Weltbankbericht warnt: Armutsbekämpfung stagniert – mehr Beschäftigung ist nötig

Weltbankbericht warnt: Armutsbekämpfung stagniert – mehr Beschäftigung ist nötig
Fortschritte bei der Armutsbekämpfung stagnieren

Die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung extremer Armut geraten ins Stocken, da schwaches Wachstum die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Ländern mit den höchsten Armutsraten begrenzt. Nach Angaben der Weltbankgruppe leben 2026 811 Millionen Menschen von weniger als 3,00 $ pro Tag. Ohne ein stärkeres Pro-Kopf-Wachstum dürfte die Zahl der Menschen in extremer Armut 2030 höher sein als heute.

Das Wichtigste

  • Der Bericht „Poverty, Prosperity, and Planet Report 2026“ der Weltbank warnt: Um die weltweite extreme Armut bis 2050 auf 3 % zu senken, ist ein jährliches Pro-Kopf-Wachstum von 4 % erforderlich – doppelt so viel wie in den vergangenen 25 Jahren.
  • Mehr als die Hälfte der ärmsten Menschen weltweit lebt weiterhin in nur neun Volkswirtschaften. Bis 2030 dürften 87 % der Menschen in extremer Armut in Subsahara-Afrika oder in fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen leben.
  • Eine Anhebung der Beschäftigungsquote in armen Haushalten auf 75 % könnte die weltweite extreme Armut um ein Fünftel senken. Würde das Bildungsniveau armer Erwerbstätiger dem anderer Menschen entsprechen, stiegen ihre Einkommen um 40 % und die extreme Armut würde nahezu halbiert.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Bericht zu Beschäftigung und Armut

Wie die Weltbank unter Berufung auf die Weltbankgruppe berichtet, kommt ihr Bericht „Poverty, Prosperity, and Planet Report 2026“ zu dem Schluss, dass die Fortschritte bei der Verringerung extremer Armut seit der Pandemie weitgehend zum Stillstand gekommen sind. Mehr und bessere Arbeitsplätze seien entscheidend, um diesen Trend umzukehren.

Dem Bericht zufolge wäre ein jährliches Wirtschaftswachstum von etwa 4 % pro Kopf nötig, um den Anteil der Menschen in extremer Armut bis 2050 auf 3 % zu senken – etwa doppelt so viel wie in den vergangenen 25 Jahren. Pablo Saavedra, Vizepräsident der Weltbankgruppe für Wohlstand, erklärt, das langsame Wachstum in den ärmsten Ländern habe die Schaffung von Arbeitsplätzen gebremst und die Chancen von Millionen Menschen eingeschränkt.

Extreme Armut ist zudem weiterhin stark konzentriert: Mehr als die Hälfte der ärmsten Menschen weltweit lebt in nur neun Volkswirtschaften. Bis 2030 dürften schätzungsweise 87 % der Menschen in extremer Armut in Subsahara-Afrika oder in fragilen und von Konflikten betroffenen Regionen leben.

Beschäftigungs- und Einkommenslücken prägen die Aussichten

Fast 3,7 Milliarden Menschen – knapp die Hälfte der Weltbevölkerung – leben weiterhin von weniger als 8,30 $ pro Tag. Dieser Wert ist laut Weltbank seit 1990 unverändert. Die Institution legt für Länder mit niedrigem Einkommen die Armutsgrenze für extreme Armut bei 3,00 $ pro Tag an und verwendet die Schwelle von 8,30 $ als Richtwert für Länder mit gehobenem mittlerem Einkommen.

Der Bericht nennt zwei miteinander verknüpfte Prioritäten: Beschäftigungslücken und Einkommensunterschiede zu schließen. Würden die Beschäftigungsquoten in armen Haushalten unter den Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter auf 75 % steigen – unter anderem durch eine Verringerung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Erwerbsarbeit –, könnte die weltweite extreme Armut um etwa ein Fünftel sinken.

Der Bericht kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass sich die prognostizierten Einkommen um rund 40 % erhöhen und die extreme Armut nahezu halbieren ließen, wenn das Bildungsniveau armer Erwerbstätiger dem von Menschen oberhalb der Armutsgrenze für extreme Armut entspräche. Eine Verlagerung von Arbeitskräften aus Tätigkeiten mit niedriger Rendite, etwa der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, in abhängige Beschäftigung oder aus der Landwirtschaft heraus würde die Armut um etwa ein Fünftel senken. Unterstützung für Landwirte und kleine Unternehmen sowie eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen könnten zudem zu mehr wirtschaftlicher Sicherheit und einer wachsenden Mittelschicht beitragen.

In unserem früheren Artikel zum aktualisierten Ausblick des IWF für Subsahara Afrika haben wir darauf hingewiesen, dass die Wachstumsprognose für die Region für 2026 angehoben wurde, sich die Inflationsaussichten jedoch ebenfalls verschlechtert haben. Wir haben erläutert, wie restriktivere geldpolitische Bedingungen, steigende Schuldendienstlasten, rückläufige Hilfsleistungen und Klimaschocks wie El Niño fragile Puffer belasten könnten – Faktoren, die letztlich auch das Umfeld für die in diesem Bericht erörterte Schaffung von Arbeitsplätzen und Armutsbekämpfung prägen.

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