Spannungen um Hormus nehmen nach Ablauf der Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu

Spannungen um Hormus nehmen nach Ablauf der Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu
Schiffsangriff in Hormus hält die Risiken für die Ölversorgung hoch

​Ein Frachtschiff wurde am Dienstag beim Durchqueren der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen. Dies unterstreicht die anhaltende Gefahr für die Handelsschifffahrt, nachdem ein 60-tägiger Verhandlungszeitraum zwischen den USA und dem Iran ohne ein neues Abkommen abgelaufen war. Der Vorfall erhöht das Risiko in einer Wasserstraße, die für die weltweite Öl- und Gasversorgung von entscheidender Bedeutung ist.

Das Wichtigste

  • Der Verhandlungszeitraum zwischen den USA und dem Iran ist ohne ein neues Abkommen abgelaufen.
  • Die Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus bleibt stark eingeschränkt.
  • Brent liegt über 91 $, da Händler die anhaltenden Risiken für die Energieflüsse aus dem Golf einpreisen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Der Angriff beschädigte den Maschinenraum des Schiffs und tötete ein Besatzungsmitglied. Die übrige Besatzung erhielt laut der britischen Behörde United Kingdom Maritime Trade Operations Unterstützung von der omanischen Küstenwache. Der Angriff erfolgte, während Washington und Teheran ihre Positionen verhärteten und die strengen Beschränkungen für die Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus weiterhin galten, berichtete CNBC.

Schifffahrtsrisiken bleiben nach Ablauf der Gespräche bestehen

Der 60-tägige Zeitraum, der Raum für Verhandlungen schaffen sollte, endete am Montag ohne eine Anschlussvereinbarung. Washington hat eine bloße Verlängerung der Vereinbarung ausgeschlossen, während Teheran kaum Anzeichen erkennen lässt, dass es bereit ist, die US-Bedingungen für ein Ende des Konflikts zu akzeptieren.

Laut Schiffsverfolgungsdaten von Kpler durchquerten am Sonntag nur drei Schiffe die Meerenge. Der Iran und Oman erörtern weiterhin eine mögliche Seeroute, doch diese Bemühungen haben den normalen Handelsschiffsverkehr bislang nicht wiederhergestellt.

Die Beeinträchtigungen reichen auch über Hormus hinaus. Der Verkehr von Rohstofffrachtern durch die Straße von Bab al-Mandab sank am Wochenende von 55 in der Vorwoche auf 49 Durchfahrten. Damit steigt der Druck auf eine weitere wichtige Route, die Energieproduzenten mit den internationalen Märkten verbindet.

Ölpreise preisen eine höhere Risikoprämie ein

Die Ölmärkte haben auf die sich verschlechternde Sicherheitslage reagiert, obwohl die Preise weiterhin deutlich unter den Niveaus liegen, die bei einem vollständigen Ausfall der Golfexporte zu erwarten wären. Alternative Routen und Anpassungen der Lieferketten haben einen stärkeren Preisschock verhindert.

Laut den neuesten bereitgestellten Marktdaten wurden Brent -Rohöl-Futures mit 91,37 $ je Barrel gehandelt, ein Plus von 0,55 %, während die Futures auf US West Texas Intermediate (WTI) 84,37 $ erreichten und um 0,75 % zulegten. Brent war nach dem Scheitern eines diplomatischen Durchbruchs bereits über 90 $ gestiegen.

Der Angriff zeigt jedoch, warum Händler zögern, die geopolitische Prämie aus dem Rohöl herauszunehmen. Eine anhaltende Serie von Angriffen auf Schiffe – und nicht nur ein eingeschränkter Schiffsverkehr – könnte Versicherungs- und Frachtkosten erhöhen und Reeder weniger bereit machen, die Region anzulaufen.

Hormus bleibt die entscheidende Variable für die Märkte

Für die Energiemärkte lautet die unmittelbare Frage nicht mehr nur, ob Washington und Teheran zu Verhandlungen zurückkehren. Entscheidend ist, ob Schiffe Hormus sicher und regelmäßig genug durchqueren können, damit sich die Energieflüsse erholen.

Eine längere Phase eingeschränkter Navigation könnte die Preise für Rohöl, Frachtraten und Seeversicherungen auch ohne eine vollständige Sperrung hoch halten. Erneute Angriffe könnten diese Risikoprämie weiter erhöhen, insbesondere weil die Meerenge normalerweise einen so großen Anteil des weltweiten Energiehandels abwickelt.

Für Händler bedeutet das, dass Öl ungewöhnlich empfindlich auf einzelne maritime Vorfälle und diplomatische Entwicklungen reagiert. Alternative Exportwege haben den Schock bislang eingedämmt, ihre Kapazität ist jedoch begrenzt. Eine spürbare Erholung des Verkehrs durch Hormus könnte einen Teil der in Brent enthaltenen Prämie rasch abbauen, während weitere Angriffe die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Anstiegs erhöhen würden.   

Wir berichteten außerdem über den Einbruch des Verkehrs durch Hormus, während die Schifffahrtsrisiken zunehmen.

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