EU plant neue Zölle auf chinesische Waren – Handelskonflikt spitzt sich zu
Die Europäische Union bereitet weitere Beschränkungen für Importe aus China vor. Betroffen sind unter anderem Chemikalien, Möbel und Maschinen. Damit will die EU heimische Hersteller schützen. Die Maßnahmen könnten Anfang 2027 eingeführt werden und würden eine Handelspolitik ausweiten, die bereits zu einer Vereinbarung über die Begrenzung chinesischer Fahrzeuglieferungen geführt hat.
Das Wichtigste
- EU erwägt Anfang 2027 neue Importbeschränkungen für China.
- Chemikalien, Möbel und Maschinen stehen auf dem Prüfstand.
- Brüssel will das Handelsdefizit von 360 Milliarden Euro verringern.
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Die Europäische Kommission erwägt Importquoten und Zölle. Entsprechende Vorschläge könnten im ersten Quartal des kommenden Jahres vorgelegt werden. Die Pläne müssen noch mit den EU-Regierungen und Peking abgestimmt werden. Daher könnten sich sowohl die betroffenen Produkte als auch die endgültigen Beschränkungen noch ändern, berichtet Bloomberg.
Brüssel will wachsendes Handelsungleichgewicht verringern
Die geplanten Maßnahmen sind Teil der Bemühungen, das Handelsdefizit der EU mit China zu verringern. Dieses belief sich 2025 auf 360 Milliarden Euro (404 Milliarden US-Dollar). Europäische Hersteller sehen sich zunehmend mit der Konkurrenz preisgünstigerer chinesischer Importe konfrontiert, insbesondere in Branchen, die unter schwacher Nachfrage und Überkapazitäten leiden.
Schutzmaßnahmen erlauben der EU, Importe zu beschränken, wenn ein starker Anstieg der Lieferungen heimische Hersteller gefährdet. Brüssel prüft Handelsdaten, um geeignete Branchen zu ermitteln, und könnte feste Quoten oder zusätzliche Zölle einführen, sobald die Importe bestimmte Mengen überschreiten.
Die Kommission will die europäische Industrie schützen, ohne einen umfassenderen Handelskonflikt auszulösen. China hat vor weiterem wirtschaftlichem Druck gewarnt und kürzlich eine Antidumpinguntersuchung zu Importen von p-Nitrotoluol eingeleitet, einer Chemikalie, die in mehreren industriellen Anwendungen eingesetzt wird.
Vereinbarung zu Hybridfahrzeugen dient als Vorbild
Brüssel hat kürzlich mit Peking eine Vereinbarung getroffen, um die Importe chinesischer Hybridfahrzeuge auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr zu begrenzen. Die Kommission will in den kommenden Wochen Umsetzungsvorschläge vorlegen. Die Beschränkungen sollen im Dezember in Kraft treten.
Die Vereinbarung zu Fahrzeugen gilt vier Jahre. Nach dem ersten Jahr wird Chinas Quote jährlich um 6 % erhöht. Ähnliche Vereinbarungen sind auch für Fahrzeuge aus anderen Ländern, darunter Japan und Südkorea, geplant.
Die EU bereitet zudem bis Mitte Dezember Vorschläge vor, um Lieferketten zu diversifizieren und schneller auf wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen reagieren zu können. Diese Instrumente könnten zusätzliche Möglichkeiten bieten, den Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu beschränken.
Neue Handelshemmnisse erhöhen den wirtschaftlichen Einsatz
Die geplanten Beschränkungen würden die europäischen Handelsmaßnahmen über Autos und Stahl hinaus auf Branchen ausweiten, die Konsumgüter und Produktionsausrüstung liefern. Die mögliche Reichweite ist bedeutend, da Chinas Handelsüberschuss mit der EU inzwischen mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Tag beträgt.
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic dürfte Anfang nächsten Jahres mit chinesischen Amtskollegen über weitere Schritte sprechen. Die Verhandlungen betreffen auch einen besseren Marktzugang für europäische Exporteure sowie einfachere Lieferungen kritischer Mineralien und Permanentmagnete.
Für europäische Unternehmen könnten Importbeschränkungen den Preisdruck mindern, zugleich aber die Kosten für Betriebe erhöhen, die auf chinesische Materialien und Ausrüstung angewiesen sind. Das Ergebnis hängt davon ab, wie eng Brüssel die Maßnahmen fasst und ob Peking mit weiteren Handelshemmnissen reagiert.
Wir berichteten außerdem, dass die EU strengere Handelsmaßnahmen vorbereitet, um einem Anstieg chinesischer Importe entgegenzuwirken.
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