Mira Kyivska

Pakistan könnte Einkommen durch Strukturreformen bis 2050 verdreifachen, sagt die Weltbank

Pakistan könnte Einkommen durch Strukturreformen bis 2050 verdreifachen, sagt die Weltbank
Einkommen bis 2050 verdreifachen

Nach der Stabilisierung seiner Wirtschaft in den vergangenen Jahren ist Pakistan nun gut aufgestellt, um ein schnelleres Wachstum anzustreben, das den Lebensstandard bis zur Mitte des Jahrhunderts deutlich erhöhen könnte. Die Weltbank erklärt, eine schnellere Umsetzung von Strukturreformen könne dem Land dabei helfen, seine Einkommen bis 2050 zu verdreifachen und zugleich die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie höhere private Investitionen zu fördern.

Das Wichtigste

  • Die Weltbank prognostiziert, dass Pakistans reales BIP-Wachstum von 3,2 Prozent im Geschäftsjahr FY25 auf 3,7 Prozent im Geschäftsjahr FY26 steigt, gestützt durch eine solide makroökonomische Politik und einen Haushaltsüberschuss.
  • Reformen, die Politik und Institutionen auf das Niveau von Ländern mit mittlerem Einkommen heben, könnten ein jährliches Wachstum von 6,2–6,9 Prozent ermöglichen, die Einkommen verdreifachen und bis 2050 das Einkommensniveau Vietnams erreichen lassen.
  • Zu den wichtigsten Reformen zählen die Senkung der Energiesubventionen auf 0,8 Prozent des BIP, die Handelsliberalisierung, Privatisierungen, ein besseres Geschäftsklima, Steuerreformen und höhere Investitionen des Privatsektors.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Wachstumsausblick und Reformkurs der Weltbank

Wie die Weltbank berichtet, kommt ihr jüngstes Pakistan Development Update zu dem Schluss, dass das Land ein schnelleres und nachhaltigeres Wachstum erzielen kann, wenn es nach der jüngsten makroökonomischen Stabilisierung umfassende Strukturreformen vorantreibt.

Dem Bericht zufolge tragen eine solide makroökonomische Politik in den vergangenen Jahren dazu bei, die Wirtschaft zu stabilisieren und das Wachstum trotz der Auswirkungen des Nahostkonflikts aufrechtzuerhalten. Das reale BIP-Wachstum steigt im Geschäftsjahr FY26 von 3,2 Prozent im Geschäftsjahr FY25 auf 3,7 Prozent. Gleichzeitig sorgen höhere Einnahmen und eine Ausgabenbegrenzung im Geschäftsjahr FY26 für einen Rekord-Primärüberschuss von 2,9 Prozent des BIP. Hohe Rücküberweisungen ermöglichen zudem den Wiederaufbau der Devisenreserven und helfen Pakistan, mit der Begebung eines Eurobonds im Wert von 3 Mrd. US-Dollar an die internationalen Anleihemärkte zurückzukehren.

Bolormaa Amgaabazar, Länderdirektorin der Weltbank für Pakistan, sagt, Pakistan mache bei der Wiederherstellung der Stabilität echte Fortschritte, doch das Pro-Kopf-Wachstum liege weiterhin bei rund 1,6 Prozent. Dem Bericht zufolge könnten Reformen, die Politik und Institutionen auf das Niveau des durchschnittlichen Landes mit mittlerem Einkommen bringen, ein dauerhaftes jährliches Wachstum von 6,2 bis 6,9 Prozent ermöglichen. Das wäre ausreichend, damit Pakistan bis 2050 das heutige Einkommensniveau Vietnams erreicht.

Auswirkungen auf Investitionen, Finanzpolitik und Geschäftsklima

Sebastian Essl, Hauptautor des Berichts, sagt, Strukturreformen zur Förderung privater Investitionen seien der notwendige nächste Schritt, da die finanziellen Ressourcen und Devisen weiterhin stark begrenzt seien. Für ein vom Privatsektor getragenes Wachstum seien Planung, Koordination und eine konsequente Umsetzung erforderlich, sagt er.

Das Update hebt Reformen hervor, die Pakistan dabei helfen könnten, bis 2050 das Pro-Kopf-Einkommen von Ländern zu erreichen, die derzeit an der Schwelle zum oberen mittleren Einkommensniveau liegen. Dazu zählen bereits eingeleitete Maßnahmen wie zeitnahe Anpassungen der Stromtarife, die dazu beitragen, die Energiesubventionen von 1,1 Prozent des BIP im Geschäftsjahr FY25 auf 0,8 Prozent im Geschäftsjahr FY26 zu senken, die fortgesetzte Handelsliberalisierung im Rahmen der National Tariff Policy sowie die jüngste Privatisierung von Pakistan International Airlines.

Die Weltbank erklärt, weitere Fortschritte hingen von der Verbesserung des Geschäftsklimas, einer Reform des Steuersystems, der Verringerung der staatlichen Präsenz in der Wirtschaft und einem besseren Zugang zu Finanzierungen ab. Damit liegt der Schwerpunkt auf langfristigen Produktivitätssteigerungen und dem Aufbau privaten Kapitals statt allein auf einer kurzfristigen Stabilisierung.

In unserem früheren Artikel über Pakistans Bestrebungen, die Kreditvergabe in prioritären Sektoren auszuweiten haben wir den Plan der Regierung beleuchtet, den Zugang zu Krediten für Haushalte, Landwirte und kleine Unternehmen als Hebel für stärkeres Wirtschaftswachstum zu verbessern. Der Beitrag erläuterte die Ziele, die Kreditvergabe an die Landwirtschaft und kleine und mittlere Unternehmen bis Juni 2027 auszubauen, und stellte Maßnahmen zur Beschleunigung der Wohnungsbaufinanzierung vor. Diese sollen durch regulatorische Anpassungen, Instrumente zur Risikoteilung und öffentlich-private Partnerschaften strukturelle Hindernisse beim Zugang zu formellen Krediten abbauen.

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