Oleksii Zaichenko

WTO und Partner treiben Ausbau der Supply-Chain-Finanzierung für Entwicklungsländer voran

WTO und Partner treiben Ausbau der Supply-Chain-Finanzierung für Entwicklungsländer voran
Finanzierung für KMU stärken

Multilaterale Kreditgeber und internationale Organisationen prüfen, wie der Zugang zur Supply-Chain-Finanzierung für Unternehmen in Entwicklungsländern in einer Zeit des Drucks auf den Welthandel und die Finanzierungsbedingungen ausgeweitet werden kann. Der Runde Tisch in Bangkok konzentriert sich auf kleine und mittlere Unternehmen in einkommensschwachen und vulnerablen Märkten, in denen Finanzierungslücken die Beteiligung an regionalen und globalen Wertschöpfungsketten weiterhin einschränken.

Das Wichtigste

  • Der von WTO und IFC geleitete Runde Tisch in Bangkok am 16. Oktober legt neue Prioritäten für die Ausweitung des Zugangs von KMU in Entwicklungsländern zur Supply-Chain-Finanzierung fest.
  • Die Direktfinanzierung durch multilaterale Entwicklungsbanken soll von 35 Milliarden USD vor COVID auf 65 Milliarden USD im Jahr 2026 steigen, wobei 10 Milliarden USD für die Supply-Chain-Finanzierung in Entwicklungsmärkten vorgesehen sind.
  • Zu den diskutierten Maßnahmen gehören höhere private Investitionen, Finanzierungen in Lokalwährung, Produktinnovationen und ein ausgeweiteter Kapazitätsaufbau zur Stärkung der Beteiligung von KMU an globalen Lieferketten.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Treffen in Bangkok prüft nächste Phase

Wie die Welthandelsorganisation berichtet, trifft WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala am 16. Oktober bei einem hochrangigen Runden Tisch in Bangkok mit Führungskräften multilateraler Entwicklungsbanken und anderer internationaler Organisationen zusammen, um die Fortschritte einer Initiative zur Supply-Chain-Finanzierung zu bewerten und Prioritäten für die nächste Phase der Zusammenarbeit festzulegen.

Die gemeinsam von der WTO und der International Finance Corporation während der Jahrestagungen 2026 von Weltbank und IWF organisierte Diskussion baut auf den Verpflichtungen der gemeinsamen Erklärung von 2024 zur Förderung des Lieferkettenhandels in Schwellenländern auf. Die Teilnehmer untersuchen, wie sich das aktuelle globale Handels- und Wirtschaftsumfeld auf den Zugang zur Supply-Chain-Finanzierung auswirkt, insbesondere für KMU in einkommensschwachen und vulnerablen Volkswirtschaften.

Okonjo-Iweala erklärt, ein breiterer Zugang zur Supply-Chain-Finanzierung sei entscheidend, um kleineren Unternehmen die Nutzung von Handelschancen zu ermöglichen und das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. IFC-Geschäftsführer und Executive Vice President Makhtar Diop erklärt, multilaterale Entwicklungsbanken könnten die regulatorischen und marktbezogenen Rahmenbedingungen verbessern, eigenes Kapital einsetzen und dabei helfen, private Investitionen in kleinerer Unternehmen und unterversorgte Märkte in großem Umfang zu mobilisieren.

Finanzierungswachstum und Marktwirkung

Die Teilnehmer prüfen die seit 2024 geleistete Arbeit zur Beseitigung von Hindernissen bei der handelsbezogenen Finanzierung für KMU, darunter die Ausweitung von Programmen, die Stärkung rechtlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen, die Förderung der Marktinfrastruktur, der Aufbau institutioneller Kapazitäten und die Erweiterung der Palette von Finanzierungsprodukten, die Unternehmen zur Verfügung stehen.

Die Direktfinanzierung durch multilaterale Entwicklungsbanken steigt von jährlich rund 35 Milliarden USD vor COVID-19 auf rund 65 Milliarden USD im Jahr 2026 und kommt sowohl Ländern mit niedrigem als auch mit mittlerem Einkommen zugute. Davon entfallen 10 Milliarden USD auf die Supply-Chain-Finanzierung in Entwicklungsländern, was gegenüber 2024 einem Anstieg auf das Zwei- bis Dreifache entspricht.

Der Runde Tisch untersucht zudem Möglichkeiten, eine stärkere Beteiligung und Investitionen des Privatsektors in Märkten für Supply-Chain-Finanzierung zu gewinnen. Zu den diskutierten Maßnahmen zählen Finanzierungen in Lokalwährung, Produktinnovationen, Partnerschaften, Kapazitätsaufbau und eine bessere Bekanntheit von Finanzprodukten, um die Widerstandsfähigkeit von KMU in Lieferketten zu stärken.

Die Teilnehmer bekräftigen die Zusammenarbeit über die bestehende Supply Chain Finance Task Force der Working Group der WTO zu multilateralen Entwicklungsbanken. Die Gruppe erklärt, sie werde ihre Bemühungen zur Ausweitung der Finanzierungsmöglichkeiten in Entwicklungsländern weiterhin koordinieren, unter Beteiligung von Institutionen wie IFC, EBRD, der Asiatischen Entwicklungsbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank, Afreximbank, der Interamerikanischen Entwicklungsbank und der Islamic Trade Finance Corporation.

In unserem früheren Artikel über die Einschätzung der WTO zu den anhaltenden Auswirkungen der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten auf den Handel stellten wir fest, dass wiederholte Störungen Unternehmen dazu veranlassen, Lieferketten und Schifffahrtsrouten so umzugestalten, dass dies auch nach einer Entspannung der Konflikte fortbestehen könnte. Der Beitrag hob zudem die Erwartungen der WTO für schwächere Handelsströme im Nahen Osten sowie einen angehobenen Ausblick für das Wachstum des globalen Warenhandels im Jahr 2026 hervor und betonte zugleich die anhaltende Unsicherheit durch Geopolitik und Zölle.

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