Dmytro Kharkov

UNCTAD erklärt, dass Entwicklungsländer mehr Wert aus dem Handel mit biodiversitätsbasierten Produkten schöpfen können

UNCTAD erklärt, dass Entwicklungsländer mehr Wert aus dem Handel mit biodiversitätsbasierten Produkten schöpfen können
Steigerung des Werts des Biodiversitätshandels

Während biodiversitätsbasierte Produkte einen wachsenden Anteil am weltweiten Warenhandel ausmachen, erzielen Entwicklungsländer weiterhin nur einen begrenzten Anteil an den höherwertigen Aktivitäten des Marktes. Eine neue UN-Analyse besagt, dass eine stärkere Abstimmung zwischen Handels-, Industrie- und Biodiversitätspolitik nötig ist, um die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und zugleich natürliche Ressourcen zu schützen.

Das Wichtigste

  • UNCTAD berichtet, dass biodiversitätsbasierte Produkte 2024 17,3% des weltweiten Warenhandels ausmachten und die Exporte nahezu $3,8 Billionen erreichten, Entwicklungsländer jedoch nur 35% dieses Werts erzielten.
  • Afrika sowie Lateinamerika und die Karibik trugen trotz ihres Anteils von rund zwei Dritteln an der weltweiten Biodiversität nur 3% beziehungsweise 11% zu den globalen Exporten biodiversitätsbasierter Produkte bei, gegenüber 49% für Europa.
  • Afrikanisches Gummi arabicum wurde 2024 für $2,28 pro kg exportiert, in Märkte mit hohem Einkommen jedoch für $6,50 pro kg importiert, was Wertschöpfungslücken und Hindernisse wie Zölle von bis zu 16,1% auf natürliche Alternativen verdeutlicht.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Politische Agenda vor der UN-Biodiversitätskonferenz

Wie UN Trade and Development berichtet, untersucht ihr jüngstes Global Trade Update, wie Handelspolitik und Investitionen Entwicklungsländern helfen können, Lücken im Handel mit biodiversitätsbasierten Produkten zu schließen und gleichzeitig die Biodiversität zu schützen.

Der Bericht erscheint im Vorfeld der UN-Biodiversitätskonferenz 2026, die vom 19. bis 30. Oktober in Jerewan, Armenien, stattfinden soll. Bei dem Treffen soll der Fortschritt beim Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework und dessen Ziel überprüft werden, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und umzukehren.

Laut UNCTAD machten biodiversitätsbasierte Produkte 2024 17,3% des weltweiten Warenhandels aus, wobei die Exporte von rund 1.800 solchen Produkten nahezu $3,8 Billionen erreichten. Dennoch entfielen auf Entwicklungsländer nur etwa 35% dieses Gesamtwerts, obwohl viele von ihnen über die biologischen Ressourcen verfügen, auf denen dieser Handel basiert.

Der Bericht argumentiert, dass es nicht nur darum geht, die Exporte auszuweiten, sondern durch Verarbeitung, Produktion, Produktentwicklung und Kreislaufnutzung mehr Wert in den Erzeugerländern zu halten. Dieses Gleichgewicht erfordert laut Bericht Schutzmaßnahmen, rechtmäßigen Zugang, eine faire und gerechte Aufteilung der Vorteile, stärkere Produktionskapazitäten, Zugang zu Technologie, regionale Zusammenarbeit und Handelskooperation, nachhaltige Handelspraktiken sowie erschwingliche Finanzierung.

Exportlücken und Hindernisse für Erzeugerwirtschaften

Afrika sowie Lateinamerika und die Karibik, die zusammen rund zwei Drittel der weltweiten Biodiversität beherbergen, stehen lediglich für 3% beziehungsweise 11% der weltweiten Exporte biodiversitätsbasierter Produkte, verglichen mit 49% für europäische Volkswirtschaften. Laut UNCTAD zeigt diese Lücke, wie Länder mit reichen natürlichen Ressourcen oft von den höherwertigen Stufen globaler Lieferketten ausgeschlossen bleiben.

Der Bericht nennt Gummi arabicum als Beispiel für die verlorene Chance auf zusätzliche Wertschöpfung. 2024 exportierten afrikanische Volkswirtschaften das Produkt zu einem Durchschnittspreis von $2,28 pro Kilogramm in Märkte mit hohem Einkommen, während die Importe desselben Produkts aus diesen Märkten durchschnittlich $6,50 pro Kilogramm kosteten.

UNCTAD verweist zudem auf Zölle, komplexe Vorschriften, ungleich verteilte Kosten für die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards und eingeschränkten Zugang zu Finanzierung als Hindernisse für Produzenten und kleine Unternehmen in Entwicklungsländern. Natürliche Alternativen zu Kunststoffen, darunter Produkte aus Baumwolle, Jute, Hanf und Papier, können mit durchschnittlichen Einfuhrzöllen von bis zu 16,1% belegt werden, die laut Bericht mit den Zöllen auf viele Kunststoffprodukte vergleichbar oder höher sind.

Eine in dem Update zitierte Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Produzenten bei den meisten überprüften Nachhaltigkeitsstandards sowohl die Umsetzungs- als auch die Zertifizierungskosten tragen, während sie kaum Unterstützung von Käufern oder Regierungen erhalten. Laut UNCTAD bietet die bevorstehende Konferenz eine günstige Gelegenheit, diese Themen in konkrete Verpflichtungen zu überführen, die Handel enger mit Biodiversität, nachhaltiger Entwicklung und inklusivem Wachstum verknüpfen.

Unser früherer Bericht über die Bemühungen der EU, PET-Kunststoffimporte einzudämmen erläuterte, wie mehrere Mitgliedstaaten die Europäische Kommission dazu aufforderten, Schutzmaßnahmen zu erwägen, die möglicherweise länderspezifische Quoten und höhere Zölle auf Mengen über festgelegten Grenzen einführen würden. Er stellte zudem fest, dass sich das Angebot nach früheren Antidumpingzöllen auf chinesisches PET-Harz auf Exporteure wie die Türkei, Vietnam und Ägypten verlagerte, was den breiteren Einsatz von handelspolitischen Schutzinstrumenten durch die EU angesichts zunehmender Handelsspannungen widerspiegelt.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.