Darina Pashchenko

Entwicklungsländer stärken die Governance der Borrowers’ Platform bei Ratssitzung in Bangkok

Entwicklungsländer stärken die Governance der Borrowers’ Platform bei Ratssitzung in Bangkok
Schuldner vereinen sich in Bangkok

Entwicklungsländer wollen die Koordinierung bei Schuldenfragen stärken, da die Borrowers’ Platform am 12. Oktober in Bangkok ihren ersten Jahreszyklus beginnt. Das Treffen bringt im Rahmen der Jahrestagungen von IWF und Weltbank Finanzminister, Zentralbankgouverneure und hochrangige Vertreter zusammen; bislang sind 31 Länder der Initiative offiziell beigetreten.

Das Wichtigste

  • UNCTAD berichtet, dass der Governing Council der Borrowers’ Platform in Bangkok den Übergang von der Aufbau- zur operativen Phase markiert und ein Kommuniqué mit den jährlichen Prioritäten verabschiedet hat.
  • Die Belastungen durch den Schuldendienst in Entwicklungsländern haben zugenommen, da die Zinskosten schneller steigen als die Staatseinnahmen, wodurch sich der Druck auf die öffentlichen Finanzen und der Koordinierungsbedarf verstärken.
  • Die Plattform, deren Führung nun von Ägypten als Interim Chair übergeht, soll den von Schuldnern getragenen Wissensaustausch, den Zugang zu technischer Unterstützung und die gemeinsame Interessenvertretung in der internationalen Finanzwelt verbessern.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Treffen in Bangkok eröffnet ersten Jahreszyklus

Wie UN Trade and Development berichtet, markiert die erste Sitzung des Governing Council den Übergang der Borrowers’ Platform von der Aufbauphase zur operativen Arbeit. Der Rat bringt Vertreter von Schuldnerländern zusammen, um politische Leitlinien vorzugeben, den institutionellen Rahmen zu überprüfen und das Programm für den ersten Jahreszyklus der Initiative zu gestalten.

Die von Mitgliedstaaten geführte Plattform ist als Raum konzipiert, in dem Entwicklungsländer Wissen austauschen, politische Erfahrungen vergleichen und bei Schuldenfragen mit einer gemeinsamen Stimme auftreten können. Sie soll bestehende internationale Schuldenmechanismen ergänzen, nicht ersetzen, und ist nicht als Forum für gemeinsame Umschuldungen oder Kollektivverhandlungen strukturiert.

Seit dem Start der Plattform im April haben die Länder einen von Ägypten als Interim Chair geleiteten Übergangsprozess durchlaufen, während UNCTAD als Sekretariat fungierte. Im Mittelpunkt dieser Arbeit standen der Aufbau von Governance- und institutionellen Grundlagen, die Ermittlung technischer Prioritäten und die Vorbereitung eines ersten Aktivitätenprogramms.

Der Governing Council hat ein Kommuniqué verabschiedet, das gemeinsame Prioritäten für das kommende Jahr festlegt. Zum ersten Jahreszyklus gehören außerdem die Bestätigung des neuen Chair und der Troika der Plattform sowie die Prüfung ihrer operativen Modalitäten.

Schuldenbelastungen erhöhen den Bedarf an Koordinierung der Schuldner

Die Kreditbedingungen für Entwicklungsländer haben sich während eines Großteils des vergangenen Jahrzehnts verschärft, wodurch der Schuldendienst belastender wurde und der fiskalische Spielraum für Schulen, Krankenhäuser, Infrastruktur und andere öffentliche Investitionen eingeschränkt wurde. Laut UNCTAD sind die Zinskosten in Entwicklungsländern in diesem Zeitraum deutlich schneller gestiegen als die Staatseinnahmen, was den Druck auf die öffentlichen Finanzen erhöht.

Die Plattform entsteht in einer Zeit, in der Länder mit geopolitischen Spannungen, Konflikten, Handels- und Klimabelastungen sowie einem begrenzten Zugang zu ausreichender Finanzierung konfrontiert sind. In einer Ansprache an die neuen Mitgliedstaaten erklärte UN-Generalsekretär António Guterres, die Initiative ermögliche es Schuldnern, Ratschläge, Instrumente und Ansätze auszutauschen und zugleich ihre Interessenvertretung in internationalen Diskussionen zu stärken, die die Finanzierungsbedingungen beeinflussen.

UNCTAD argumentiert, dass bestehende Koordinierungs- und Verhandlungsmechanismen weitgehend von Gläubigern geprägt seien und es daher keinen dauerhaften, von Schuldnern geführten Raum für Wissensaustausch und gemeinsame Vertretung gebe. Vor diesem Hintergrund soll die neue Plattform den Zugang zu Daten und technischer Unterstützung verbessern, Kapazitäten im Schuldenmanagement stärken und Ländern helfen, sich in einem komplexeren globalen Finanzumfeld zurechtzufinden.

Steigende Belastungen durch Staatsschulden und ein sprunghafter Anstieg der globalen Kreditkosten standen im Mittelpunkt unserer früheren Berichterstattung im Vorfeld der IWF- und Weltbanktagungen in Bangkok. Wir stellten fest, dass trotz des robusten Wachstums großer Volkswirtschaften, das durch KI-bezogene Investitionen gestützt wurde, anhaltende Inflation und Abverkäufe an den Anleihemärkten die Finanzierungsbedingungen verschärften und die Sorgen um die Schuldentragfähigkeit verstärkten – insbesondere für anfälligere Entwicklungsländer.

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