IWF skizziert politische Herausforderungen und Marktchancen bei KI-gestützten Zahlungen

IWF skizziert politische Herausforderungen und Marktchancen bei KI-gestützten Zahlungen
KI verändert die Zahlungspolitik

Da sich Finanzaktivitäten zunehmend automatisieren, gerät das Zahlungssystem unter Druck, sich an KI-Agenten anzupassen, die kontinuierlich und in großem Umfang Transaktionen durchführen können. Laut IWF könnte dieser Wandel Kosten senken, den Wettbewerb intensivieren und grenzüberschreitende Transaktionen beschleunigen, wirft für politische Entscheidungsträger jedoch auch neue rechtliche Fragen sowie Fragen zu Liquiditäts- und Cyberrisiken auf.

Das Wichtigste

  • IWF-Vertreter Dan Katz erklärte, dass KI-Agenten die Effizienz des Zahlungssystems steigern können, indem sie Wechselkosten senken und komplexe Transaktionen automatisieren – insbesondere bei jährlich 1 Billiarde $ an grenzüberschreitenden Zahlungen.
  • Katz hob Initiativen wie die Abwicklung tokenisierter Einlagen von CHIPS, das Project Pontes der EZB und die Stablecoin-Reserveanforderungen der Bank of England als wichtige Beispiele für eine programmierbare, interoperable Zahlungsinfrastruktur hervor.
  • Der IWF betont die Notwendigkeit aktualisierter regulatorischer Rahmenbedingungen, um den rechtlichen Status von Token, den steigenden Liquiditätsbedarf durch atomare Abwicklung und erhöhte systemische Cyberrisiken in tokenisierten Märkten anzugehen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

KI-Anwendungen und Neugestaltung des Zahlungssystems

Wie der IWF unter Berufung auf Äußerungen des IWF-Vertreters Dan Katz auf einer SWIFT-Konferenz berichtet, sieht der Fonds KI als Instrument, das Zahlungen verbessern kann, noch bevor tiefgreifendere Änderungen an der Infrastruktur der Finanzmärkte abgeschlossen sind. Katz sagte, KI-Agenten könnten Informationsfriktionen verringern, indem sie Gebühren, Wechselkurse und Ausführungsqualität in Echtzeit vergleichen. Dies könnte Wechselkosten senken und Anbieter dazu bewegen, Preise und Dienstleistungen zu verbessern.

Er sagte zudem, KI könne komplexe Transaktionen automatisieren, die noch immer erheblichen menschlichen Einsatz erfordern, darunter Machine-to-Machine-Zahlungen und Entscheidungen über den Zeitpunkt auf Grundlage von Liquidität, Kosten und vertraglichen Verpflichtungen. Bei grenzüberschreitenden Zahlungen, bei denen Rechtssysteme, Währungen und Compliance-Anforderungen zusätzliche Komplexität schaffen, könnten KI-Agenten auch Due-Diligence-Prüfungen, Sanktionsscreenings und andere Compliance-Funktionen beschleunigen.

Katz argumentierte, dass viele Vorteile, die häufig mit einem neu gestalteten Finanzsystem verbunden werden, durch die Modernisierung der bestehenden Zahlungsarchitektur erreicht werden könnten. Seinen Angaben zufolge schätzen IWF-Mitarbeiter, dass grenzüberschreitende Zahlungen jährlich fast 1 Billiarde $ ausmachen, sodass selbst kleine Effizienzgewinne erheblichen wirtschaftlichen Wert schaffen könnten.

Über kurzfristige Verbesserungen hinaus müsse das Finanzsystem digitaler, interoperabler und programmierbarer werden, wenn KI-Agenten eine größere Rolle in der Wirtschaftstätigkeit übernehmen, sagte Katz. Er verwies auf Tokenisierung als potenziell wichtige Technologie, da tokenisierte Vermögenswerte programmiert und nahezu sofort abgewickelt werden können, und nannte Initiativen wie eine CHIPS-Abwicklungsplattform für tokenisierte Einlagen mehrerer Banken, das Project Pontes der EZB und die Reserveanforderungen der Bank of England für Stablecoins.

Regulatorische Entscheidungen und systemische Risiken

Katz sagte, politische Entscheidungsträger müssten Innovation fördern, ohne die Stabilität zu schwächen. Dafür seien rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich, die Zahlungstechnologien einen Wettbewerb nach ihren Vorzügen ermöglichen. Behörden müssten den rechtlichen Status von Token klären, ihre Beziehung zu realen Vermögenswerten definieren und unnötige Hindernisse für die Interoperabilität zwischen Netzwerken vermeiden.

Er sagte auch, dass Liquiditätsvorschriften mit neuen Zahlungsmodellen Schritt halten müssten, da die atomare Abwicklung zwar das Kontrahentenrisiko senken, durch Vorfinanzierung aber den untertägigen Liquiditätsbedarf erhöhen könne. In der Rede hieß es zudem, dass Stablecoins und tokenisierte Bankverbindlichkeiten weitergehende Fragen dazu aufwerfen, ob Zentralbanken und Finanzministerien neue Formen von tokenisiertem öffentlichem Geld oder staatlichen Verpflichtungen bereitstellen sollten.

Beim Risiko bleiben Cyberbedrohungen laut Katz die unmittelbarste Sorge, da KI die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Entdeckung und Ausnutzung von Schwachstellen erhöht. Er warnte, dass tokenisierte Märkte stark von gemeinsamer Infrastruktur und Drittanbietern abhängen, wodurch sich ein Cybervorfall weit genug ausbreiten könnte, um systemisch zu werden.

Der politische Ansatz des IWF bestehe darin, klare Marktversagen zu identifizieren und zu bewerten, ob die bestehenden Vorschriften ausreichen, bevor neue Regeln eingeführt werden, sagte er. Wo neue Eingriffe erforderlich seien, sollten sie laut Katz verhältnismäßig, gezielt und international koordiniert erfolgen, damit Wettbewerb und Innovation nicht unnötig eingeschränkt werden.

Agentische KI-Tools, die automatisch die Rendite von Haushaltsliquidität optimieren, könnten Abflüsse von Einlagen bei traditionellen Banken verstärken, wie unsere Publikation zuvor feststellte. Der frühere Beitrag erläuterte, dass Banken eine wichtige Quelle kostengünstiger Finanzierung verlieren könnten, wenn Verbraucher KI-Assistenten nutzen, um ungenutzte Guthaben in höher verzinste Fintech- oder Brokerage-Alternativen umzuschichten. Dies würde den Druck auf einen Sektor erhöhen, der bereits mit höheren Zinsen konfrontiert ist.

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