungen zwischen Finanzinstituten und baut damit seine Rolle im Blockchain-basierten Zahlungsverkehr aus. Das Unternehmen hat die Gewinne aus diesen Initiativen jedoch nicht gesondert ausgewiesen, weshalb ihr Beitrag zum Gesamtergebnis schwer zu beziffern ist.
Die wachsende Beteiligung börsennotierter Unternehmen wirft eine Frage auf, die sich anhand der Einnahmen allein nicht beantworten lässt: Schafft Blockchain neuen wirtschaftlichen Mehrwert oder verändert sie lediglich die Art und Weise, wie bestehende Finanzdienstleistungen erbracht werden? Ein Bitcoin-ETF kann Anleger von anderen Finanzprodukten abziehen, während eine Stablecoin-Überweisung eine herkömmliche Bankzahlung ersetzen könnte. Beides kann Einnahmen generieren, ohne zwangsläufig zusätzliche Nachfrage zu schaffen.
Die nächste Chance könnte in tokenisierten Wertpapieren, Blockchain-basierter Abwicklung und Stablecoin-Zahlungen liegen. Diese Dienstleistungen könnten Finanzinstituten helfen, neue Kunden zu erreichen, Betriebskosten zu senken oder Transaktionen effizienter zu gestalten. Ihre langfristige Rentabilität lässt sich jedoch nur schwer beurteilen, insbesondere solange sich viele Initiativen noch in der Entwicklung befinden. Börsennotierte Unternehmen zeigen bereits, dass Blockchain erhebliche Einnahmen generieren kann. Ob sie dadurch deutlich profitabler werden, hängt davon ab, ob es ihnen gelingt, diese Chancen in nachhaltige Gewinne umzuwandeln.